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Elefantensterben Cyanobakterien wohl für Elefantensterben in Botswana verantwortlich

Über 300 Elefanten sind in den vergangenen Monaten auf mysteriöse Weise im Nordwesten von Botswana im Süden Afrikas verendet. Laboruntersuchungen haben ergeben, dass die Tiere wohl an Cyanobakterien verendet sind.

Stand: 22.09.2020

Elefantensterben auf dem afrikanischen Kontinent - Symbolbild | Bild: dpa-Bildfunk

Von März bis Ende Juni 2020 sind etwa 330 Elefanten - unabhängig von Alter und Geschlecht - im südafrikanischen Botswana verendet. Viele noch lebende Tiere schienen damals sehr schwach und orientierungslos. Den Behörden war bislang völlig unklar, was zu dem Massensterben geführt hatte. Milzbrand und Wilderei konnten schnell ausgeschlossen werden, da die Stoßzähne der Tiere intakt waren. Um die Todesursache festzustellen, wurden Blutproben in Laboren in Südafrika, Kanada, Zimbabwe und den USA ausgewertet. Zudem wurde Erd- und Wasserproben genommen.

Cyanobakterien im Wasser

Demnach waren wohl bestimmte Cyanobakterien - auch Blaualgen genannt - für den Tod der Tiere im Okavango-Delta im Nordwesten des Landes verantwortlich. Das sind giftige Mikroorganismen, die ein Nervengift produzieren. Wahrscheinlich haben die Elefanten die Bakterien beim Trinken an Wasserstellen aufgenommen. Denn erst Ende Juni, als die Wasserlöcher austrockneten, endete auch das Massensterben, wie der leitende Nationalpark-Veterinär Mmadi Reuben am 21. September mitteilte. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Bakterien bei Algenblüten stark vermehrt haben und so plötzlich zur Vergiftung der Elefanten beigetragen haben.

Regierung will Blaualgen untersuchen

Die Regierung will noch weiter untersuchen, warum dort plötzlich so viele Cyanobakterien aufgetreten sind. Und auch, warum keine andere Spezies betroffen scheint. In Botswana leben mit etwa 130.000 Elefanten ein Drittel aller Elefanten auf dem afrikanischen Kontinent. Das ist die größte Elefantenpopulation weltweit.


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