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Schmerzhafte Seite des Sommers Bienen, Wespen, Hornissen: Was tun bei einem Insektenstich?

Bienen, Wespen, Bremsen, Mücken und Co. gehören zum Sommer dazu. Ein Insektenstich kann sehr schmerzhaft sein - in ganz seltenen Fällen sogar tödlich enden. Was tun, wenn ein Insekt zugestochen hat?

Stand: 24.06.2016

Bienen, Wespen, Bremsen, Mücken, Hornissen und Co. gehören zum Sommer wie Badesee und Sonnenbrille: An sich kein Problem, doch die Begegnung von Mensch und Tier am reichlich gedeckten Tisch - ob Kuchen, Marmelade, Schinken oder Fisch - kann schmerzhaft enden - in ganz seltenen Fällen sogar tödlich. Die Panik, mit der viele Zeitgenossen auf Biene, Hummel und Co. reagieren, ist jedoch meistens nicht angebracht.

Insektenstiche: Gegen Schwellungen hilft zu kühlen

Wird man doch mal gestochen, etwa weil man unabsichtlich auf eine Wespe getreten ist, bleibt es in den meisten Fällen bei einer schmerzhaften Schwellung auf der Haut. Dagegen hilft Abkühlung durch kaltes Wasser oder Eis. Auch Stiche im Mund oder dem vorderen Bereich der Zunge sind kein Anlass für Panik. Anders jedoch bei einem Stich im tiefen Rachenraum: Hier muss schnellstmöglich ein Arzt gerufen werden, da durch die Schwellung Erstickungsgefahr besteht.

Erste Hilfe beim Stich

Damit es erst gar nicht zu einer Schwellung kommt, hilft das Gegenteil von Kühlen. Unmittelbar nach dem Stich sollte die Einstichstelle erhitzt werden - so hoch man es aushalten kann. Ein erwärmter Löffel, ein heißer Wasserstrahl oder ähnliches (Achtung: Verbrennungsgefahr) für einige Sekunden hilft, dass das Gift in der Wunde zerfällt und es gar nicht erst zu einer starken Schwellung kommt. Im Handel gibt es dafür auch spezielle Insektenstifte, die die Einstichstelle sekundenlang erhitzen (Vorsicht bei Kindern).

Tipps bei einem Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich

  • Wenn der Stachel noch steckt, mit einer Pinzette vorsichtig entfernen.
  • Wunde desinfizieren, wenn ein Desinfektionsmittel zur Hand ist.
  • Einstichstelle erhitzen (Vorsicht vor Verbrennungen), damit das Gift zerfällt und es gar nicht erst zu einer Schwellung kommt
  • Ist bereits eine Schwellung vorhanden am besten mit kaltem Wasser kühlen. Mit Eiswürfeln bitte vorsichtig sein, es können lokale Erfrierungen auftreten.
  • Bitte nicht kratzen - sonst besteht Infektionsgefahr!
  • Auch eine aufgeschnittene Zwiebel auf der Einstichstelle kann helfen: Sie wirkt entzündungshemmend und stoppt den Juckreiz.
  • Bei Stichen in den tiefen Rachenraum: Eiswürfel lutschen und Hals kühlen. Sofort den Notarzt rufen.

Insektenstich: Gefahr durch allergischen Schock

Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung leidern unter einer Insektengift-Allergie. Werden diese Personen gestochen, kommt es zu einer allergischen Reaktion, die unterschiedlich stark ausfallen kann. Anzeichen dafür sind: Zunehmende Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle und im Gesicht, sowie Juckreiz, Atemnot, Schwindelgefühl, Übelkeit und kalter Schweiß. Hier ist schnelle medizinische Hilfe ebenfalls unbedingt erforderlich! Bis der Arzt eintrifft, sollte der Betroffene in Schocklage gebracht werden: flach hinlegen, Beine hochlegen, notfalls Mund-zu-Mund-Beatmung.

Notfall-Set für Bienen- oder Wespen-Allergiker sollte dabei sein

Jeder Allergiker sollte für derartige Notfälle im Sommer ein Erste-Hilfe-Set bei sich tragen. Dieses besteht aus Adrenalin zum Inhalieren oder in Spritzenform, einem Antihistaminikum, Kortison und einer Pinzette, um den Stachel aus der Haut zu entfernen. In Deutschland lösen vor allem Honigbienen und bestimmte Wespenarten mit ihrem Gift Allergien aus, eher selten sind Hummeln und Hornissen, ganz vereinzelt auch Mücken oder Bremsen. Voraussetzung für eine Allergie ist, dass man von einem Tier schon einmal gestochen wurde - erst danach entwickelt der Körper möglicherweise eine Allergie gegen das Gift.

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