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Antihistaminika Mit Medikamenten gegen Heuschnupfen-Symptome

Ein Allheilmittel gegen Heuschnupfen gibt es bisher nicht - ebenso wie gegen viele andere Allergien. Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen können aber die Symptome lindern.

Stand: 30.04.2020

Eine Frau hat Heuschnupfen | Bild: colourbox.com

Das erste, was Allergiker tun sollten, ist, die Allergene so weit wie möglich zu meiden. Das heißt: Eine Radtour für Gräserpollenallergiker empfiehlt sich nicht, wenn die Pollen, auf die sie besonders reagieren, gerade verstärkt fliegen. Allergiker sollten vorab immer den Pollenflugkalender studieren und sich - nach Möglichkeit - danach richten.

Das geht natürlich nicht immer: Auch bei starkem Pollenflug kann ein Arbeitnehmer nicht zuhause bleiben. Er kann nur einige Tipps beherzigen, wie er sich so gut wie möglich vor den Pollen schützen kann.

Allergiegeschehen: Der Körper setzt Histamine frei

Heuschnupfen ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Pollen. Der Körper von Allergikern behandelt diese wie Krankheitserreger und versucht, sie mit Antikörpern zu bekämpfen. Dabei werden in den Schleimhäuten unter anderem Histamine freigesetzt, die zu Reaktionen wie Niesen, Juckreiz, roten und verquollenen Augen oder sogar zu Atemnot führen.

Mit Medikamenten die Symptome lindern

Medikamente gegen Heuschnupfen - sogenannte Antihistaminika - helfen, die schlimmsten Symptome zu lindern. Sie sollen die Wirkung des freigesetzten Histamins verhindern und die Entzündungsprozesse stoppen. Die neueren Medikamente dieser Art weisen nur noch wenige Nebenwirkungen auf - wie zum Beispiel Müdigkeit, die in früheren Zeiten ein großes Problem war. Manche Antihistaminika wirken nur vorbeugend, das heißt, man muss sie einnehmen, bevor man mit den Pollen in Berührung kommt. Andere werden nur bei Bedarf eingenommen.

Auch wenn viele Antihistaminika nicht verschreibungspflichtig sind, empfiehlt es sich, einen Arzt, am besten einen Allergologen, aufzusuchen. Mit ihm kann man besprechen, mit welchen Mitteln die Symptome der Allergie behandelt werden, oder ob man versucht, mithilfe einer Hyposensibilisierung - auch Desensibilisierung genannt - die Allergie in den Griff zu bekommen.

Abschwellende Nasensprays

Vielen Erwachsenen helfen auch Kindernasensprays, die weniger Wirkstoff enthalten.

Ist die Nase permanent verstopft, können abschwellend wirkende Sprays oder Tropfen helfen. Die befreiende Wirkung setzt meist sehr bald ein. Doch schnell kann sich ein Gewöhnungseffekt einstellen und immer höhere Dosen werden benötigt. Nasensprays dieser Art sollten daher nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Kortison

Kortisonhaltige Medikamente wirken entzündungshemmend und antiallergisch. Sie gelten in der Schulmedizin als klassische Allergie-Medikamente, aber auch mit Kortison lässt sich eine Allergie nicht heilen.

Bei hochdosierter und langfristiger Einnahme drohen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Einlagerung von Wasser im Gewebe oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Doch sollte man sich davon nicht ängstigen lassen - die Risiken von Kortison werden oft übertrieben dargestellt. Bei akuten, besonders heftigen allergischen Reaktionen ist Kortison oft die einzige Hilfe.

Kortisonpräparate können sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden, zum Beispiel als Spray gegen Atembeschwerden oder Augentropfen gegen Juckreiz. Sie sind rezeptpflichtig und dürfen nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Hilfe durch Naturheilkunde und Homöopathie?

Es gibt aber auch Ansätze, eine Allergie mithilfe von Naturheilkunde oder Homöopathie zu lindern. Ziel der homöopathischen Behandlung einer Pollenallergie ist, dass die Symptome einer Allergie nachlassen oder verschwinden. In der Naturheilkunde spricht man in diesem Zusammenhang von einer Immunmodulation. Die Wirkungsweise der Homöopathie beruht auf Hypothesen und Modellen, die Plausibilität fehlt ihr jedoch. Mehr dazu hier.


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