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Anti-Mückenmittel So schützen Sie sich vor Mückenstichen

Sie können jede laue Nacht verderben: blutrünstige Stechmücken auf der Suche nach Nahrung. Der beste Schutz für drinnen ist genügend Distanz - dank Moskitonetzen. Was aber macht man am Lagerfeuer oder am Pool?

Stand: 13.07.2020

Pictogramme, Sonne Weltkarte, Spraydose | Bild: Creativ Collection

Noch die lauschige Abendluft am Urlaubsort genießen? Diese Freude kann einem schnell vergehen, wenn sirrende Plagegeister einen umschwirren.

Mücken fliegen auf "süßes" Blut?

Gehören Sie auch zu den Menschen, die von den Mücken bevorzugt werden? Wenn Sie an einem lauen Sommerabend noch Gläschen am Pool trinken, sind Sie das bevorzugte Opfer? Dann haben Sie "süßes Blut" - wird zumindest landläufig behauptet. Aber gibt es das überhaupt und ist das der Grund für den Status "bevorzugte Blutbank"?

Nein, das ist ein Mythos, meint Julian Heiermann, Insektenexperte und Zoologe vom Naturschutzbund NABU. Dass manche Menschen öfter als andere gestochen werden, hänge mit ihrem Duft zusammen: "Im Schweiß ist ein bestimmter Stoff enthalten, der Mücken lockt. Manche produzieren davon mehr", so Heiermann. Ein Forscherteam der London School of Hygiene and Tropical Medicine will unterdessen herausgefunden haben, dass etwa Schwangere und korpulente Menschen mit höherer Körpertemperatur häufiger geplagt sind.

EIn Versuch ist es wert: Tipps gegen Mücken

  • Stellen Sie - so vorhanden - einen Ventilator auf. Ihr für Mücken angenehmer Schweißgeruch verteilt sich so besser und die Plagegeister nehmen ihn nicht mehr so intensiv wahr.
  • Da kann natürlich auch Duschen helfen. Also: Bevor Sie ins Bett gehen oder abends den Urlaubsort erkunden, duschen Sie nochmal die köstlichen Duftstoffe ab.
  • Die Nähe von Wasser ist gefährlich - vor allem in der Dämmerung. Laue Sommerabende am See oder Fluss haben es in sich - auch was die Mückenplage angeht.
  • Ein skuriler Tipp: Lenken Sie die Mücken von Ihrer "Fährte" ab - mit einem Paar getragener Socken, die Sie in die Nähe des Bettes legen.
  • Auch mit der Kleidung können Sie unterstützen, dass Mücken nicht so auf Sie fliegen. Helle Kleidung ist besser als dunkle - zumal Sie darauf die Blutsuager besser sehen und zuschlagen können. Ein luftiges Sommerkleidchen oder die kurzen Shorts sollte man sich besser verkneifen. Auch wenn es schwer fällt: Bedecken Sie möglichst den ganzen Körper mit Kleidung.
  • Hände und das Gesicht, die sich schwerlich verpacken lassen, sollten mit einem Insekten-abweisenden Mittel eingecremt werden. Cremes sind besser als Sprays: Sie wirken besser und länger.

Bei einem Aufenthalt im Freien - zum Beispiel am Lagerfeuer oder beim Abendessen am Pool - können Insekten-abweisende Verdampfer oder Aerosole aufgestellt werden. In den Zimmern helfen Verdampfer oder Stecker.

Tipps für Mückenschutz auf der Reise

Chemie

Chemische Mittel zum Auftragen auf die Haut wirken meist sehr gut. Sie enthalten allerdings chemische Wirkstoffe wie DEET oder DMP, auf die man allergisch reagieren kann. Deshalb sollte man ein Mittel vorher an einer Hautstelle - zum Beispiel in der Armbeuge - ausprobieren und einige Zeit abwarten, bevor man es großflächig aufträgt. Grundsätzlich sollte man alle unbedeckten Hautstellen und die Übergänge zur Kleidung gut eincremen. Eine Milch ist dabei meist praktischer, weil man sie automatisch besser einmassiert als eine dünnflüssige Lotion. Der Wirkstoffgehalt muss in Europa nicht sehr hoch liegen: 10 Prozent DEET reichen aus. In den Tropen oder Asien müssen es allerdings schon 30 bis 40 Prozent Wirkstoffgehalt sein, damit man von den Blutsaugern verschont bleibt.

Sprays & Verdampfer

In der Wohnung wirken Insektensprays zwar zuverlässig, aber auch sehr aggressiv. Das gleiche gilt für die Elektroverdampfer, die mit Duftplättchen gefüllt und in die Steckdose gesteckt werden. Über diese Plättchen geben sie ständig Insektengift ab. Sowohl Spray als auch Verdampfer können Pyrethroide enthalten, die Kopfschmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühl auslösen können. Darüber hinaus können sich die chemischen Gifte monatelang in der Wohnung halten. Vor der Anwendung sollte man den Beipackzettel gründlich lesen. Die Verbraucherzentrale warnt: Verdampfer belasten den Organismus und sind für Allergiker und Kinder absolut ungeeignet.

Bio-Mittel

Unschädlich, dafür aber meist auch weniger wirksam, sind biologische Mittel zum Auftragen auf die Haut. Hauptwirkstoff sind ätherische Öle wie Zitrone, Zedernholz, Lavendel und Nelken. Das sind Gerüche, die Mücken nicht mögen. Die Anti-Mücken-Öle vertreiben lästige Plagegeister aber nur dann, wenn genügend andere Opfer zur Auswahl stehen: In diesem Fall bevorzugen Mücken denjenigen, der sich nicht mit einem biologischen Mittel eingerieben hat.

Vitamine

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Die Einnahme von Vitamin-B1-Tabletten soll gegen Mückenstiche helfen. Bewiesen werden konnten das bisher nicht. Einige Anwender sind der Ansicht, dass Vitamin B1 den Körpergeruch so verändert, dass Mücken die Nasch-Lust vergeht. Stechen sie dennoch zu, soll angeblich mit B1-Tabletten der Stich weniger jucken. Auch diese Wirkung ist bisher nicht einwandfrei belegt.

Hausmittel

Auf Mückenlichter und Aromalampen kann man sich nicht verlassen: Vor allem im Freien verpufft die Wirkung schnell. 100 Prozent biologisch und ungefährlich sind zudem alte Hausmittel wie Basilikum, Tomatenpflanzen und eine mit Nelken gespickte Zitrone. Im Schlafzimmer sollen sie Schnaken fernhalten. Ihre Wirkung ist jedoch fraglich.

Erste Hilfe bei Mückenstichen

Gegen eine leichte Schwellung und den Juckreit hilft es, die Stelle zu kühlen. Damit es erst zu diesen Reaktionen kommt, hilft das Gegenteil von Kühlen. Unmittelbar nach dem Stich sollte die Einstichstelle erhitzt werden - so hoch man es aushalten kann. Ein erwärmter Löffel, ein heißer Wasserstrahl oder ähnliches (Achtung: Verbrennungsgefahr) für einige Sekunden hilft, dass das Gift in der Wunde zerfällt und es gar nicht erst zu einer starken Schwellung kommt. Im Handel gibt es dafür auch spezielle Hitzestifte, die die Einstichstelle sekundenlang erhitzen (Vorsicht bei Kindern). Die helfen übrigens bei anderen Insektenstichen ebenso.

Anti-Mückenmittel mit auf die Reise nehmen

Anti-Mücken-Präparate, die im Ausland im Handel sind, können Giftstoffe enthalten. Man kann auch nicht sicher sein, ob sie genügend Wirkstoff enthalten. Deswegen sollte man alles Nötige zum Schutz vor Mücken oder zur Behandlung von Stichen besser mitnehmen, anstatt es vor Ort einzukaufen. Das gilt besonders bei Fernreisen, etwa nach Afrika oder Asien.

Mücken-Schutz unterm Netz

Unter einem Moskitonetz schläft man gut geschützt.

Vor allem in Malariagebieten ist es grundsätzlich besser, sich am Abend in mückengeschützten oder in auf unter 20 Grad klimatisierten Räumen aufzuhalten. Wer morgens nicht völlig zerstochen aufwachen möchte, sollte seinen Schlafplatz mit einem Moskitonetz schützen.

Beim Campen: nie einen Schlafplatz in der Nähe von Gewässern

Bei Touren im Freien gilt die Regel, den Schlafplatz nie in der Nähe von Gewässern, Gräben oder Wassertonnen einzurichten. Denn Mücken mögen's feucht - und warm. Hier läuft die Nachwuchsproduktion der Stechinsekten auf Hochtouren.


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