Sternstunden


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25 Jahre Sternstunden Sternstunden-Paten erinnern sich

Seit 1993 gibt es die Aktion Sternstunden und genauso lange gibt es auch schon den Adventskalender im BR Fernsehen. Jedes Jahr werden im Dezember insgesamt 24 Projekte vorgestellt - jeden Tag eines, das ein prominenter Pate in einem kurzen Fernsehbeitrag präsentiert und für das die Aktion Sternstunden Spendengelder sammelt.

Von: Andrea Gartner

Stand: 28.11.2018

Hinter dem ersten Türchen des Adventskalenders 1993 verbarg sich "Die Villa" vom Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie. 50.000 D-Mark spendete Sternstunden damals für den Bau.

Dr. Antje-Katrin Kühnemann war eine der ersten Paten eines Sternstunden-Projekts im Adventskalender 1993.

Die 'Villa' ist (k)ein Haus wie jedes andere. Dort können Eltern, Geschwister und andere Angehörige unterkommen, um die Patienten während ihres Aufenthaltes in der Klinik für Kinder-und Jugendrheumatologie zu unterstützen. Oftmals bleiben die Patienten für viele Wochen. Patin war damals die Ärztin und Moderatorin des BR-Gesundheitsmagazins "Die Sprechstunde", Dr. Antje-Katrin Kühnemann.

Auswahl der Paten

Immer zu Beginn des neuen Kalenderjahres treffen sich die Sternstunden-Projekt-Betreuer mit den Mitarbeitern vom BR, die den Adventskalender für das BR Fernsehen umsetzen. Frühzeitig wird geplant und überlegt: "Welche von den vielen Projekten wählen wir aus? Wer kann Pate sein und wofür?" Die kleinen Filme über die einzelnen Projekte laufen dann mehrmals täglich im BR Fernsehen und werden immer von einem prominenten Paten vorgestellt.

Carolin Matzko – neu dabei

So wurde 2017 Carolin Matzko, Co-Moderatorin von "Ringelstetter" erstmalig gefragt, ob sie für die Katholische Waisenhausstiftung die Adventskalender-Patin sein möchte. Sie hat mit großer Freude zugesagt. Nicht erst seit sie selbst Mutter einer bald sechsjährigen Tochter ist, liegt ihr die Aktion Sternstunden am Herzen. 2002 begann Carolin Matzko beim BR und seit damals hilft sie am Sternstunden-Tag als Freiwillige am Spendentelefon mit.

"Wenn es im Foyer des BR Funkhauses nach Würsteln riecht, Sternstunden einen Christbaum aufstellen und es überall nur so wuselt vor lauter Menschen, die hier mitmachen wollen – dann ist für mich Weihnachten!"

Carolin Matzko

In der Spendenzentrale im Münchner Funkhaus sitzen über den Tag verteilt neben vielen Ehrenamtlichen auch Prominente an den Spendentelefonen, unterstützt von Moderatoren aus Hörfunk und Fernsehen. Ein Marathon - von 6 Uhr morgens bis zum Ende gegen 23 Uhr nehmen sie alle Spendenanrufe entgegen.

Wenn es klappt, wird Carolin Matzko nächstes Jahr auch die Wohngruppe des Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef in Schrobenhausen besuchen - das Projekt, das sie als Patin begleitet. Dort wurde mit den Spendengeldern in Höhe von 200.000 Euro der Umbau einer heilpädagogischen Außenwohngruppe gefördert. Hier wohnen Kinder und Jugendliche, für die es zu Hause aus den unterschiedlichsten Gründen schwierig ist. Die Eltern sind vielleicht krank, die Jugendlichen haben Probleme – es funktioniert nicht mehr miteinander unter einem Dach. Dann ist es gut, wenn die Jugendlichen aus dieser Situation herausgeholt werden können und erst einmal woanders wohnen. Diese Fälle werden immer mehr und so mussten einige Jugendliche sich in den Wohngruppen das Zimmer teilen. Und das, obwohl die meisten von ihnen schon sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Sternstunden finanziert einen Neubau und gibt den Jugendlichen so mehr Raum - Raum, um sich zu entfalten und Raum, um sich wohl zu fühlen.

Ein "alter Hase" – Elmar Wepper

Elmar Wepper und Ute Willing

Der Schauspieler Elmar Wepper ("Polizeiinspektion 1", "Unsere schönsten Jahre", "Dreiviertelmond") ist seit 1996 ein fleißiger Helfer der Benefizaktion. Beim Sternstunden-Adventskalender macht er als Pate eigentlich immer mit, außer er ist ausgerechnet im Dezember mit Dreharbeiten beschäftigt. Und das war in den letzten 22 Jahren nur viermal der Fall!

Für das Projekt "Karo e.V." machte Elmar Wepper 2014 den Paten. Der Verein engagiert sich gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Oft sind es nur zehn Minuten mit dem Auto über die Grenze nach Cheb in Tschechien. Dort werden schon kleine Kinder den Freiern angeboten, unter Drogen gesetzt, um sie willig zu machen oder eine Flucht auszuschließen.

"Das sind dann sogar Familienväter, die haben hinten im Auto noch den Kindersitz von ihren eigenen Kindern. Das ist für mich unvorstellbar, nicht zu erklären und nicht zu entschuldigen. Unfassbar, dass wir als Gesellschaft so etwas aushalten. Deswegen unterstütze ich diesen Verein von Herzen gern."

Elmar Wepper

In der Suppenküche von Karo e.V. bekommen die Kinder nicht nur ein warmes Essen; dort gibt es auch Schutz und Hilfe für die Jungen und Mädchen und auch für deren Familien, damit Armut kein Grund mehr ist, diese Kinder in die Prostitution zu schicken. Sternstunden hat dieses Projekt damals mit 21.000 Euro unterstützt.

Elmar Wepper am Sternstunden-Stand

Früher stand Elmar Wepper auch in der Fußgängerzone in München und hat dort am Sternstunden-Stand verkauft. Dabei ist ihm aufgefallen, dass vor allem Jugendliche einen selbstgebastelten Stern kauften, für zwei D-Mark damals. Aber diejenigen, die schwer mit Tüten beladen am Stand vorbeigegangen sind, konnte auch er mit seinem Charme nicht überzeugen, eine Kleinigkeit für den guten Zweck zu geben. "Junge Leute helfen gerne!“ Und Elmar Wepper ist dabei besonders wichtig, dass es nicht auf die Höhe der gespendeten Summe ankommt. "Die Tat zählt, nicht die Summe!"

Elmar Wepper ist dieses Jahr auch wieder Gast in der Sternstunden-Gala am 14. Dezember in der Nürnberger Frankenhalle. Dort wird Prof. Dr. Monika Führer, Leiterin des Kinderpalliativzentrums am Klinikum der Universität München, von ihren langjährigen Bemühungen um Palliativ Care Teams berichten. Diese Teams begleiten unheilbar kranke, zum Teil im Sterben liegende, Kinder zuhause und unterstützen die Familien. Elmar Wepper hat viele bemerkenswerte Erfahrungen mit diesem Projekt gemacht. Als das Palliativ-Care Team 2008 vor zehn Jahren zum ersten Mal bei der Sternstunden-Gala dabei war, hat er spontan entschieden, dieses Projekt zu unterstützen.

Sternstundengala 2008

"Kinder, die wissen, dass sie gehen müssen, wollen nach Hause. Die wollen nicht in der Klinik bleiben. Sie wollen heim, zu ihren Eltern, den Geschwistern, in ihr Zimmer. Aber gerade die Versorgung von diesen schwerkranken Kindern ist auch medizinisch schwierig. Mit den Care Teams haben Familien nun Unterstützung bei allen Fragen."

Elmar Wepper

Nun konnte endlich mit einem Team für Unterfranken die letzte Lücke bei dieser Versorgung in Bayern geschlossen werden. Dank der langjährigen Unterstützung von Sternstunden sind Palliativ Care Teams jetzt in ganz Bayern im Einsatz.

Auch schon lange dabei: Ursula Heller

Seit rund 20 Jahren begleitet die BR-Moderatorin Ursula Heller ("Kontrovers", "Rundschau" uvm.) die Aktion Sternstunden. Sie war schon für viele verschiedene Projekte Patin. Zwei davon sind ihr ganz besonders ans Herz gewachsen: Hilfe für überlastete Mütter von der Caritas Nürnberg und "care for rare". Aufgeschlagene Knie, Schlüsselbeinbrüche oder Gehirnerschütterungen – das sind Dinge, die für Kinder in dem Moment zwar schmerzhaft sind, die in der Regel aber folgenlos verheilen. Doch was, wenn der Nachwuchs Symptome zeigt, bei denen selbst der Arzt ratlos ist? Vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer der bis zu 8000 seltenen Krankheiten. Das sind immerhin fünf Prozent. Die meisten der seltenen Erkrankungen sind ganz oder teilweise genetisch bedingt. Bis zur korrekten Diagnose vergehen oft Jahre. Die Chancen, dass gerade für dieses oder jenes Leiden nach Ursachen und Therapien gesucht werden, sind gering, da Forschung und Zulassung von Medikamenten, die selten verkauft werden, aufwendig und teuer sind. Heilung gibt es also nur selten.

"Eine Lobby für diese Kinder zu schaffen, das finde ich toll. Wir konnten mit Sternstunden da kräftig mitanschieben!"

Ursula Heller

2012 gab die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks dafür die Fördersumme von 192.000 Euro, mit dem das Haunerschen Kinderspital der LMU München die Erstausstattung des Care-for-Rare Centers mitfinanzierte.

"Eine Motivation, die Aktion Sternstunden zu unterstützen, ist auch das Wissen, dass ich mit meinen drei gesunden Kindern großes Glück hatte. Und deshalb helfe ich gerne allen anderen, die qua Geburt oder Gesundheit mit Einschränkungen zu kämpfen haben."

Ursula Heller

In Nürnberg hat Ursula Heller auch selbst schon bei einem ihrer vielen Paten-Projekte vorbeigeschaut: Der Sozialdienst katholischer Frauen Nürnberg-Fürth e.V. errichtete mit Hilfe von Sternstunden einen Neubau in Nürnberg, der zur stationären Aufnahme psychisch kranker Mütter mit ihren Kindern dienen wird. Parallel dazu schafft der Caritasverband Nürnberg e.V. - auch mit Unterstützung von Sternstunden - direkt angrenzend eine Einrichtung für ambulant betreutes Wohnen, in der psychisch kranke Mütter mit ihren Kindern aufgenommen werden.

"Das ist wie ein Fieber, das alle anpackt, die dabei mithelfen. Und danach ist es erst einmal schwer loszulassen, weil es so viele intensive, nette, fröhliche oder auch traurige Gespräche sind."

Ursula Heller

Auch dieses Jahr sitzt Ursula Heller wieder am Spendentelefon – am 14. Dezember, dem Sternstunden-Tag 2018. Von 10 bis 11 Uhr nimmt sie Anrufe entgegen - und wer weiß, vielleicht kommt Ihr Anruf ja bei Ursula Heller an?

So erreichen Sie die Spendenzentrale

Unter der Telefonnummer 0137 / 10 10 200 werden in der Zeit von 06.00 bis 23.00 Uhr Spendenanrufe entgegengenommen. Ein Anruf kostet 14 Cent, Mobilfunkpreise können abweichen.


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