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NaturVision Film Festival 2021 "Festmahl der Tiere" gewinnt deutschen Filmpreis Biodiversität

Ein Tierfilm über Tod und Verwesung – echt jetzt? Das will doch keiner sehen. Ja, da ist was dran, leider. Zumindest mit Blick auf die TV-Quote. Doch der filmische Blick auf die unglaublichen Abbauprozesse ist nun preisgekrönt. Und wer als Zuschauer oder Zuschauerin den anfänglichen Ekel überwindet, gewinnt eine Menge Einsichten. Oder hätten Sie gedacht, dass der Totengräberkäfer kleine Fleischpakete aus einem Mauskadaver zaubert, damit der Nachwuchs gut versorgt ins Leben starten kann?

Von: Christine Peters, Tiere und Natur

Stand: 21.07.2021

Die Zuschauer haben es bislang nicht goutiert, weder im BR, noch in der ARD. Und auch bei Arte kam die Doku leider nur knapp unter Schnitt.

Auf dem internationalen Naturvision Filmfestival am 15. Juli 2021 (auch in diesem Jahr online) hat das "Festmahl der Tiere", der Schrecken der Programmplanung, nun die Auszeichnung Filmpreis Biodiversität erhalten. Ein Trost und vielleicht auch ein Hinweis, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk (auch aber) nicht nur der Quote dienen sollte?

Jurybegründung Preisträger: "Festmahl der Tiere”

Was geschieht mit einem Lebewesen, das in den Tiefen eines Waldes stirbt?
Im Nationalpark Bayrischer Wald wird wissenschaftlich erforscht, welche Rolle Kadaver in einem Ökosystem spielen. "Festmahl der Tiere" zeigt in detailreichen, ungeschönten – aber auch sehr ästhetischen Bildern, wie die toten Tiere verwertet werden, wie aus ihnen neues Leben entsteht und welch großen Nutzen sie für die Biodiversität haben.

Es mag sein, dass manche Bilder für die Zuschauerinnen und Zuschauer eine Herausforderung sind. Der spielerische Einsatz von Musik, die klare Sprache, die spannenden Informationen und die fesselnde Geschichte machen aber eine anfängliche Scheu schnell vergessen.
Die Macherinnen und Macher hatten den Mut, ein vermeintlich unpopuläres Thema aufzugreifen und schafften es auf großartige Weise dem Thema Tod und Verwesung eine neue, faszinierende Dimension abzugewinnen.
Der Preis in der Kategorie "Deutscher Filmpreis Biodiversität" geht an die Regisseure Daniela Pulverer und Boris Raim.

Das sagen die Macherinnen selbst über ihren Film

NaturVision hat ein Filmgespräch mit Autorin Daniela Pulverer und Produzentin Annette Scheurich geführt und als Video zur Verfügung gestellt. Kucken Sie sich rein.

Stabliste  
Buch und RegieDaniela Pulverer, Boris Raim 
KameraKlaus Scheurich (DOP)
Zusätzliche AufnahmenMichael Genter Andres, Dr. Brandon Barton, Wilder Aidan Nicholson, Aaron Schwab, Dr. Milan Novak
SchnittMarlon Wilson
MusikOliver Heuss
Tonbearbeitung und MischungOliver Engelhardt
SprecherinFranziska Ball
ProduktionAnnette Scheurich
RedaktionChristine Peters, BR Katja Ferwagner, BR-Arte
LeitungChristine Peters
Produziert vonMarco Polo Film AG in Co-Produktion mit BR und Arte

"Mein erster Gedanke war: Wer will das sehen? Filme über den Tod sind schon nicht einfach, aber ein Film über einen 'Leichenschmaus' (im wahrsten Sinne des Wortes!), ist das nicht eklig? Dann das Exposé: die Lektüre hat mich neugierig gemacht. Und als ich die ersten Bilder sah, war ich fasziniert von den arbeitsteilig organisierten tierischen Aufräumarbeiten, die nicht unästhetisch waren und sogar etwas Würdevolles hatten. Toll, wie die Natur das organisiert hat! Und toll, dass die Redaktion das nicht einfache Thema aufgegriffen und so meisterhaft umgesetzt hat! Kompliment und Gratulation!"

Werner Reuß, Programmbereichsleiter Wissen und Bildung

Wer traut sich?

Eine Dreiviertelstunde über den allgegenwärtigen Tod, der recht lebendig mitunter daher kommt. Nämlich dann, wenn ein toter Körper zum Festmahl anderer Tiere wird. Wer sich traut, schaut hier also gern einfach mal rein!

Weitere Nominierungen:

  • Deutscher Naturfilmpreis 2020 (Darß, Deutschland)
  • Innsbruck Nature Film Festival 2020 (Innsbruck, Österreich)
  • Matsalu International Film Festival 2020 (Matsalu, Estland)
  • International Festival of Science Documentary Films Olomouc 2021 (Olomouc, Tschechische Republik)
  • Gödöllö International Nature Film Festival 2021 (Gödöllö, Ungarn)

Die Koproduktion wurde mittlerweile auch nach China lizenziert, nach Vietnam und an die MENA (Middle East and North Africa).


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