Unternehmen - Der BR


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Historisches Archiv - Fundstücke Folge 22: Der BR als "Haus der tüchtigen Frauen"

Stand: 21.01.2013

In den 50ern gehörten Frauen noch hinter den Herd. Doch beim Bayerischen Rundfunk leiteten sie bereits Redaktionen. Eine Zeitschrift berichtete damals über das „Haus der tüchtigen Frauen“ – das Historische Archiv zeigt uns dieses Fundstück.

„ … und Sie werden mit Erstaunen festgestellt haben, dass der Schulfunk zum Beispiel von einer Frau geleitet wird. Posten, die natürlich ebenso von einem Mann besetzt sein könnten“. So heißt es im Fundstück aus dem Historischen Archiv, einem Artikel vom Februar 1950 aus dem „Regenbogen, der Zeitschrift für die Frau“.

Nur mit Erlaubnis des Mannes

Die 1950er-Jahre sind noch nicht die Zeit der Emanzipation oder der Frauenbewegung. Noch bis 1977 brauchte die Frau die Erlaubnis ihres Ehemannes für eine Berufstätigkeit. Ungewöhnlich scheint daher die Situation beim Bayerischen Rundfunk kurz nach Kriegsende, wie der Artikel „Im Hause der tüchtigen Frauen“ zeigt. Frauen auf (fast) allen Ebenen, von der Redaktionsleiterin bis zur Chefin vom Dienst oder der Reporterin.

Ideale Einstiegsmöglichkeiten

In den Jahren von 1945 bis 1949, als der Rundfunk in Bayern unter amerikanischer Kontrolle stand, waren die Einstiegsmöglichkeiten für Frauen nahezu ideal. Das Personal des Reichssenders München wurde nach dem Krieg größtenteils nicht übernommen. Das neue Motto war „Demokratisierung“ und dafür brauchte es neue, unbelastete Mitarbeiter und eben auch Mitarbeiterinnen. Nach diesen ersten Jahren des Aufbruchs herrschte allerdings wieder Stillstand für die Frau in einer Führungsposition. Erst in den 1960er Jahren wurde mit Gertrud Simmerding eine Frau Redaktionsleiterin beim Bayerischen Fernsehen, in den 1970er übernahm Gustava Mösler die Leitung der Redaktion Wissenschaft im Hörfunk.


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