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Historisches Archiv - Fundstücke "Rundfunk ist für mich Erholung"

So lautete das Motto von Reichspräsident Paul von Hindenburg in den 1920er Jahren. Deshalb richtete er sich in seinem Palais in Berlin eine der modernsten Empfangsanlagen ein. Als eifriger Rundfunkhörer wollte er aber auch in seiner Sommerfrische in Bayern, in Dietramszell, nicht auf den Rundfunk verzichten.

Stand: 27.05.2020

Katze beim Schwarzhören | Bild: BR/ Historisches Archiv

Im Schloss seiner Gastgeberfamilie von Schilcher ließ er sich eine eigene Anlage aufbauen: den neuesten Telefunken-Empfänger "Gamma", ein 5-Röhrengerät, das auch den Empfang aller auswärtigen Stationen gewährleistete. Der Empfänger arbeitete mit gewöhnlicher Lichtantenne und einem "Arcophon" als Lautsprecher. So beschrieb es der Artikel in der Bayerischen Radiozeitung vom September 1927.

Hindenburgs Radioanlage in Dietramszell

In Dietramszell interessierte sich Hindenburg als Jäger vor allem für den täglichen Wetterbericht. Als er ihm für Sonntag, den 27. August 1927, gutes Wetter versprach,  wurden die Jagdvorbereitungen getroffen, und Hindenburg konnte im Revier Kreuth einen "kapitalen" Gemsbock erlegen.

Salonwagen von Kemal Atatürk

Auch der türkische Präsident Mustafa Kemal Pascha – oder Mustafa Kemal Atatürk - gehörte zu den Radiopionieren und ließ sich in seinem Salonwagen Lautsprecher und Empfänger in die Wand einbauen, um sich mit den neuesten Nachrichten zu versorgen. Atatürk war der Begründer der Republik Türkei und von 1923 bis 1938 erster Präsident der modernen Republik.

Weltweite Hörszenen aus dem Jahr 1927

Das neue Medium verbreitete sich weltweit, von Japan bis Amerika, wie die Hörszenen aus der Bayerischen Radiozeitung von 1927 zeigen. Selbst australische Buschmänner übten sich in der Kunst des Radiobastelns.


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