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Frankenschau Von Franken für Franken

In einem engen Container fing die Frankenschau-Redaktion vor 40 Jahren an, erstmals eine Sendung von Franken für Franken zu produzieren. "Nah an den Menschen" - das war und ist das Motto des wöchentlichen Regionalmagazins - auch wenn die Redaktionsräume mittlerweile etwas größer geworden sind.

Von: Nannette Stegner, Studio Franken

Stand: 28.09.2018

Frankenschau-Moderatorin Dagmar Fuchs | Bild: BR

Das Fernsehstudio in Nürnberg 1978

Die 1970er Jahre. Der gesellschaftliche Druck, besonders aus Franken, ist groß. In der Nürnberger Fernsehredaktion stapeln sich die Briefe. "Mehr fränkische Imagepflege im feindlichen Ausland südlich der Donau!" "In München ist das Sensorium für die fränkische Mentalität … nicht sehr entwickelt." Das Gefühl der Benachteiligung gegenüber der weiß-blauen Übermacht sitzt tief.

Prompt kontert so manch Münchner Redakteur: Das sei doch ein "Frankenkomplex"!

Die Franken in Bayern integrieren

Manfred Boos, Leiter Fernsehredaktion Nürnberg 1974 bis 2000

Nürnbergs damaliger Fernsehchef, Manfred Boos, schreibt über die zahlreichen Forderungen aus Frankens Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die an das Bayerische Fernsehen herangetragen werden: "Kein Zweifel, das Frankenprogramm wird als Kommunikationsfaktor zur fränkischen Integration bewertet."

Näher an der Heimat

BR-Intendant Reinhold Vöth mit Nürnbergs Fernsehchef Manfred Boos 1978

Der damalige BR-Intendant Reinhold Vöth behält das gesamtbayerische Publikum im Blick. Für die Hörerinnen und Hörer am Radio wird der Hörfunk bereits seit den 1960er-Jahren mit immer mehr Regionalstudios ausgebaut.
Auch im Fernsehen sei das Ziel, "mehr Ereignisse im Programm zu berücksichtigen und die engere Heimat mehr und stärker in unserem Programm sichtbar werden zu lassen."

In Franken daheim

Von nun an bekommt Franken im BR ein Gesicht. Die ersten Luftaufnahmen vom Aschaffenburger Schloss und der Würzburger Festung Marienberg sorgen für Aufsehen. Selbst Themen im "Zonenrandgebiet" an der DDR-Grenze werden plötzlich vom Licht der Scheinwerfer erhellt. Die Mischung aus kritischen Hintergrundberichten, fränkischer Küche, Kunst und Kultur bis hin zur Unterhaltung mit den Mundart-Glossen erobert sich einen festen Platz im Wohnzimmer. Am Sonntagabend noch vor Tagesschau und Tatort heißt es nun: TV-Programm aus Franken für Franken in der Frankenschau.

Mit den Menschen im Gespräch

In 40 Jahren durchlebt die Frankenschau mit ihren Zuschauerinnen und Zuschauern bewegte Zeiten. Tschernobyl, Waldsterben, Tiefflieger und die Grenzöffnung. In Mittelfranken gehen Wirtschaftsimperien wie Grundig, AEG und Quelle unter. Die Schließungen der Porzellan- und Textilbetriebe in Oberfranken hinterlassen tausende Arbeitslose. In Unterfranken durchläuft die Metallbranche eine Talsohle.

Mit Live-Sendungen vor Ort, Interviews mit Bürgern, Politikern und Fachleuten, mit Reportagen und Hintergrundberichten sind die Reporterinnen und Reporter aus den Studios in Nürnberg und Würzburg nahe bei den Menschen und Themen. Trotz des Wettbewerbs mit privaten Lokalsendern kann sich das "gesamtfränkische" Konzept behaupten.

Die Frankenschau bekommt Verstärkung

Logo der Frankenschau in den 1970/80er-Jahren | Bild: BR

Logo der Frankenschau in den 1970/80er-Jahren

Die 1990er Jahre. Überzeugt vom Erfolg des ersten Regionalsplittings von Frankenschau und Schwaben & Altbayern bauen die BR-Verantwortlichen die Nord- und Südschiene des Programms auch in der Aktualität weiter aus. Ab 1994 sendet die gesamtbayerische Abendschau an jedem Werktag einen aktuellen Teil aus dem Studio Franken in Nürnberg.

Heute bilden die beiden regionalen Fernsehsendungen aus Franken ein gemeinsames Angebot. Werktags um 17.30 Uhr berichtet die Frankenschau aktuell über alles, was in den drei fränkischen Regierungsbezirken passiert. Am Sonntag um 17.45 Uhr gibt es in der Frankenschau Hintergrundberichte, Reportagen und Unterhaltung. Wie gewohnt, seit 40 Jahren.

Ins Land der Franken schauen

Heute. In dem modernen Fernsehstudio in Nürnberg ermöglicht die Technik großflächige Projektionen von Bildern und Videos. So können die Zuschauerinnen und Zuschauer während der Sendung buchstäblich "ins Land der Franken schauen".

Geblieben ist der bewährte Themenmix und die Grundaufgabe der beiden Regionalmagazine Frankenschau und Schwaben & Altbayern: mit dem Fokus auf den regionalen Besonderheiten sollen sie die ganze Vielfalt Bayerns zeigen. Ein Programm, in dem sich alle Menschen im Freistaat wiederfinden und das interessant und unterhaltsam durch den frühen Abend führt.


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