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Sprecher-Portrait Susanne Alt

Geboren 1986 in Nürnberg, aufgewachsen in den wilden oberfränkischen Highlands. Zweisprachige Erziehung auf Hochdeutsch und Fränkisch genossen, die mir bis heute (nicht nur für meine Arbeit) von unschätzbarem Wert ist.

Stand: 15.03.2015

Susanne Alt | Bild: BR/ Henry Lai

Die Weichen für meine Liebe zum Radio wurden mit Sicherheit schon gestellt, als ich selbst noch gar nicht sprechen konnte.
Meine Mutter hat mir jeden Abend etwas vorgesungen, später vorgelesen und mich schon früh mit Hörspielkassetten versorgt, insbesondere mit der Reihe „Klassik für Kids“, die der Dirigent und Pianist Justus Frantz auf liebevolle und kindgerechte Art eingesprochen hat.
Meine erste Kassette erzählte das Leben von Vivaldi, die zweite das von Mozart, es folgten Beethoven, Chopin und Schumann. Vor ein paar Jahren habe ich mir zur Vervollständigung meiner Sammlung auch noch die restlichen Kassetten (ja, man höre und staune!) von J.S. Bach, Brahms, Händel und Tschaikowsky besorgt. Ob Sie es glauben oder nicht, aber die Kassetten, die ich von klein auf gehört hatte, kann ich bis heute Wort für Wort mitsprechen.

Wie nicht wenige meiner BR-SprecherkollegInnen habe auch ich vier Jahre lang Sprechkunst mit Schwerpunkt Mediensprechen an der Stuttgarter Musikhochschule studiert. Ein Konglomerat, in dem alles zusammenkam: Musiker und Sänger aus allen Bereichen (Klassik, Jazz, Pop, Neue Musik, Elektronische Musik), Figurentheaterspieler, Schauspieler und wir Sprecher. Für mich ein Studium, in dem sich alles gegenseitig befruchtet hat und man den Raum hatte, sich auszuprobieren. Auch den Raum, Fehler machen zu dürfen.

Von allen Ausdrucksmöglichkeiten, die ein Individuum hat, ist die Stimme das mit Abstand persönlichste und möglicherweise echteste Kommunikationsmittel. In der Stimme schwingt alles mit, Emotionen, Nähe, Distanz, Absicht und Art der Verbindlichkeit. Die Stimme ist unser akustischer Fingerabdruck und unser ursprünglichstes Mittel, uns auszudrücken mit allem was wir mitbringen.

Noch während meines Studiums habe ich an einem Wettbewerb teilgenommen, den Klassik Radio damals ausgeschrieben hatte und diesen Wettbewerb als „Neue Stimme 2013“ gewonnen. Daraufhin habe ich dort mein Volontariat absolviert und in dieser Zeit von der Pike auf gelernt, was Radio machen heißt und wie sehr ich es liebe.

Nachdem ich ein halbes Jahr dort moderiert hatte, kam ein Anruf vom Bayerischen Rundfunk: ob ich nicht das Studio Franken verstärken wollte als Sprecherin und Moderatorin. Damit hat sich für mich ein Traum erfüllt – meine Bewerbungsunterlagen für den BR lagen nämlich schon bereit.

Zum Abschluss noch eine Sache ...

Jeder hat seine sprachlichen Wurzeln, und ich fände nichts bedauernswerter als das Aussterben von Dialekten. Wenn man fernab von zuhause jemanden trifft, der aus der gleichen Gegend kommt wie man selbst und sich mit ihm im gemeinsamen Dialekt unterhalten kann, ist das das wirksamste Mittel gegen alle Ausprägungen von Heimweh und Weltschmerz. Außerdem offenbart sich im Dialekt auf vielleicht ehrlichste Art, welcher Mensch einem gegenüber steht. Genauso wie durch den Klang der Stimme.

Ich habe noch nie so deutlich gespürt, dass ich aus den „Südstaaten“ komme, wie in der Zeit, als ich in Hamburg war. Dass ich nun wieder ganz zuhause sein UND bei meinem Lieblingssender arbeiten darf, empfinde ich als großes Geschenk.

Auf Sendung:

ARD-Nachtnachrichten auf Bayern 2, Bayern 3, BR-KLASSIK, BR Heimat und Bayern plus.
Außerdem moderiere ich regelmäßig Tagessendungen auf BR-KLASSIK und das ARD-Nachtkonzert.
Daneben darf ich auch die Overvoice-Stimme in Hörfunkbeiträgen sein und für Bayern 2 als Autorin und Sprecherin arbeiten.


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