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Informationsdirektor Thomas Hinrichs Mit Leidenschaft Journalist

Thomas Hinrichs hat beim Bayerischen Rundfunk am 1. Mai die neu eingerichtete Informationsdirektion übernommen. Er ist von Hamburg nach München gekommen, wo er Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell war.

Stand: 01.05.2014

Neuer Informationsdirektor des BR | Bild: BR/Markus Konvalin

"Von seinem Erfahrungsschatz werden wir bei unserer trimedialen Reform sehr profitieren", sagte BR-Intendant Ulrich Wilhelm bei Hinrichs Berufung durch den Rundfunkrat. In Hamburg war Hinrichs für die Tagesthemen zuständig und positionierte ARD-aktuell als erfolgreichen Nachrichtenanbieter. In München sollen nun unter Hinrichs Leitung aktuelle Redaktionen aus den Bereichen Hörfunk, Fernsehen und Online zusammengefasst sowie das multimediale Aktualitätenzentrum in Freimann im Rahmen der trimedialen BR-Reform aufgebaut werden.

Persönliches

Geboren 1968
in Aurich-Sandhorst, Niedersachsen,
verheiratet, zwei Kinder

Thomas Hinrichs sei mit Leidenschaft Journalist, habe höchste Nachrichtenkompetenz und trage seit langem Personalverantwortung. Dies seien die besten Voraussetzungen für seine neuen Aufgaben als Informationsdirektor, so Wilhelm. Als einer der beiden Chefredakteure bei ARD-aktuell habe er mit seinem Team das Weltgeschehen täglich für ein Millionenpublikum aufbereitet und im Internet zugleich die Marke Tagesschau gefestigt. Diese Erfahrungen werden Hinrichs nun bei seinen neuen Aufgaben in München helfen.

"Informationen müssen relevant sein, verständlich aufbereitet für das Publikum, schnell zugänglich und vor allem glaubwürdig. Es geht darum, verlässliche Orientierung zu schaffen in dem unüberschaubaren Strom aus Nachrichten, Posts und Tweets...."

Thomas Hinrichs

Vom Norden in den Süden und zurück

Hinrichs studierte Geschichte, Germanistik, Politik und Publizistik in Göttingen, am Amherst College in Massachusetts und in München. Seit 1990 arbeitete er neben dem Studium als freier Mitarbeiter bei verschiedenen ostfriesischen Zeitungen und Magazinen. Seine ersten Kontakte zum Fernsehen hatte Hinrichs 1993 als Hospitant im ZDF-Landesstudio Bremen, 1995 war er bei Deutsche Welle TV in Washington D.C. als freier Mitarbeiter tätig. Beim BR startete er seine Karriere 1995 als freier Mitarbeiter im Ressort Innenpolitik und Zeitgeschehen, 1996 wurde er Redakteur beim Nachrichtenmagazin Report München.

Thomas Hinrichs bei ARD-aktuell

Ende 1997 wechselte Hinrichs dann als TV-Korrespondent ins ARD-Studio Bonn, ab 1999 arbeitete er als Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin. In den Jahren 2004 und 2005 leitete Hinrichs die BR-Redaktion "ARD-Mittagsmagazin " bevor er zum 1. Januar 2006 als Zweiter Chefredakteur nach Hamburg zu ARD-aktuell kam und unter anderem für die Tagesthemen verantwortlich war.

In seiner künftigen Funktion als Informationsdirektor ist Hinrichs für den Programmbereich "B5 aktuell – Politik und Wirtschaft", den Programmbereich "Politik" und den Programmbereich "Sport und Freizeit" verantwortlich. Auch die Redaktion Telemedien wird ihm zugeordnet sein.

Drei Fragen an Thomas Hinrichs

Mit der neuen Informationsdirektion bündelt der Bayerische Rundfunk erstmals Bereiche aus Hörfunk und Fernsehen unter einem Dach - ein wichtiger Schritt hin zum trimedialen BR. Was sehen Sie als Ihre wichtigste Aufgabe bei der Zusammenführung der verschiedenen Redaktionen?
Es muss uns gelingen, optimalen Nutzen für unser Publikum aus der vielfältigen, journalistischen Kompetenz zu ziehen, die wir als BR an vielen Stellen tagtäglich erarbeiten. Alle Menschen gleich welchen Alters so zu informieren, dass sie teilhaben können am gesellschaftlichen Diskurs muss das Ziel sein, dem sich alles unterzuordnen hat. Wir haben eine Dienstleistung zu erbringen. Im digitalen Zeitalter müssen wir dabei Grenzen überwinden: zwischen den Medien und in unseren Köpfen. Auch technisch müssen wir uns so aufstellen, dass wir noch mehr miteinander arbeiten und nicht nebeneinander.

Haben Sie ein bestimmtes Vorbild? Orientieren Sie sich an anderen Rundfunkanstalten?
Der Bayerische Rundfunk ist etwas ganz besonderes. Tradition und Moderne, Verwurzelung in der Bevölkerung, das ist einzigartig. Ich möchte, dass wir selbst zum Vorbild werden und an der Spitze der Entwicklung unterwegs sind. Aber wir müssen nicht alles neu erfinden, nicht jeden Fehler machen, den andere schon gemacht haben. Ich werde mit meinem Team weltweit schauen, wo es "best practises" gibt, die uns helfen. Man findet sie für die unterschiedlichen Bereiche bei der BBC, in Skandinavien, auch innerhalb der ARD. Aber eine Blaupause gibt es nicht. Wir müssen selber ran.

Sie ziehen nun mit der ganzen Familie von Hamburg nach München. Was werden Sie im hohen Norden vermissen und auf was freuen Sie sich ganz besonders hier im Süden?
Ich verlasse ein großartiges Team bei ARD aktuell. Wir sind einen langen Weg zusammen gegangen. Das war anstrengend, aber erfüllend und erfolgreich. In München freue ich mich auf alte Kolleginnen und Kollegen von früher, vor allem aber auf mein neues Team. Sehr gute Leute, alle aus dem BR, das wird klasse. Meine Familie hat sich in Hamburg sehr wohl gefühlt, jetzt freuen wir uns aber alle, meine Frau und die beiden Kinder, sehr auf München. Wir lieben die Berge, den Fußball und Weißwurst mit Brezn. Da gibt es kaum einen besseren Ort, oder? Es ist nur schade, dass das Meer so weit weg ist. Aber die Seenlandschaft hat ja auch was.


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