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Rosenheim-Korrespondentin Melanie Marks Wenn Händler Kisten über die Grenzen schieben

(Fast) alles dicht?! Gerade in einer Grenzregion hat die Corona-Pandemie besondere Auswirkungen. Melanie Marks, Korrespondentin im BR-Studio Rosenheim, über ihren Alltag in der Krise.

Von: Michael Peer, Ursula Zimmermann (Unternehmenskommunikation)

Stand: 24.04.2020

Frau (Melanie Marks) mit Kamera filmt bei Interview mit zwei Frauen | Bild: privat

Frau Marks, wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Wochen verändert?

Die Arbeit hat sich in zwei Bereichen wesentlich verändert. Einerseits sind das die Produktionsbedingungen, die von den Schutzvorkehrungen bestimmt werden. Interviews mit Abstand und Tonangel, Frischhaltefolie um das Mikrofon, Desinfektionsmittel und Mundschutz.

Andererseits ist es die Themenlage. Es kommt täglich ein Fluss neuer Nachrichten, fast jede in Verbindung mit Corona. Ein Beispiel sind Absagen von Veranstaltungen, Betroffenheit von Läden, Unternehmen oder Initiativen der Solidarität.

Bei all den Veränderungen, die derzeit Ihren Arbeitsalltag bestimmen, gibt es in Ihrem Berichtsgebiet eine besondere Herausforderung?

Unsere Korrespondentin in Rosenheim

Melanie Marks ist mit Dagmar Bohrer-Glas und Julia Binder Korrespondentin im BR-Studio Rosenheim und berichtet täglich aus der Region. Mehr Infos zum Studio gibt es hier.

Die oben beschriebenen Veränderungen sind wohl für alle eine Herausforderung. Bei den vielen Meldungen müssen wir den Überblick behalten, gewichten, zusammenfassen. Bei aller persönlichen Betroffenheit müssen wir die journalistische Distanz wahren.

In den Landkreisen Rosenheim und Miesbach kommen speziell noch die geschlossenen Grenzübergänge hinzu. Zwei Beispiele: der Kleine Aschauer Ortsteil Sachrang liegt direkt an der Grenze. Im Kreis von 20 Kilometer gibt es keinen Supermarkt, regionale Bauern, auch aus Österreich, liefern an einen kleinen Dorfladen, um die Versorgung zu sichern. Weil der kleine Grenzübergang aber zu ist, müssen sie jetzt die Kisten über die Grenze schieben. Interviews müssen wir uns darüber auch "zuschreien".

Das zweite Beispiel: Die Handelsströme in der Holzbranche (Bayern-Österreich-Italien) sind gestört. Normalerweise hätte ich für den Beitrag deswegen gerne eine Holzlieferung in die Österreichischen Sägewerke in Tirol begleitet. Das wäre aber nur mit aktuellem Attest möglich gewesen und unter der Voraussetzung, dass ich danach zwei Wochen in Quarantäne ginge. Wir mussten deswegen in einem deutschen Sägewerk drehen. 

Gibt es auch erfreuliche Aspekte derzeit?

Es gibt deutlich weniger Verkehr. Ich lebe in München und pendle nach Rosenheim. Jetzt brauche ich gerade knapp 15 Minuten weniger, weil so wenig los ist. Das darf gerne so bleiben!


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