Unternehmen - Menschen


7

Mindelheim-Korrespondent Florian Regensburger "Ich frage mich, was sich unser Nachbar wohl denkt"

Kleiderschränke sind zu Corona-Zeiten nicht zum Verstauen da - sondern manchmal auch Not-Sprecherkabinen. Florian Regensburger, Korrespondent im BR-Studio Landsberg-Mindelheim, über seinen Alltag in der Krise.

Von: Michael Peer, Ursula Zimmermann (Unternehmenskommunikation)

Stand: 05.05.2020

Florian Regensburger | Bild: Florian Regensburger

Herr Regensburger, was hat sich in Ihrem Alltag verändert?

Auch bei Freiluft-Drehs gilt: Abstand halten!

Einiges. Der Mundschutz ist im Auto immer an Bord, ebenso eine Frischhaltefolie zum Einpacken des Ploppschutzes und ein Mikrofonstativ. Interview-Drehs machen wir – sofern auch dem Thema angemessen – nach Möglichkeit im Freien; so wie zuletzt bei einer Gewässerrenaturierung an der Günz im Unterallgäu, wo sich der Dreh an der frischen Luft ja ohnehin anbietet.

Was ist derzeit die größte Herausforderung?

Technisch sind wir gut ausgestattet, auch was den Infektionsschutz angeht. Zum Beispiel ermöglicht das Funkmikrofon auf einem Stativ Interviewaufnahmen in guter Tonqualität, ohne dass man Gesprächspartnern nahe kommen müsste, um sie etwa zu verkabeln. Die größere Herausforderung ist derzeit, Themen zu finden, die nichts mit dem Coronavirus zu tun haben.

Unser Korrespondent in Mindelheim

Florian Regensburger berichtet zusammen mit Peter Allgaier aus dem BR Studio Landsberg-Mindelheim. Mehr Infos zum Studio gibt es hier.

Da muss man sowohl inhaltlich als auch technisch erfinderisch sein ...

... ja, und manchmal frage ich mich im Homeoffice, was unser Nachbar sich wohl denkt, wenn er mich vom Fenster gegenüber aus in meinen Kleiderschrank hinein sprechen sieht ...

Gibt es Vorbehalte? Ist es nun schwerer jemanden zu interviewen?

Interviewpartner fragen teilweise schon bei der Terminvereinbarung, wie wir den Infektionsschutz gewährleisten. Daran gescheitert ist bisher aber kein Beitrag.

Gibt es im Gegenteil positive Reaktionen, dass Ihre Arbeit gerade jetzt sehr wichtig ist?

Ja, etwa beim Dreh mit einem Arzt – schon vor einigen Wochen, als die Lage bezüglich der Ausbreitung des Virus scheinbar noch etwas unklarer war, als jetzt – hat dieser sich sehr positiv darüber geäußert, was die Rolle der Medien bei der Kommunikation von Infektionsschutzvorkehrungen angeht.

Gibt es nur noch Corona-Themen?

Im Gespräch mit Menschen außerhalb des Medienbetriebs gewinnt man den Eindruck, dass es zumindest den Wunsch nach mehr Nicht-Corona-Themen gibt.

Bringt diese Zeit auch etwas Gutes für Sie?

Die Berührungsängste mit dem mobilen Arbeiten, wo auch immer man gerade ist, scheinen abzunehmen – auch wenn es manchmal technisch noch etwas hakt, etwa bei der Übertragungsgeschwindigkeit von Videos.


7