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US-Journalistenpreis Philip Meyer Award für BR Data

Die Datenjournalisten des BR sind in Chicago bei den Philip Meyer Awards 2018 mit dem dritten Platz ausgezeichnet worden. Der Preis gilt in den USA als wichtigste Ehrung für datenjournalistische Projekte. BR Data hat damit für ein Novum gesorgt: Zum ersten Mal ging ein Award an ein Team, das nicht aus den USA stammt.

Von: Robert Schöffel (BR Data)

Stand: 12.03.2018 | Archiv

Philip Meyer Award | Bild: BR

Ein Saal voll mit 1.000 Datenjournalisten, das kann es nur auf der NICAR geben. Die Konferenz ist ein Pflichttermin für alle Journalisten in den Vereinigten Staaten, die investigativ mit Daten arbeiten oder Computer-gestützte Recherchen betreiben – darunter mehrere Gewinner des Pulitzer Prize. Vor dieser Kulisse wurde BR Data in Chicago mit dem dritten Platz bei den Philip Meyer Awards ausgezeichnet. Prämiert wurde die Geschichte "Hanna und Ismail", eine Kooperation von BR Data und Spiegel Online zur Diskriminierung auf dem deutschen Mietmarkt.

Novum in der Award-Geschichte

Oliver Schnuck, Ulrike Köppen, Robert Schöffel und Doug Haddix (v.l.) bei der Preisverleihung

Bemerkenswert ist die Auszeichnung nicht nur deshalb, weil die Konkurrenz beim Philip Meyer Award aus Schwergewichten wie der New York Times oder der Washington Post besteht, sondern weil sie zum ersten Mal überhaupt an ein Team ging, das nicht aus den USA kommt. Das hob auch Doug Haddix, der Direktor der US-Journalistenorganisation IRE (Investigative Reporters and Editors) in seiner Rede bei der Preisverleihung hervor. Die Plätze eins und zwei wurden an Chicago Tribune und ProPublica vergeben. Der Award wird seit 2005 jedes Jahr zu Ehren des inzwischen emeritierten Journalismus-Professors Philip Meyer vergeben. Meyer gilt als einer der Väter des Datenjournalismus.

Philip Meyer Award für BR Data

Die Preisträger sind Robert Schöffel, Oliver Schnuck, Steffen Kühne, Ulrike Köppen (alle BR Data), Christina Elmer, Patrick Stotz, Achim Tack (Spiegel Online).

Bei der Preisverleihung vor Ort waren Ulrike Köppen, Oliver Schnuck und Robert Schöffel, um den Award in Empfang zu nehmen. Schöffel besuchte die Konferenz im Rahmen eines Stipendiums der Robert-Bosch-Stiftung und der Wissenschaftsakademie Leopoldina (Tauchgänge in die Wissenschaft). Außerdem wurde BR Data gebeten, das Projekt in einer Session während der Konferenz noch einmal im Detail vorzustellen. Hier wurde deutlich, dass auch international großes Interesse an der Methodik und dem außergewöhnlichen technischen Vorgehen besteht, das BR Data bei diesem Projekt angewandt hat. Auch abseits der Konferenz wirkt "Hanna und Ismail" nach: Obwohl das Projekt schon im Juni 2017 veröffentlicht wurde, melden sich bis heute regelmäßig Betroffene, Wissenschaftler, Journalisten und andere mit Fragen oder Anmerkungen.


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