Unternehmen - Medienpreise


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Web-Special "Pharmacrime" Förderpreis für Patricius Mayer

Patricius Mayer (Programmbereich Spiel-Film-Serie) wurde mit dem Förderpreis für Wirtschaftspublizistik der Ludwig-Erhard-Stiftung ausgezeichnet, insbesondere für seine Arbeit in Zusammenhang mit der Web-Dokumentation "Pharmacrime – Gefährliche Medikamente". Am 10. Oktober nahm er in Berlin den Preis stellvertretend für das ganze Redaktionsteam entgegen.

Von: Beate Hornung

Stand: 17.10.2018 | Archiv

Preisverleihung | Bild: Ludwig-Erhard-Stiftung/Dirk Hasskarl

Ein Großteil der internationalen Pharma-Unternehmen hat in den letzten Jahren seine Produktion in Billiglohnländer Asiens ausgelagert. In der Web-Dokumentation "Pharmacrime – Gefährliche Medikamente" wird der Nutzer mitgenommen auf eine Reise nach Indien, wo er hautnah erfährt, wie die beauftragten Subunternehmen abseits der offiziellen Liefermengen weitere Medikamente produzieren – mit oder ohne Wirkstoff oder einem komplett falschen Wirkstoff.

Der Nutzer erhält Einblick in geleakte Dokumente, darunter firmeninterne Laboranalysen gefälschter Krebsmedikamente und Chat-Protokolle mit Medikamenten-Fälschern und -Händlern. Brisante firmeninterne E-Mails zeigen auf, dass ein Großteil der Pharma-Unternehmen und Ermittlungsbehörden seit Jahren um die Problematik und die große Gefahr weiß, ohne einzuschreiten. Ironie der Geschichte: Die Interpol-Einheit, die gegen Arzneimittelkriminalität ermittelt, wird von einem Spezial-Verbund von 28 Pharma-Unternehmen finanziert. Ermittlungen laufen deshalb oft ins Leere.

Das Web-Special "Pharmacrime"

Das Web-Special www.pharmacrime.de setzt sich zusammen aus multimedialen Artikeln sowie der mehrfach prämierten Web-Dokumentation. Sämtliche Bestandteile sind mit inhaltlicher und journalistischer Tiefe aufbereitet: emotional, interaktiv und bildstark. Das umfassende Online-Angebot hatte weit über eine Million Abrufe.

"(...)'Pharmacrime – Gefährliche Medikamente' bringt Licht in ein Thema, das zwar alle Menschen angeht, über das die meisten aber dennoch wenig wissen. Intensive Recherchen zeigen, unter welchen Bedingungen international agierende Pharmafirmen Medikamente herstellen, und offenbaren eklatante Sicherheitslücken, durch die immer wieder Fälschungen in den Handel gelangen. Ein wahrlich brisantes Thema!"

Jury des Ludwig-Erhard-Preises für Wirtschafspublizistik

Die Preisverleihung

Als Autor und Projektleiter nahm Patricius Mayer (Programmbereich Spiel-Film-Serie) stellvertretend für das ganze Team die Ehrung entgegen, insbesondere Anna Hunger (Multimedia Design) und Daniel Harrich (Regisseur und Produzent), mit denen er gemeinsam das Konzept der Web-Dokumentation entwickelt und umgesetzt hat (Redaktion: Lydia Leipert und Rebecca Zöller).

Patricius Mayer bedankte sich im Namen aller Beteiligten für die gelungene Zusammenarbeit zwischen den Sendern und den einzelnen Gewerken sowie für das große Vertrauen, das ihnen während der langen Recherchezeit entgegengebracht wurde.

Das Web-Special "Pharmacrime" ist eine Ko-Produktion von BR, NDR und diwafilm mit tagesschau.de anlässlich des großen Themenabends "Gefährliche Medikamente" (Regie: Daniel Harrich) im Mai 2017 im ERSTEN.

"Ich gratuliere Patricius Mayer und dem gesamten Team von 'www.pharmacrime.de' sehr herzlich zum Förderpreis für Wirtschaftspublizistik! Wenn es einem Web-Special gelingt, eine Debatte anzustoßen, über eineinhalb Jahre im öffentlichen Diskurs zu bleiben und weiterhin ausgezeichnet zu werden, zeigt das eindrucksvoll, wie stark nicht nur das Thema, sondern vor allem die gelungene Umsetzung ist."

Bettina Ricklefs, Leiterin Programmbereich Spiel-Film-Serie

Der Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik

Der Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik wird jedes Jahr von einer unabhängigen Fach-Jury (u.a. Heike Göbel, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Dr. Isabel Mühlfenzl, ehemals Leiterin der Wirtschaftsredaktion des BR-Fernsehens; Dr. Dorothea Siems, Welt; Nikolaus Piper, Süddeutsche Zeitung) vergeben.

Geehrt wurden in diesem Jahr Zanny Minton Beddoes, Chefredakteurin der Zeitschrift "The Economist" sowie Dr. Peter Rásonyi, Leiter der Auslandsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung. In der Kategorie Förderpreis gingen die Auszeichnungen neben Patricius Mayer (BR) an Daniel Sprenger (NDR) sowie an Christian Wermke (Handelsblatt).


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