Unternehmen - Medienpreise


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Ernst-Schneider-Preis 2015 BR zweimal ausgezeichnet

Der BR hat abgeräumt: Sabina Wolf wurde beim Ernst-Schneider-Preis 2015 in der Kategorie "Kurzbeitrag Fernsehen" ausgezeichnet. Sebastian Strube gewann für den Hörfunk in der Kategorie "Große Wirtschaftssendung". Prämiert wurden die Themen "Gefälschte Medikamentenverpackungen" und "Crowdwork. Vom Entstehen der digitalen Arbeiterklasse".

Stand: 21.10.2015

Preisverleihung in Hamburg | Bild: Nicolas Maack

Preis in der Kategorie "Kurzbeitrag Fernsehen"

In seiner Laudatio hob der Vorsitzende des Ernst- Schneider-Preises, Dr. Walter Richtberg, die "immense Vorarbeit" und "den großen Rechercheaufwand" für den im August 2014 in ARD Plusminus ausgestrahlten zehnminütigen Beitrag "Gefälschte Medikamentenverpackungen" (Redaktion: Carl Hermann Diekmann) hervor.

Medikamenten-Fälschungen gelangen bis zum Patienten

Sabina Wolf mit dem Vorsitzenden des Ernst- Schneider-Preises, Dr. Walter Richtber

Nach den sechsmonatigen Recherchen von Sabina Wolf befanden sich auf Servern rund um die Welt versteckt originale Druckdateien von Medikamentenverpackungen der Pharmahersteller. Sie konnte darlegen, dass diese Dateien an Medikamentenfälscher verkauft wurden. Diese sind für Apotheker vom Original nicht mehr zu unterscheiden und gelangen damit bis zum Patienten.

Dr. Walter Richtberg betonte, dass mit diesem Beitrag die Weltgesundheitsorganisation WHO, das Zollkriminalamt ZKA sowie die Politik auf den Plan gerufen wurden. Die Pharmaindustrie sei außerdem erschrocken über die Dimension des Problems.

Preis in der Kategorie "Große Wirtschaftssendung"

Preis für Sebastian Strube (re.) vom Zündfunk

Sebastian Strube hat mit seiner Sendung "Crowdwork. Vom Entstehen der digitalen Arbeiterklasse" (Redaktion: Caroline von Lowtzow, Produktion: Markus Köbnik) die Kategorie "Große Wirtschaftssendung" im größten deutschen Wettbewerb für Wirtschaftspublizistik gewonnen. Er schildert darin, wie die Digitalisierung eine neue globale und anonyme Arbeitsteilung ermöglicht.

Outsourcing, den Begriff kennt man. Die Auslagerung von Arbeit in Billiglohnländern ist seit Jahrzehnten gängige Praxis. Die Weiterentwicklung dieses Prinzips heißt Crowdsourcing. Arbeit wird nicht mehr an Unternehmen in Billiglohnländern outgesourced, sondern an eine vermeintlich anonyme Masse von Menschen, die sich im Internet tummelt – an die Crowd.

Die Folge: Im Netz entsteht ein neuer Niedriglohnbereich, der die Art, wie wir arbeiten, komplett verwandeln könnte. Eine Veränderung, die möglicherweise so tiefgreifend sein könnte, wie der Umbruch der industriellen Arbeit durch die Erfindung des Fließbands vor knapp 100 Jahren.

Groß gemacht hat diese neue digitale Arbeitsteilung Amazon. Im November 2005 stellte der Online-Händler die erste große Crowdsourcing-Website ins Netz. Der Name: Mechanical Turk. Mittlerweile nutzen Firmen und Arbeiter aus der ganzen Welt – auch aus Deutschland – die Seite. Nach den Angaben von Amazon sind im Moment 500.000 Menschen aus 190 Nationen bei Mechanical Turk angemeldet.

"Das, was Sebastian Strube beschreibt, könnte die Art, wie wir arbeiten, komplett verwandeln: Flexibel, von zu Hause aus, mit Wahlmöglichkeiten von Job und Dauer. Eine digitale Arbeitsteilung bahnt sich an, mit Effizienzsteigerungen wie sie die Erfindung des Fließbands für die Industrie brachte."

Aus der Laudatio vom Vizepräsidenten der Handelskammer Hamburg

Für den Ernst-Schneider Preis reichten Journalisten insgesamt 1031 Printartikel, TV- und Radiobeiträge sowie Onlinestücke ein.

Bilder von der Preisverleihung


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