Unternehmen - Medienkompetenzprojekte


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Audioguide Buttenwiesen Gegen das Vergessen - Zeugnisse jüdischen Lebens

Nur wenige wissen noch, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Hälfte der circa 700 Einwohner Buttenwiesens Juden waren. Während der Naziherrschaft fand das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Juden in der nordschwäbischen Gemeinde ein jähes Ende. Doch nicht alle Spuren der ehemaligen Bewohner wurden verwischt …

Von: Vivien Feltl, Montessori-Schule Wertingen

Stand: 02.10.2012

Die Donauwörther Straße in Buttenwiesen, ca. 1920/30 | Bild: Sammlung Franz Xaver Neuner, Buttenwiesen

Auch wir, sechs Schüler der Montessori-Fachoberschule in Wertingen, wussten kaum etwas von der jüdischen Geschichte unserer Gemeinde. Auf das Thema kamen wir durch die BR-Journalistin Kristina Dumas.

Montessori-Schülergruppe Wertingen | Bild: Bayerischer Rundfunk/Bildungsprojekte

Die Audioguide-Autoren zu Besuch im BR-Funkhaus München

Sie erzählte uns, dass im vergangenen Jahr ein ehemaliges jüdisches Ritualbad, eine Mikwe, entdeckt wurde, das so gut erhalten ist wie kaum ein anderes in Deutschland. Die Gemeinde plant, darin ein Museum einzurichten.

Eine Idee entsteht

Wir beschäftigten uns näher mit dem Thema und erfuhren, dass eines der Gebäude am Schulplatz eine Synagoge war, dass der Bahnhof von jüdischen Kaufleuten mitfinanziert wurde, dass die Donauwörther Straße vom Stil eines jüdischen Wohnviertels geprägt ist und vieles mehr.

Aber wir erfuhren auch, dass es unter den Buttenwiesener Juden, die während der NS-Diktatur deportiert wurden, nur eine einzige Überlebende gab. So entstand die Idee, zwei Audioguides für Buttenwiesen zu machen – einen für Kinder und einen für Erwachsene, damit das Vergangene für alle Generationen lebendig bleibt.

Doch zuerst musste finanzielle Unterstützung gefunden werden. Zwei Mitschüler erstellten einen Kostenplan, führten Telefonate und schrieben Briefe an sämtliche Betriebe in Buttenwiesen und der näheren Umgebung. Und tatsächlich fanden wir Förderung durch die Gemeinde, die Sparkassenstiftung für den Landkreis Dillingen a. d. Donau und viele andere.

Die Idee fügt sich zu einem Ganzen

Nach ausführlichen Recherchen und spannenden Ortsterminen war es endlich so weit: Der erste Tag in einem Tonstudio des Bayerischen Rundfunks stand an. Wir nahmen die Beiträge auf, schnitten sie, suchten passende Geräusche und Musik aus und fügten O-Töne von Interviewpartnern ein. Ein absolutes Highlight war, dass die professionellen BR-Sprecher Peter Weiß und Katja Schildt zu uns ins Studio kamen und Textpassagen unserer Manuskripte lasen.

Unser Dank gilt besonders Kristina Dumas, BR-Mediencoach, und Dr. Johannes Mordstein, dem Gemeindearchivar in Buttenwiesen, der stets ein offenes Ohr und eine Antwort für uns hatte.

"Die Gemeinde Buttenwiesen hat mit dem Audioguide die Hoffnung, dass die jüdische Vergangenheit noch besser in der Bevölkerung verankert wird. Es gab schon länger das Vorhaben, einen Audioguide zu machen, damit die Besucher Buttenwiesen auf eigene Faust kennenlernen und sich mit der jüdischen Vergangenheit auseinandersetzen - ich bin sehr zuversichtlich"

Dr. Johannes Mordstein, Historiker und Gemeindearchivar Buttenwiesen.

Das Audioguide-Team Buttenwiesen:

Das Autoren-Team

Die Autoren sind: Alexander Böse, Manuel Kohler, Jerome Baur, Maja Roth, Sonja Schachinger, Vivien Feltl - von der Montessori-Fachoberschule Wertingen.

Fachlich betreut wurden sie von ihrer Lehrerin Sylvia Agbhi, von der BR-Journalistin Kristina Dumas als Mediencoach sowie von Dr. Johannes Mordstein, Historiker und Gemeindearchivar in Buttenwiesen.


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