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Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün Hollywood-Sound für eine deutsche Fantasy-Filmtrilogie

Von Fans sehnsüchtig erwartet: Jetzt findet die Zeitreise ein actionreiches Ende – „Smaragdgrün“, der letzte Teil der Filmreihe nach den Erfolgsromanen von Kerstin Gier, kommt am 7. Juli in die deutschen Kinos. Kult-Fantasy made in Germany: Wie klingt dazu die passende Filmmusik?

Stand: 11.05.2016

Schauspielerin Laura Berlin | Bild: BR/Lisa Hinder

Konspirative Geheimloge, Kampf gegen böse Mächte, ein seltenes Zeitreise-Gen und elegante Zeitsprünge in die Vergangenheit  – die „Edelstein“-Trilogie beinhaltet alles, was spannende Fiktion ausmacht. Und Hauptfigur Gwendolyn muss im dritten Teil das aufregendste Abenteuer ihres Lebens bestehen, das auch mit Thriller-Elementen nicht spart. Aber welche Ansprüche stellt all das an die Filmmusik? Anhand von Ausschnitten und Musikbeispielen diskutieren der preisgekrönte Komponist Philipp Fabian Kölmel und Tonmeister Peter Fuchs mit den Filmemachern Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde sowie der Schauspielerin Laura Berlin die spezielle Herangehensweise und das Musikkonzept dieser erfolgreichen deutschen Fantasy-Filmtriologie.

Laura Berlin: Markenzeichen Wandlungsfähigkeit

Von der rivalisierenden Cousine zur tapferen Helferin – so wandelt sich Laura Berlins Heldin Charlotte in der „Edelstein“-Trilogie. Nicht nur in ihren Rollen beweist die gebürtige Berlinerin ihre Wandlungsfähigkeit. Sie spielt Gitarre und arbeitet als Model, seitdem sie als 15-jährige Schülerin von einer Modelagentur entdeckt wurde. Sie eroberte die Laufstege in Paris und Mailand und 2009 dann das Fernsehpublikum: in der Hauptrolle als „Schneewittchen“ in Thomas Freundners Neuverfilmung des Grimmschen Märchens. Ihr viel beachtetes Kinodebüt gab die sportliche Laura Berlin 2013 in „Rubinrot“, dem ersten Teil der „Edelstein“-Trilogie. Sie übernimmt außerdem Episodenrollen in TV-Serien wie „In aller Freundschaft“ oder „Alarm für Corbra 11“, ebenso stand sie für weitere Kinofilme vor der Kamera wie Oskar Roehlers „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ (2015) und für TV-Filme wie die Krimi-Komödie „Einstein“, ebenfalls 2015.

Peter Fuchs: Tonmeister und Dozent

Schon seit 1995 arbeitet er als freiberuflicher Tonmeister und gehört zum Team der „Edelstein“-Trilogie. Peter Fuchs stammt aus München und konzentrierte sich von Anfang an auf seinen jetzigen Beruf. In München und Sydney besuchte er die School of Audio Engineering mit dem Abschluss als Tonmeister (SAE) und studierte anschließend noch Musikwissenschaften in seiner Geburtsstadt. Anfangs arbeitete er in den Münchner Bavaria Studios und war dort Fachmann u.a. für Orchester- und Kammermusikaufnahmen, für Musikmischungen und Jazzaufnahmen. 2000 bis 2007 betrieb Peter Fuchs ein eigenes Tonstudio in München und übernahm dort z.B. Musik-Synchronproduktionen für Disney-Kinofilme und Fernsehserien, aber auch Hörspiel- und Hörbuchproduktionen. Mittlerweile hat er sich weiter spezialisiert und ist Experte für Orchesterproduktionen für Filmmusik und Computerspiele, CD-Mastering, Filmmischungen und 5.1-Surround-Musikmischungen. Sein Knowhow und seine Erfahrungen gibt Peter Fuchs an den Nachwuchs weiter: als Dozent im Studiengang „Komposition für Film und Fernsehen“ an der Münchner Hochschule für Musik und Theater sowie in verschiedenen Workshops an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg sowie an der Arten Hochschule im niederländischen Arnheim.

Felix Fuchssteiner: Vom Journalisten zum Bestseller-Regisseur

Felix Fuchssteiner, in Paderborn geboren, wuchs in Deutschland und den USA auf. Vor seinem Regie-Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München war er als freier Journalist bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1997 gründete er die Produktionsfirma mem-film GmbH, für die er auch gleich nach dem Erscheinen die Rechte an der Bestseller-„Edelstein“-Trilogie erwarb – in Personalunion als Produzent und Regisseur. Fuchssteiners Regie-Abschlussfilm an der HFF „Die Kurve“ (2003), eine Koproduktion mit BR / arte, gewann zahlreiche Preise. Schon damals arbeitete er mit der Drehbuchautorin Katharina Schöde zusammen. 2008 realisierten sie das Kinodebüt „Draußen am See“ – der Film feierte ein Jahr später Premiere auf dem Filmfest München und wurde mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino als „Beste Produktion“ ausgezeichnet. Die internationale Premiere folgte auf dem Montreal World Film Festival. Derzeit bereitet Felix Fuchssteiner die Kinokomödie „Dschinni Deluxe“ vor.

Philipp Fabian Kölmel: Komponist aus Berufung

Komponieren war schon immer „sein Ding“. Als Kind improvisierte Philipp Fabian Kölmel am Klavier, später nahm er am Wettbewerb „Jugend komponiert“ teil und gewann mehrere Preise. Der in Rastatt geborene Kölmel spielte außerdem als Musiker in verschiedenen Big-Bands und Jazz-Formationen, bis er schließlich ein Studium zum Tonmeister und für „Komposition für Film und Medien“ in Berlin und München absolvierte. 1996 machte er sich selbstständig und arbeitet seitdem als Komponist für Kino und TV, Werbespots, internationale Events und Theater. Ein Highlight seiner Events: ein Kompositionsauftrag zur 150-Jahr-Feier von Siemens Russland mit einem Live-Surroundkonzert für fünf Konzertflügel. Kölmels Soundtrack für „Rubinrot“ wurde 2013 für den „International Film Music Critics Association“-Award nominiert. Darüber hinaus arbeitet Philipp Fabian Kölmel in verschiedenen Gremien: So ist er Mitglied der Deutschen Filmakademie und des Deutschen Komponistenverbandes und ist zudem ehrenamtlich im Leitungsgremium der Deutschen Filmkomponistenunion tätig.

Katharina Schöde: Faible für Fantasy

Nach ihrem Studium der Publizistik und Theaterwissenschaft an der Freien Universität sammelte die gebürtige Kölnerin erste Filmerfahrungen in Continuity / Script bei verschiedenen Kino- und TV-Produktionen. 1998 studierte Katharina Schöde außerdem Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Ihre Drehbuchadaption von Tankred Dorsts Theaterstück „Die Kurve“, eine Koproduktion mit BR / arte, gewann zahlreiche Preis, darunter „Best Screenplay“ beim Eclipse Filmfestival. Ihr Abschlussfilm an der HFF „Gefühlte Temperatur“ erhielt das FSK-Prädikat „Besonders wertvoll“ und lief erfolgreich auf verschiedenen Festivals. Katharina Schöde arbeitet vielfach preisgekrönt als Drehbuchautorin, Regisseurin und als Produzentin: Seit 2008 gehört sie zum Team der mem-film GmbH, wo sie sich gemeinsam mit Felix Fuchssteiner erfolgreich um die Verfilmungsrechte von Kerstin Giers Fantasy-Bestseller „Rubinrot“ und deren Nachfolger bemühte. Katharina Schöde schrieb die Drehbücher für die Trilogie und übernahm zudem die kreative Verantwortung der Produktion. Sie ist auch verantwortlich für das Drehbuch zu Felix Fuchssteiners aktuellen Kinoprojekt „Dschinni Deluxe“.

Panel

„Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün –
Hollywood-Sound für eine deutsche Fantasy-Filmtrilogie“
Studio 2, 11:00 Uhr

Gäste
Laura Berlin Ɩ Schauspielerin
Peter Fuchs Ɩ Tonmeister
Felix Fuchssteiner Ɩ Regie • Drehbuch • Produzent
Philipp Fabian Kölmel Ɩ Komponist
Katharina Schöde Ɩ Regie • Drehbuch • Produzent

Moderation
N.N.


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