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Die Musik der „Brenner“-Krimis Jetzt ist schon wieder was passiert

Sie sind schräg, ätzen vor rabenschwarzem Humor – kurz, sie sind Kult: die „Brenner“-Krimis. Made in Austria von dem grandiosen Team um Wolf Haas, Josef Hader und den Sofa Surfers, die für die passende Musik sorgen. Doch wie klingt der Sound, der so perfekt die Abenteuer des kauzigen Krimi-Helden untermalt? Und wie kreiert man ihn überhaupt?

Stand: 03.06.2015

Josef Hader alias Simon Brenner | Bild: Majestic Patrick Wally

Der vierte „Brenner“-Krimi „Das ewige Leben“ kam im März in die Kinos und knüpft nahtlos an die Erfolge seiner Vorgänger „Der Knochenmann“, „Silentium“ und „Komm, süßer Tod“ an. Die Presse lobt ihn als „kongeniale Verfilmung“ des Romans von Wolf Haas – obwohl der preisgekrönte Autor selbst seine Werke für unverfilmbar hielt. An den Kinokassen jedenfalls rangierten sie unter den Top 15 der erfolgreichsten österreichischen Kinoproduktionen. Brillante Stories mit Witz und Tiefe umgesetzt – gestützt vom zurückhaltenden Score der Sofa Surfers. Der Krimi-Kult der Bücher mit der typisch österreichischen Mischung aus Tragik und Komik lässt sich auf diese gelungene Art eben doch für die Leinwand umsetzen.

Wolfgang Frisch und Markus Kienzl von den Sofa Surfers gestatten uns hier einen Blick hinter die Kulissen, erzählen von ihrer Doppelrolle als Komponisten und Musiker einer erfolgreichen Band und Schöpfer des unverwechselbaren „Brenner“-Soundtracks.

Wolfgang Frisch: Sofa Surfer von der ersten Minute an

Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der österreichischen Erfolgsband Sofa Surfers, die mittlerweile auf sechs Studioalben und zahlreiche Tourneen blicken kann und als Vertreter des neuen „Vienna Sounds“ gilt. Wolfgang Frisch: Komponist, Gitarrist und darüber hinaus Produzent ebenfalls erfolgreicher Soloalben wie „The Hundred“ (2008) und „Watering the Land“ (2011). Sein neuestes Projekt: das Debütalbum von Te Po „Love Run Ambusch and Escape“ (2014). Die Band selbst versteht sich eher als Produzentenkollektiv, da jeder für sich auch ein Solokünstler ist, der noch eigene Projekte verfolgt. Mit seiner Vorliebe für elektronische Musik entwickelt der gebürtige Salzburger einen unverwechselbaren Sound, von dem auch der Score der „Brenner“-Krimis profitiert.

Wolfgang Frisch sorgte darüber hinaus für verschiedene Filmmusiken u.a. zum Drama „Nogo“ (2002) und zum Dokumentarfilm „Trains of Thoughts“ von 2012. Außerdem gestaltet er die Musik zu vielen Theaterproduktionen am Theater in der Josefstadt („Lumpazivagabundus“), Wiener Volkstheater, Wiener Off Theater oder dem Wiener Schauspielhaus.

Markus Kienzl: Solist und Sofa Surfer

Der gebürtige Wiener arbeitete bereits als Solo-Musiker, bevor er 1999 die inzwischen preisgekrönten Sofa Surfers (Amadeus Austrian Music Award) mitbegründete. Sein Debütalbum „Sincerely yours DJ“ eroberte 2001 den Musikmarkt. Es folgten 2005 „Product“ und 2009 „Density“ und erweiterten den Bekanntheitsgrad des Elektronikmusikers auch außerhalb seiner österreichischen Heimat.

Markus Kienzl machte sich aber nicht nur als Solist, Club-Musiker und DJ einen Namen, sondern auch als Produzent, zum Beispiel 2009 für Tania Saedis Album „Exhale“. Darüber hinaus arbeitet er als Filmmusiker – bei den „Brenner“-Krimis ebenso wie beim österreichischen Horrorfilm „Dad’s Dead“ (2006) und dem Kurzfilm „Void“ (2012). Gemeinsam mit Band-Kollege Wolfgang Frisch übernimmt er musikalische Projekte am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater. Ein weiterer Schritt in seiner musikalischen Karriere: 2014 schloss er sich mit dem britischen Rap-Artisten Alex Lusty zum Duo Kienzl&Lusty zusammen. Eines ihrer ersten gemeinsamen Werke ist „For God’s Sake“.

Claus Kruesken: ein Tausendsassa am Mikrofon

Sein Musikgeschmack reicht vom Musical über Singer/Songwriter bis House – und ähnlich breitgefächert sind auch seine beruflichen Vorlieben. Ob Fernsehen oder Hörfunk, Claus Kruesken ist auf allen Kanälen top. Schon als Siebzehnjähriger zog es ihn vors Mikrofon: Für Bayern 3 moderierte er „Pop nach 8“, seit 1981 ist Mitarbeiter beim BR – nicht nur als Sprecher, auch als Programmgestalter und Redakteur. So konzipierte er für Bayern 2 das Musikformat und ist für die musikalische Gestaltung vieler Sendungen verantwortlich. Künstler abseits vom Mainstream in den Mittelpunkt zu rücken, ist ihm dabei wichtig. Seine Lieblingsthemen: Musik, Lifestyle, Computer und Internet.

Darüber hinaus studierte Claus Kruesken Betriebswirtschaft in München und arbeitet auch fürs Fernsehen. So moderierte er eine der frühesten Sendungen, die sich überhaupt mit Computern beschäftigte: „Computerzeit“, von 1983 bis 1986 in der ARD. Sein Credo: Auch trockene Themen ansprechend darzubieten. 

Aber, so Kruesken, im Radio fühle er sich am wohlsten. Und BAYERN 3 ist auch heute noch seine berufliche Heimat: Von „NightLife“ bis „Greatest Hits“ und „Greatest Hits-Spezial“ reichen die Sendungen des BR-Tausendsassas.

Panel

Die Musik der „Brenner“-Krimis
Jetzt ist schon wieder was passiert
Studio 2, 17.30 Uhr

Gäste

Wolfgang Frisch │Musiker („Sofa Surfers“)
Markus Kienzl │Musiker („Sofa Surfers“)

Moderation
Claus Kruesken │Moderator Bayern 3


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