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Zweiter Tag "Mitmischen" im BR Kultur und Aktuelles

Tag zwei unserer Publikumsaktion "Mitmischen". Unsere Reporterin Lena Erhard hat sich heute nach München-Freimann aufgemacht zur Rundschau und Abendschau, sie schaut aber auch beim Kulturmagazin "Capriccio" und bei BR24 vorbei.

Von: Lena Erhard

Stand: 12.06.2018

Um 8.30 Uhr nimmt Abendschau-Redakteurin Alexandra Rinschler an der Pforte des BR-Geländes in München-Freimann die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Empfang. Aus unterschiedlichen Regionen Bayerns angereist, wollen sie in der Rundschau- und Abendschau-Redaktion "mitmischen". Kurt Kronschnabl aus Zornerding zum Beispiel ist Hobbyfotograf und interessiert sich sehr für die Technik, die hinter einer Sendung und vor allem in den Kameras steckt. Außerdem wollte er schon immer einmal in einem BR-Bus fahren.

In der Konferenz der Abendschau erleben die "Mitmischer" hautnah mit, wie die Redaktion anhand der Themenübersicht im Planungstool "Open Media" diskutiert: Welche aktuellen Themen laufen heute in der Regionalausgabe "Abendschau - Der Süden" und welche in der Hauptausgabe? Welcher Beitrag kann vielleicht bis morgen warten?

Die "Mitmischer" nutzen die Gelegenheit nachzuhaken. Wie kommen die Berichte aus der Region in die Redaktion nach München? Wie weiß man, dass die Beiträge auch alle in eine Sendung passen? Wie entscheidet man, welche Themen für möglichst viele Zuschauer relevant sind?

Redaktionssitzung der Abendschau

Angelika Wessling aus Pöcking wünscht sich manchmal eine klarere Positionierung für ein Thema in den Beiträgen und bei wichtigen Themen vielleicht auch einmal einen Aufruf, sich zu engagieren. Schon ergibt sich zwischen den "Mitmischern" und den Abendschau-Redakteuren eine lebhafte Diskussion: Warum ist eine neutrale Berichterstattung wichtig? Wo liegen die Grenzen zwischen Nachricht und Kommentar oder Satire? Am Ende der Sitzung fasst Angelika Wessling treffend zusammen: "Sie fügen also täglich alle Puzzlestücke der aktuellen Lage zusammen und schauen, dass die Mischung stimmt."

Als Nachrichtenredakteurin Gabi Dunkel anruft und anbietet, einen der "Mitmischer" mit auf einen Dreh zum Thema "Türkeiwahl in München" zu nehmen, nutzt Kurt Kronschnabl natürlich direkt die Gelegenheit, endlich einmal in einem BR-Auto mitzufahren.

Die "Mitmischerinnnen" im Rundschau-Studio mit Moderator Stefan Scheider - wenn auch nur als Pappaufsteller

Doch auch für die restlichen "Mitmischerinnen" geht es nach der Redaktionssitzung spannend weiter: Rundschau-/Abendschau-Chefin Anja Miller und Chef vom Dienst Kai Brodericks führen die Teilnehmerinnen durch das hochmoderne Rundschau-Studio und die dazugehörige Senderegie. Da lassen sich die Besucherinnen natürlich auch nicht die Gelegenheit entgehen, ein Foto mit einem Papp-Aufsteller von Rundschau-Moderator Stefan Scheider im Studio zu machen.

Der "Mitmischer-Chor" bei Capriccio

Die Beiträge für die heutige Sendung des Kulturmagazins "Capriccio" wurden in den letzten Tagen gedreht und geschnitten, jetzt müssen sie noch vertont werden. Da trifft es sich gut, dass heute drei "Mitmischer" in der Redaktion zu Gast sind. Redakteur Armin Kratzert nutzt die Gelegenheit: Die Ansagen vor den Fernsehbeiträgen, die den Zuschauern Lust auf das Thema des nächsten Beitrages machen sollen, sollen heute einmal von einem Sprecher-Chor aufgezeichnet werden – dem "Chor der Mitmischer".

"Sprecher-Chor der Mitmischer"

Kaum in der Capriccio-Redaktion angekommen, üben Marinus Wirtl aus Schongau, Gabriele Kiesl aus dem oberpfälzischen Roding und Hagen Kling aus München schon eifrig professionelles Sprechen. "Eine Leiche geht auf Reisen: Wie ein berührender neuer Roman die Würde der Menschen in Syrien beschwört". Die richtige Betonung, deutlich sprechen, nicht zu schnell, nicht zu langsam und dann noch synchron - schnell stellen die Teilnehmer fest, warum man als Sprecher ausgebildet sein muss. Nach ein paar Mal Üben ist es soweit: Der Sprecherchor der drei "Mitmischer" zeichnet die Ansagen im Tonstudio auf. Als die Anmoderationen von fünf Beiträgen im Kasten sind, würde Hagen Kling am liebsten weitermachen: "Schade, schon vorbei? Jetzt sind wir so gut drin."

Zurück in der Tonregie erklären Mark Kling, Armin Kratzert und Redakteur vom Dienst Lars Friedrich den Teilnehmern, welche Arbeitsschritte für eine sendefertige Capriccio-Sendung anfallen. Eine gute Gelegenheit für Marinus Wirtl, um die Frage loszuwerden, die er mitgebracht hat: Nach welchen Kriterien werden die Themen für die Capriccio-Sendung ausgewählt und gab es da kürzlich eine Änderung? Schließlich hat der aufmerksame Capriccio-Zuschauer den Eindruck, dass seit ein paar Wochen auf einmal nicht mehr so viele Beiträge zu Musikern in der Sendung sind. Lars Friedrich erläutert, wie Themen ausgewählt werden und dass sich diesbezüglich nichts geändert habe: "Eine gute Capriccio-Sendung ist immer eine Mischung aus Skandal und Poesie."

Faktenchecks und angeregte Diskussionen bei BR24

Misha Rosalie Bößenecker aus Traunstein, Klaus-Dieter Hammacher aus München und Stephanie Meier aus Bad Aibling blicken an ihrem Tag beim BR hinter die Kulissen von BR24, der Online-Nachrichtenredaktion des BR.

Ein Thema dabei: Wie überprüft der BR Meldungen, die im Netz kursieren, auf ihren Wahrheitsgehalt? Das erfahren die "Mitmischer" von Redakteurin Patrizia Kramliczek im Großraumbüro von BR24 in München-Freimann. In wechselnden Zweierteams überprüfen die Kollegen der Einheit "Social Listening und Verifikation" auf ihrer "Faktenfuchs"-Seite, was dran ist an Nachrichten, die im Netz kursieren oder diskutiert werden.

Oft geben die Kollegen des BR24-Social-Media Teams Fragen oder Anmerkungen an die "Faktenchecker" weiter, die in den Kommentarspalten der BR24-Facebook-Seite auftauchen. "Wie überprüft ihr, ob die Fakten zu einem Thema stimmen? Und was ist mit möglicherweise gefakten Video oder Fotos?", wollen die "Mitmischer" wissen.

In der BR 24-Redaktion in München-Freimann: Die Teilnehmer sind beeindruckt von den vielfältigen Recherchetools des BR.

Patrizia Kramliczek zeigt den Teilnehmern, wie sie bei einer Recherche vorgeht und mit welchen Tools man überprüfen kann, ob ein Foto manipuliert wurde. Bei der Hintergrundrecherche zu einem Thema unterstützen auch die Profis vom Recherchedesk des BR, die wiederum auf diverse Datenbanken zugreifen. "Ich bin beeindruckt von der tollen technischen Ausstattung des BR", stellt Klaus-Dieter Hammacher fest.

Weiter geht es dort, wo viele Aufträge für die Verfikations-Einheit des BR herkommen: Im Social-Media-Team von BR24. Chef vom Dienst Josef Häckler erklärt den "Mitmischern", wie er den Überblick über alle Kommentare zu den Facebook-/Twitter-/YouTube- und Instagram-Posts der Redaktion behält.

Social Media-Chef vom Dienst Josef Häckler erklärt den Gästen, was es für eine Nachrichtenredaktion auf Social Media zu beachten gibt.

Schließlich können bei erfolgreichen "Social Videos" der BR24-Redaktion auf Facebook auch einmal 1600 Kommentare innerhalb eines Tages eingehen. Diese müssen alle auf einen möglichen Verstoß gegen die Netiquette überprüft, dann möglicherweise verborgen oder auch beantwortet werden. Bei acht bis zehn Posts pro Tag fällt also oft eine beachtliche Menge an Arbeit für einen Social-Media-Redakteur an.

Im Anschluss verfolgen die "Mitmischer" bei der nachmittäglichen Redaktionskonferenz interessiert, welche aktuellen Nachrichten am Abend und am Folgetag auf den BR24-Kanälen (Website, App und Social Media) eine Rolle spielen werden. Danach erklären sie Redaktionsleiter Wolfgang Vichtl und seiner Stellvertreterin Gudrun Riedl, welche Themen ihnen am Herzen liegen – vom Insektensterben bis zu ausgewogener Berichterstattung über Kernkraft. Schnell ergibt sich eine angeregte Diskussion darüber, was guten (Online-)Journalismus ausmacht. Von diesem gemeinsamen Tag nehmen nicht nur die "Mitmischer" viele interessante Erkennntnisse mit, sondern auch die BR24-Redaktionsleitung.


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