Unternehmen - BR-Geschichten

Dr. Gustava Mösler Erste Hörfunkdirektorin

"Und ich war eine Strenge!"

Stand: 13.01.2016

Dass sie Anfang der 1950er Jahre als Journalistin zum Rundfunk wollte, lag an der Aufbruchstimmung damals, erzählt Gustava Mösler: "Da fing ja eine neue Zeit an, Gott sei Dank! Die Freiheit und die Unabhängigkeit. Bei all dem wollte ich mitarbeiten." Anfangs sei sie mehr mitgelaufen, habe Bänder getragen und durfte auch mal einen Knopf drücken. Dabei blieb es nicht.

Gustava Mösler kam zu Gerhard Szczesny in das "Nachtstudio", prägte die Sendung lange Jahre und wurde in den 70er Jahren Leiterin der Wissenschaftsredaktion. Ihre beste Zeit, wie sie im Interview mit Ursula Zimmermann erzählt. 1980 berief man sie zur Hauptabteilungsleiterin Kultur und ab 1982 übernahm Gustava Mösler als erste Frau in der ARD das Amt der Hörfunkdirektorin. Und die männlichen Kollegen? "Die waren natürlich dagegen. (…) Ja, sie mussten es dann akzeptieren, aber gerne haben sie das nicht getan."

Kurzbiografie

13. Dezember 1920
Gustava Mösler auf Helgoland geboren
1945
Promotion in Germanistik und Theaterwissenschaft anschließend Studium der Wirtschaftswissenschaften
1950 bis 1953
Freie Mitarbeiterin in der Kulturabteilung des Bayerischen Rundfunks
1953 bis 1961
Festanstellung als Redakteurin in der Film-Redaktion, dann im Nachtstudio bzw. Sonderprogramm
1961 bis 1963
Kommissarische Leitung des Sonderprogramms
1963 bis 1971
Nach der Auflösung des Sonderprogramms, Redakteurin im Nachtstudio und Mitarbeit in den Kultur- und Wissenschaftsredaktionen des Bayerischen Fernsehens
1971 bis 1980
Aufbau und Leitung der Redaktion Wissenschaft
1980 bis 1982
Leiterin der Hauptabteilung Kultur
1982 bis 1985
Hörfunkdirektorin des Bayerischen Rundfunks. Unter ihrer Ägide wurde u.a. Bayern 3 reformiert und die Welle Bayern 4 Klassik – heute BR-Klassik – zu einem Vollprogramm ausgebaut.