Unternehmen - 70 Jahre BR


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Briefkasten-Check Die (Fan-)Post ist da!

Warum musste ein Pater die letzte Ölung unterbrechen? Was ist "ein Schluck zum Naschen"? Warum können Zeitansagen im Radio unheimlich fesselnd sein? Wir haben uns auf die Suche nach außergewöhnlicher (Fan-)Post an den BR begeben. Die Fundstücke: mal liebevoll, mal leidenschaftlich, mal kritisch – und in jedem Fall ganz besonders.

Von: Andrea Gradwohl

Stand: 06.02.2019 | Archiv

Einfach tierisch

Post vom tierischen Kumpel King Louis

Kalte Schnauze, verträumter Blick: Seit 2009 verzaubert der Studiohund Henry die "Wir in Bayern"-Zuschauer – und bekommt jede Menge Fanpost. Einer seiner glühendsten Verehrer ist King Louis, ebenfalls ein Vertreter der vierbeinigen Fraktion. Regelmäßig sendet dieser dem Labrador-Retriever E-Mails, als Abschiedsgruß stets ein digitaler Pfotenabdruck. Ein eigens generierter QR-Code bezeugt, wieviel King Louis diese Brieffreundschaft bedeutet. Die Botschaft (Sie können es selbst mit Ihrem QR-Code-Leser auf dem Smartphone testen): "King Louis und Sir Henry sind die Allergrößten!" Wahre Tierliebe …

An einer Grundschule in Bayern

"Kanntn mia Dia eigentlich amoi an Briaf schreim?" fragte ein Schüler "klaro"-Redakteur Johannes Keller bei Aufnahmen zu der Kindernachrichtensendung an einer Grundschule in Bayern im Februar 2016. Aber klaro! Das war der Startschuss für einen intensiven Briefwechsel zwischen einer 4. Klasse und Johannes Keller bis zum Ende des Schuljahres – zu allem, was die Schüler gerade so bewegte. Das konnte ein Statusreport über den Fußballverein vor Ort sein ("Bei uns im Verein gähts moi guad moi schlecht, mia san aber zfrin.") oder die Sorge um Johannes Kellers Befinden, wie nach dem Amoklauf im Juli in München: "Wie geht es Dir? Hast Du Schüsse gehört? Hast Du den Amokläufer gesehen?" lauteten die aufgeregten Fragen. Angefangen bei saisonal passend gestalteten Briefumschlägen bis hin zu selbst gebasteltem Briefpapier – in Zeiten von E-Mail und WhatsApp haben sich die Zehnjährigen für den klassischen Postweg entschieden und die Redaktion mit liebevollen Zuschriften überrascht.

Wenn die Lieblingssendung läuft …

Eine wahre Geschichte

Dass "Dahoam is Dahoam" eine große und besonders treue Fangemeinde hat, ist bekannt. Wie weit die Begeisterung für die bayerische Serie tatsächlich gehen kann, verrät eine Zuschrift vom September 2015: Ein Pater war zur letzten Ölung einer 94-jährigen Dame ins Seniorenheim gerufen worden. Leider wählte er für sein Vorhaben den völlig falschen Zeitpunkt. Des Sprechens nicht mehr mächtig, wedelte die Seniorin aufgeregt mit den Armen – ein Versuch, dem Geistlichen verständlich zu machen, den Blick auf den Bildschirm freizugeben. Schließlich begann gerade ihre Lieblingssendung "Dahoam is Dahoam" – und die wollte sie um nichts auf der Welt verpassen …

Paket für Sebastian

Dinge, die einen durch den Arbeitstag bringen – ein ganzes Care-Paket erhielt PULS-Moderator Sebastian Meinberg von einem Fan. Von Anti-Müdigkeitsmakse bis hin zu Gummi-Bierchen - da konnte nichts mehr schiefgehen.

Faszinierendes Federvieh

Aquarell-Zeichnung zum Jubiläum

Ob Evi und Toni die ältesten "Sonntagshuhn"-Fans sind, wissen wir nicht. In jedem Fall gehören sie mit 70 und 75 Jahren (Stand 2012) nicht unbedingt zur Zielgruppe der Kinderradiosendung. Die Freude über das selbstgemalte Hühnerbild des Ehepaares zum 800. Sendungsjubiläum war darum in der Redaktion besonders groß - und hat gezeigt: Gutes Programm kommt in allen Altersklassen an.

Beim nächsten Gong ist es 28 Minuten vor ¾ 9

Zuschrift aus dem Jahr 1995

Ein unerwartetes Geständnis machte ein "Welt am Morgen"-Hörer (heute "radioWelt") der Redaktion im Januar 1995: Lange habe er gegrübelt um festzustellen, dass ihn am meisten an der Sendung die Zeitansagen fesseln würden. Denn anders als in anderen Programmen würde die Uhrzeit gleich zweimal, auf unterschiedliche Weise durchgegeben: "8 Uhr 5, 5 Minuten nach 8". Zur Verfeinerung des "der 'Welt am Morgen' ureigenen Zeitansagesystems" lieferte er prompt noch einige Vorschläge, zum Beispiel: "8 Uhr 17, 28 Minuten vor ¾ 9". Ob die Idee des Hörers umgesetzt wurde? Hören Sie einfach selbst rein in die "radioWelt" am Morgen in Bayern 2 - jeden Werktag um 6 Uhr 5, 5 Minuten nach 6. :-)


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