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Gewürz Zimt - gesund für Körper und Seele

Ob im Apfelkuchen oder Zwetschgendatschi, auf der heißen Schokolade oder über den Grießbrei: Zimt - gerne in Verbindung mit Zucker - ist in der süßen Küche einfach unentbehrlich.

Stand: 17.06.2019

Zimtstangen | Bild: picture-alliance/dpa

Die alten Malaien nannten das Gewürz Kayumen - süßes Holz -, ein Name, der bereits in der Bibel vorkommt. Zimt war im alten Rom ebenso begehrt wie in Ägypten, wo er als Konservierungsmittel bei der Einbalsamierung von Mumien Verwendung fand.

Aufwendige Ernte

Zimtstrauch

Bis heute hat sich an der Methode, Zimt zu ernten, nichts geändert. Schon vor langer Zeit hatten die Bewohner Sri Lankas entdeckt, dass man das Beste von der Rindeninnenseite junger, saftiger Triebe des Zimtbaumes erntet. Zimtbäume werden ständig abgeschnitten, sonst würden sie zehn bis 15 Meter Höhe erreichen. Bei der Bearbeitung wird die raue, äußere Rinde der Äste abgeschält, um dann mit einem Messingwerkzeug die wertvolle innere Rinde abzulösen.

Zimt ist nicht gleich Zimt

Zimtkunde

Zimt? Klar, ein Gewürz aus fernen Landen! Von wegen: Ein Blick ins Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm belehrt eines Besseren. Eine kleine Zimtkunde der etwas anderen Art ...

Thymian

Als Zimt bezeichnete man in der Schweiz des 19. Jahrhunderts nämlich auch den heimische Sand-Thymian (Thymus serpyllum), wahrscheinlich wegen seines aromatischen Geruchs.

Ordinärer Zimt

Eine gänzlich andere Bedeutung erlangte der Zimt in Berliner Literatenkreisen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zimt wurde despektierlich gebraucht, stellvertretend für Wertloses, Unsinn, aber auch für Festlichkeiten.

Rinden

Erst der dritte Eintrag des Wörterbuchs verweist auf das eigentliche Gewürz: "zimt, ältere schreibung zimmt, gewürz von der rinde des zimtbaums; erscheint im handel in röhrenform, ..."

Kaneelen

... weswegen er auch kaneel genannt wird, und wird in dieser form zum würzen von getränken oder speisen oder zu pulver gestoszen zum bestreuen von brei oder kuchen verwendet ..."

Quelle: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm

In europäischen Ländern verwendet man Zimt vor allem für Adventsgebäck und Süßspeisen. Andere Kulturkreise verfeinern damit auch Fleischspeisen, Linsen, Kartoffeln, Currys und vieles mehr.

Zwei Sorten Zimt

Ceylonzimt (Cinnamomum verum) sollte man nicht mit dem grobrindigen, chinesischen Cassia-zimt (Cinnamomum cassia) verwechseln. Ceylonzimt ist daran zu erkennen, dass mehrere der nur Millimeter dicken Rindenschichten zu sogenannten Quills ineinander geschoben werden. Aus solchen Stangen entsteht der feinste und qualitativ beste Zimt. Cassia-Zimt ist zudem etwas schärfer, vor allem aber dunkler als Ceylonzimt, die Rinde ist sehr viel dicker.

Gesunde Zutat

Zimt soll die Verdauung fördern, Krämpfe lösen und Entzündungen hemmen. Auch Alfons Schuhbeck ist überzeugt: "Zimt ist ein Blutfettsenker, ein Cholesterinsenker und ein Blutzuckersenker." Und: Zimt macht gute Laune, denn der Geruch regt die Produktion des sogenannten Glückshormons Serotonin an.

Cumarin vermeiden

Zimtsterne aus dem Supermarkt enthalten oft nur noch wenig Zimt.

Verbraucherschützer empfehlen fürs Backen Ceylon-Zimt, da dieser weit weniger Cumarin enthält als das chinesische Pendant. Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der in hoher Dosierung Leberschäden auslösen kann. Auch wenn in Fertig-Plätzchen vor allem Cassia-Zimt enthalten ist: Ein allgemeiner Grund zur Sorge besteht deswegen nicht. Denn inzwischen enthält industriell gefertigtes Backwerk gar kein Cumarin mehr oder nur so viel, wie es im Rahmen des gesetzlich festgelegten Grenzwertes möglich ist. Ursache: Das Gewürz Zimt wird häufig nur noch reduziert eingesetzt und von vielen Herstellern durch Zimtaroma ergänzt - das an die Aromafülle natürlichen Zimts allerdings lange nicht heranreicht.

So bewahren Sie Gewürze richtig auf

Haltbarkeit

Gewürze sind in der Regel über längere Zeit haltbar, aber auch nicht unbegrenzt. Gemahlene Gewürze können sich durch die Einwirkung von Licht oder die Verbindung mit Luft im Laufe der Zeit hinsichtlich Würzkraft und Geschmack verändern. Deshalb sollten Sie Gewürze nie in großen Mengen einkaufen.

Einkauf

Ungemahlene oder unzerkleinerte Gewürze halten sich länger, Sie sollten daher die Gewürze im Ganzen kaufen und bei Bedarf reiben oder zerkleinern: Ingwer, Kardamom, Muskatnuss, Pfefferkörner und Zimtstangen halten bis zu vier Jahre. Anis, Dillsamen, Korianderkörner und Nelken können bis zu fünf Jahre aufbewahrt werden.

Würzkraft

Zerkleinerte Gewürze wie zum Beispiel gemahlene Muskatnuss oder Currypulver verlieren ihre Würzkraft bereits nach wenigen Monaten, wenn sie nicht richtig aufbewahrt werden. Getrocknete Kräuter sollte man nicht länger als ein Jahr aufbewahren. Daher sollten Sie regelmäßig Inventur im Gewürzregal machen. Das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum bezieht sich auf die ungeöffnete Packung!

Lichtschutz

Gewürze sollte man einzeln, kühl, trocken und möglichst lichtgeschützt aufbewahren. Vanilleschoten zum Beispiel werden oft in Glasröhrchen verkauft, weil sie andere Gerüche und Aromen leicht annehmen. Hängen Sie Ihr Gewürzregal auch nicht über dem Herd auf - Hitze und Gerüche schaden jedem Gewürz.

Quelle: Fachverband der Gewürzindustrie


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