Wissen


9

Zahnpflege Gesundheit beginnt im Mund

Wer seine Zähne regelmäßig pflegt, tut einiges für seine Gesundheit. Denn ernsthafte Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall können auch etwas mit mangelnder Zahnhygiene zu tun haben. Tipps für die richtige Zahnhygiene von Anfang an.

Stand: 24.07.2019

Schokolade, Kekse, Gummitiere: Die Deutschen lieben Süßigkeiten. Fast 31 Kilo Süßwaren im Wert von rund 111 Euro verspeist laut Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie jeder Deutsche pro Jahr.

Richtiges Zähneputzen = seltener krank

Richtiges und regelmäßiges Zähneputzen ist Gesundheitsvorsorge: Eine Studie der Universität Barcelona beweist, dass Zähneputzen das Risiko verringert, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Lungenentzündungen werden meist durch Bakterien ausgelöst. Ist der Mundraum besiedelt und wird nicht gereinigt, breiten sich die Krankheitserreger rascher in Richtung Atemwege aus. Zusammenhänge zwischen Erkrankung und Zahngesundheit werden auch bei Schlaganfällen, Diabetes und Herzinfarkten vermutet.

Gute Zahnpflege vermeidet Entzündungen

Anscheinend gibt es einen Zusammenhang zwischen Parodontose und Arterienverkalkung, so das Verbrauchermagazin Apotheken Umschau. Die Entzündungsprozesse im Körper scheinen die Verkalkung der Arterien zu fördern. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, bei der zwölf Jahre lang rund 1.100 Teilnehmer aus Schottland getestet wurden. Testpersonen, die ihre Zähne weniger als zweimal am Tag putzten, hatten demnach ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass Menschen, die regelmäßig ihre Zähne pflegen, auch sonst mehr auf ihre Gesundheit achten.

Zahnpflege-Tipps

  • Zweimal täglich die Zähne mit fluoridhaltiger Zahncreme putzen.
  • Außerdem täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide und einer speziellen Bürste reinigen.
  • Nicht zu viele süße oder saure Zwischenmahlzeiten.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt
  • Für Speichelfluss sorgen: mit Bonbons und Kaugummi gegen Bakterien

Die meisten putzen klassisch

Rund drei Viertel der Deutschen nutzen laut einer Forsa-Umfrage die klassische Handzahnbürste für die Zahnpflege. Ein Drittel der Putzer lässt eine elektrische Zahnbürste den Job erledigen. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume nutzen 47 Prozent der Deutschen Zahnseide, 26 Prozent Interdentalbürstchen. Mundwasser benutzen 50 Prozent der Deutschen.

Von klein auf ordentlich putzen

Zahnpflege sollte bereits im Babyalter beginnen - Eltern müssen bis ins Grundschulalter hinein ihren Kindern die Zähne putzen. Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt, Kinder spielerisch an die Zahnpflege heranzuführen. Praktischer Tipp einer Kinderzahnärztin: Frühestens wenn Kinder "schön" schreiben können, ist ihre Feinmotorik so weit entwickelt, dass sie ihre Zähne selbst ausreichend reinigen können.

Daran erkennen Sie einen guten Zahnarzt

Qualität, Management, Service

Bei der Wahl der Zahnarztpraxis sollte man drei Faktoren beachten: die medizinische Behandlungsqualität, die Organisation der Praxis sowie Freundlichkeit und Service des Personals. Tipps von Verbraucherschützern der unabhängigen Patientenberatung.

Erster Eindruck

Gute Zahnärzte legen Wert darauf, dass Sie sich wohl fühlen - und zwar bereits beim Betreten der Praxis - die sollte vor allem sauber sein. Wenn ihr erster Gedanke darin besteht, dass der Boden mal wieder gewischt werden müsste - dann nichts wie weg!

Organisation

Warteschlangen am Empfang? Große, überfüllte Wartezimmer? Mehr als drei Wartestühle? Das sieht nach Massenabfertigung aus. Bei guter Organisation lassen sich solche Situationen vermeiden. Aber: Notfälle haben Vorrang, auch ohne Termin!

Freundlichkeit

Fühlen Sie sich am Empfang willkommen? Kommt man Ihren Terminwünschen entgegen? Die Freundlichkeit des Personals gehört zum A und O - und sollte nicht aufgesetzt sein. Wenn Sie glauben, dass Sie stören - in der nächsten Praxis ist man sicher freundlicher zu Ihnen.

Gespräch auf Augenhöhe

Ein guter Zahnarzt wird Ihnen umfassend und genau erklären, wie es um Ihre Zähne bestellt ist und welche Maßnahmen seiner Meinung nach zu ergreifen sind - und zwar so, dass sie es auch tatsächlich verstehen, und nicht auf fachchinesisch. Wichtig ist, dass Ihre Rückfragen ernst genommen werden.

Angemessene Behandlung

Der Zahnarzt sollte Ihnen vermitteln, welche Behandlungsmaßnahmen akut sind und welche sinnvoll erscheinen. Er wird Ihnen mögliche Alternativen darlegen. Und er wird Ihnen sagen, auf was Sie verzichten können. Wird Ihnen ein pauschales Rundum-sorglos-Programm angeboten, ist Vorsicht angesagt!

Transparente Preise

Preise sollen transparent und nachvollziehbar sein. Die Kosten müssen vor der Behandlung feststehen. Ein guter Arzt informiert Sie ausführlich über die Kassenleistungen und darüber, was ansonsten für Kosten auf Sie zukommen. Er wird Ihnen dies schriftlich mitgeben und Sie nicht zu einer spontanen Entscheidung drängen.

Billig ist nicht gleich schlecht

Auch preiswerte Varianten können qualitativ gut sein, zum Beispiel weil gut kalkuliert wurde. Ein Zahnarzt, der Ihnen stets das Teuerste empfiehlt und über den grünen Klee lobt, denkt dabei unter Umständen an die eigene Tasche.

Instrumente und Geräte

Instrumente und Geräte wirken in einer guten Praxis modern und gepflegt und sind technisch auf dem neuesten Stand. Sie haben das Gefühl, der Behandlungsstuhl bricht gleich unter Ihnen zusammen? Dann nichts wie weg!

Solides Handwerk

Gute Füllungen halten zehn Jahre oder länger. Wenn nach zwei, drei Jahren die Füllung rausfällt, ist das ein schlechtes Zeichen. Ein guter Arzt gibt Ihnen mehr als die obligatorischen zwei Jahre Garantie auf den Zahnersatz - und zwar ohne saftigen Aufpreis.

Kompetenz

Die Behandlung ist Sache des Arztes! Füllungen, Spritzen und Behandlungen gehören nicht in die Hände der Zahnarzthelferinnen. Spätestens dann sollten sie den Arzt wechseln!

Ansprechpartner

Bei der Verbraucherzentrale, bei der unabhängigen Patientenberatung, aber auch am Patiententelefon der Zahnärztekammer finden Sie umfassend Hilfe. Vorsicht ist bei Beratungsseiten im Internet geboten: Dort geht es meist nur um die Kosten, nicht um die Qualität der Behandlung.


9