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Tiere der Wüste Von der Agame bis zur Viper

Wüstenvögel können zu Wasserstellen fliegen, um zu trinken. Die meisten anderen Tiere in Trockengebieten mussten sich im Laufe der Evolution andere Strategien für den Flüssigkeitshaushalt einfallen lassen - und zum Schutz vor der Hitze. Aber nicht nur Kamele können überleben.

Stand: 13.06.2017

Dromedare in der Wüste - Wüstentiere wie aus dem Bilderbuch | Bild: picture-alliance/dpa

Sengende Hitze, knallheißer Boden, kaum Wasser, geringes Nahrungsangebot, wenig Schutz vor Feinden - wer will schon in Gegenden mit solchen Standortnachteilen leben?

Nicht nur Kamele: Tiere, die in der Wüste (über)leben

Die Dornschwanzagame zum Beispiel. Fennek, Hornviper und Pillendreher haben sich auch arrangiert. Ganz zu schweigen von den Wüstentieren schlechthin: den Kamelen und Dromedaren. Viele wirbellose Tiere wie Käfer, Spinnen oder Skorpione bevölkern die Wüsten der Erde, zum Teil auch vegetationslose Gegenden. Aber auch manche Wirbeltiere haben sich an die Verhältnisse in Trockengebieten angepasst. Allein in der Sahara leben 50 Säugetier-Arten. Auch etwa zehn Schlangen- und 30 Echsenarten tummeln sich dort. Um der Hitze zu entkommen, sind manche Tiere nachtaktiv.

Überlebensstrategien von Tieren der Wüste

Wasser "essen" oder sammeln

Oryxantilope - ein Tier der Afrikanischen Wüste:

Wasser trinkt man - nicht unbedingt, denn viele Wüstentiere haben keinen Zugang zu Oasen. So behelfen sich zum Beispiel manche Schlangen, Spinnen oder Skorpione damit, dass sie Flüssigkeit über die Beutetiere aufnehmen, die zu 70 Prozent aus Wasser bestehen. Selbst manche Säuger wie afrikanische Oryxantilopen (siehe Bild) oder Schakale können das.

Die Körperoberfläche einiger Tierarten ist so strukturiert, dass sie das wenige Wasser aus der Umgebung "herauskämmen". So verfügt der australische Dornteufel über viele Stacheln, mit denen er die Flüssigkeit auffängt. Über Rillen läuft es dann in seinen Mund. Der südafrikanische Gürtelschweif leckt Tauwasser von seiner bestachelten Haut.

Speichertricks

Dromedar in der Wüste

Was im Radsport als Doping geahndet würde, fällt bei Dromedaren unter Überlebenskunst: Um auch lange Trockenperioden zu überstehen, können sich ihre roten Blutkörperchen extrem ausdehnen und dadurch Wasser speichern.

Andere Tiere haben dazu ein eigenes Organ entwickelt, das auch zum Teil bei ihrer Namensgebung Pate stand: Die in der Sahara lebende Dickschwanzmaus oder die Dornschwanzagame, die von Nordafrika bis Indien verbreitet ist, gehören dazu. Auch der Höcker des Dromedars ist dazu in der Lage.

Aufhellen, Abstand halten, abtauchen

Spuren des Wüsten-Hornvipers

Das aufheizende Schwarz ist nicht gerade die optimale Farbe bei großer Hitze. Was machen da die Schwarzkäfer, Bewohner vieler Wüsten? Manche Arten legen sich weiße Flügeldecken zu, andere eine helle Wachsschicht und wieder andere eine glänzende und daher reflektierende Oberfläche.

Die Gefahr kommt aber nicht nur von oben, sondern auch von unten: Wenn sich Wüstensand auf 80 °C aufheizt, ist der direkte Bodenkontakt nicht ratsam. Die Wüsten-Hornviper bewegt sich daher durch das sogenannte Seitenwinden vorwärts. Dabei berühren immer nur zwei Punkte den Sand, was charakteristische Spuren hinterlässt (siehe Bild).

Gut dran ist, wer sich in den "Keller" verziehen kann. Schon in einer Bodentiefe von 30 Zentimetern bleibt die Temperatur konstant bei etwa 25 °C. Nagetiere nutzen das für unterirdische Bauten. Manche Echsen- und Spinnenarten können sich in Nullkommanichts in tiefere Sandschichten graben.

Tiere der Wüste - von Flüghühnern bis Wüstenameisen

  • Das Geheimnis der Wüstenelefanten: 23.06.2019, 10.30 Uhr, alpha-expedition, ARD-alpha.
  • Das Geheimnis der Wüstenelefanten: 19.06.2019, 20.15 Uhr, alpha-expedition, ARD-alpha.
  • Die Wüsten der Erde - Salzwüsten - Feuerkrater - Wilde Kamele: Folge 2 von 12 am 13. September 2014, um 21.30 Uhr, ARD alpha.
  • Wüstenschiffe: Von Kamelen und Menschen am 18. März 2015, 10.15 Uhr, ARD alpha

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