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Stunde der Wintervögel 2017 Deutschlands größte Vogelzählung

Wie ist es um unsere Meisen, Eichelhäher und Amseln bestellt? Vom 6. bis 8. Januar 2017 fand Deutschlands größte Vogelzählung statt. Mehr als 27.000 Teilnehmer haben in Bayern über 640.000 Vögel gezählt.

Stand: 17.01.2017

Tiere im Winter: Amsel | Bild: picture-alliance/dpa

Über unsere Vögel im Winter gibt es bislang wenig wissenschaftliche Erkenntnisse. Deswegen will der Landesbund für Vogelschutz (LBV) jedes Jahr mit der "Stunde der Wintervögel" mehr über sie herausfinden: Wie passen sich die Tiere an die kalte und futterarme Zeit an? Welche Arten profitieren von einer Fütterung? Bei der Vogelzählung konnte jeder mitmachen und vom 6. bis einschließlich 8. Januar 2017 zum Forscher werden. Alles, was man tun musste: sich eine Stunde Zeit nehmen und Vögel beobachten. Das konnten Sie bequem vom Wohnzimmer aus mit Blick auf Ihren Garten oder Balkon machen, genauso natürlich im Park.

Die wichtigsten Vogelarten im Winter

Eine Stunde lang Vögel zählen - so ging's

Während einer beliebigen Stunde im Meldezeitraum sollten Vögel beobachtet werden. Die höchste Anzahl von Vögeln einer Art, die binnen dieser Stunde gleichzeitig gesehen wurden, wurde notiert. Wenn jemand also um 10 Uhr eine Amsel gesehen hat, um 10.30 Uhr vier Amseln und um 10.40 Uhr zwei Amseln - dann wurden nicht insgesamt sieben Tiere gemeldet, sondern vier. So wird verhindert, dass immer dieselben Tiere gezählt und gemeldet werden.

Die Ergebnisse der Vogelzählung 2017

Im Januar 2017 haben mehr als 27.000 Teilnehmer in Bayern über 640.000 Vögel gezählt. Im Durchschnitt wurden pro Garten 33 gefiederte Gäste gemeldet. Allerdings zählten die Teilnehmer bei der Mitmachaktion insgesamt knapp 20 Prozent weniger Vögel in den bayerischen Gärten als im Vorjahr. Besonders in den Städten zeichnete sich laut LBV ein Abwärtstrend ab: Die Landeshauptstadt München sei mit durchschnittlich nur 20 Vögeln pro Garten gar die "vogelfeindlichste Stadt Deutschlands", so die Experten. Ausschlaggebend dafür seien Bauboom und die ungebremste Nachverdichtung. Dieser Negativtrend zeigte sich auch an geringen Sichtungen in Nürnberg (25), Augsburg (26) und Bamberg (26).

Oberbayern am wenigsten Vögel

Insgesamt über dem bayerischen Durchschnitt lagen demnach die Teilnehmer in Niederbayern (43 gefiederte Gästen pro Garten) sowie die Regierungsbezirke Oberfranken (37), Oberpfalz (37) und Schwaben (34). Am wenigsten Tiere waren es der Auswertung zufolge mit 30 Vögeln pro Garten in Oberbayern. Unterfranken war durchschnittlich mit 33 Tieren pro Garten, in Mittelfranken waren es 32.

Feldsperling auf Platz Eins

Zwei Feldsperlinge landen am Meisenknödel

Auf Platz eins der bayerischen Vogelcharts kam bei der Mitmachaktion der Feldsperling, gefolgt vom Haussperling und der Amsel auf Platz drei. Die Kohlmeise landete bei der aktuellen Zählung nur noch auf Platz vier – in den vergangen sechs Jahren hatte sie meist den Spitzenplatz belegt. Auf den Plätzen fünf bis sieben folgten in der Auswertung Blaumeise, Buchfink und der Grünfink, für den die Vogelschützer weiterhin eine stark abnehmende Tendenz beobachten.

Die Top Ten 2017 in Bayern
PlatzVogelAnzahl
1Feldsperling98.646
2Haussperling (Spatz)93.024
3Amsel91.366
4Kohlmeise74.793
5Blaumeise50.224
6Buchfink37.781
7Grünfink/Grünling23.811
8Elster18.218
9Rotkehlchen15.456
10Rabenkrähe11.963

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