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Plage in Bayern Was tun, wenn Wildgänse lästig werden?

Wildgänse fühlen sich an bayerischen Gewässern äußerst wohl. Das hohe Aufkommen der Vögel bringt allerdings diverse Probleme mit sich. Wissenschaftler erforschen tierfreundliche Methoden, um die Zahl der Gänse zu reduzieren.

Stand: 11.05.2018

Eine Kanadagans sitzt auf ihrem Nest. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft erforscht, wie die stark zunehmenden Wildgans-Populationen im Freistaat durch die Behandlung der Eier beeinflusst werden können. | Bild: picture alliance / Nicolas Armer/dpa

Ob an Seen, Flüssen, in Parks oder auf Feldern: Wildgänse finden an vielen Stellen in Bayern optimale Bedingungen vor. Und siedeln sich deshalb gerne dort an. Seit Jahren werden es immer mehr. Laut einem Sprecher des bayerischen Landwirtschaftsministeriums seien vor allem die Graugans-Bestände im Freistaat deutlich angestiegen. Zuwächse gebe es auch bei den Kanada- und Nilgänsen.

Kahl gefressene Felder und viel Dreck

Wildgänse - unerwünschte Gesellschaft beim Picknick.

An Badeseen, auf Liegewiesen und in Parks sorgt vor allem der überall herumliegende Kot der Tiere für Unmut. Zusätzliche Probleme verursacht der Kot, wenn Landwirte Wiesen mähen und das Gras als Tierfutter verwenden wollen.

Bauern kämpfen außerdem mit erheblichen Fraß-Schäden auf ihren Feldern. Auf der Suche nach Futter watscheln die Gänse über die Äcker und fressen laut Bayerischem Bauernverband am liebsten Keimlinge von Getreide, reife Getreideähren, Salat und anderes Feldgemüse. Das führt bei einigen Landwirten zu erheblichen Ernteausfällen.

Maßnahmen zur Reduzierung der Wildgänse

Vogelscheuchen alleine helfen schon lange nicht mehr. Das Landwirtschaftsministerium fördert seit Ende 2014 ein Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, bei dem Landwirte, Jäger, Naturschützer, Behörden und Wissenschaftler gemeinsam Maßnahmen erforschen, um ein sinnvolles Wildgans-Management zu erreichen.

Seeadler, um Wildgänse zu vergrämen.

Denn auch die Jagd reicht nicht aus. Auch wenn hier mit besseren Techniken und übergreifenden Absprachen womöglich noch mehr erreicht werden könnte. Eine weitere Möglichkeit ist, die Gänse mit Seeadlern zu vertreiben, oder den Füchsen den Beutezug zu erleichtern.

Die Gelegebehandlung

Eine etwas aufwendigere Möglichkeit ist die sogenannte "Gelegebehandlung":

Gelegebehandlung: Bakterien werden in die Eier injiziert.

Im Nest werden alle Eier bis auf zwei zerstört, indem Bakterien in die Eier gespritzt werden. Die Eier werden schlecht und es entsteht daraus kein Küken. Würde man die Eier einfach herausnehmen, würde die Gans neue legen. So geht sie zurück ins Nest, merkt nichts und brütet weiter.

Diese Methode wird in zwei Projektregionen im Maintal zwischen Haßfurt und Bamberg sowie am Altmühlsee durchgeführt.

Verschiedene Maßnahmen notwendig

Es gibt wohl nicht DIE Methode, mit der man den Wildgans-Populationen alleine Herr werden kann. Laut Projektbetreuer Christian Wagner wird es immer eine Kombination verschiedener Maßnahmen sein müssen, die auf die Region abgestimmt entwickelt werden muss.

  • Wildgänse - Die Vögel werden zur Plage auf Feldern und Wiesen: 01.06.2018, 19 Uhr, Unser Land, BR Fernsehen.

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