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Impfung Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Senioren, chronisch Kranke und Menschen, die beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen haben, sollten sich gegen Grippe impfen lassen, empfiehlt das Robert Koch-Institut.

Stand: 22.11.2018

Eine Spritze wird in einen Oberarm gesetzt | Bild: colourbox.com

Eine Grippewelle beginnt meist nach dem Jahreswechsel. Höhepunkt ist zwischen Mitte Februar und Ende März. Eine Grippeschutzimpfung ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts das wichtigste Mittel, um sich vor einer Grippeerkrankung zu schützen - gleichwohl eine Impfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet.

Wie schwer eine Grippesaison ausfällt, lässt sich nicht vorhersagen. Während einer jährlichen Grippewellen werden schätzungsweise 5 – 20 Prozent der Bevölkerung infiziert. Vergangenen Winter hat die Grippe in Deutschland besonders stark gewütet.

Wer sollte sich impfen lassen?

Das RKI empfiehlt all denen eine Grippeschutzimpfung, die zu den Risikogruppen gehören. Das sind: Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, alle Schwangeren, Menschen, die beruflich viel Kontakt mit anderen haben wie Krankenhaus-Personal oder Altenpfleger, Patienten, die an einer chronischen Krankheit leiden wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Kinder mit Diabetes.

Grippe und Schlaganfall

Laut Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe belegen kanadische und französische Studien, dass das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bei Senioren um bis zu 50 Prozent geringer sei, wenn eine Grippeimpfung durchgeführt wurde. "Wir beobachten schon lange, dass Infekte zu einer Häufung von Schlaganfällen führen", erklärt der Bielefelder Neurologe Wolf-Rüdiger Schäbitz: "Deshalb gibt es im Herbst und Winter mehr Schlaganfälle als im Sommer."

Schwere Komplikationen der Grippe

Für diese Gruppe bedeutet eine Grippe-Erkrankung eine echte Gefahr, denn sie trägt ein größeres Risiko für einen schweren Verlauf einer Influenza. Eine echte Grippe kann lebensgefährliche Komplikationen nach sich ziehen - die beiden bedeutendsten sind bakterielle Lungenentzündungen oder Herzmuskelentzündungen. Beide können tödlich enden.

Impf-Schutz nach 14 Tagen

Während Ärzte und Impfexperten empfehlen, sich impfen zu lassen, sehen Naturheilkundler die Impfung eher kritisch. Die Grippeschutzimpfung gilt aber als gut verträglich. Es werden ausschließlich Tot-Impfstoffe verwendet, die keine Erkrankung auslösen können. Nach circa 14 Tagen hat das Immunsystem den Schutz gegen die Erreger vollständig aufgebaut. Eine Impfung hat eine Effektivität zwischen 40 und 60 Prozent. Wer eine Erkältung hat oder diese gerade erst überwunden hat, sollte sich nicht impfen lassen, sondern warten, bis er wieder ganz gesund ist.

Bei älteren Menschen wirken diese Impfungen nicht ganz so gut. Deswegen sind für Senioren sogenannte adjuvantierte, also verstärkte Influenza-Impfstoffe entwickelt worden. Bei diesen, so das RKI, können aber schwerere lokale Nebenwirkungen auftreten.

Impfen - Schutz oder Schaden

Wer?

Wer sollte sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung für folgende Personen:

  • alle Menschen über 60 Jahren,
  • alle Schwangeren,
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie Asthma oder Diabetes,
  • Personen mit bestimmten Immundefekten oder einer HIV-Infektion,
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen,
  • Menschen, die aufgrund ihres Berufes ein hohes Ansteckungsrisiko haben oder andere gefährdete Menschen anstecken könnten,
  • Personen, die ungeimpfte oder geimpfte Risikoperson betreuen.

Wie geht's?

Wie sieht die Grippe-Impfung aus?

Da sich die Grippeviren ständig wandeln, wird jedes Jahr ein neuer Impfstoff hergestellt. Dieser enthält abgetötete Influenza-Viren. Die Grippe-Impfung bietet keinen Schutz vor Vogelgrippe. Die Vogelgrippe ist eine Tierkrankheit, an der sich Menschen nur äußerst selten anstecken. Die Grippe-Impfung wird beim Hausarzt gemacht.

Auffrischung?

Muss die Impfung aufgefrischt werden?

Ja. Weil die Erreger sich ständig verändern, muss jedes Jahr im Herbst vor Beginn der Grippesaison der aktuelle Impfstoff mit der von der WHO empfohlenen Antigen-Kombination geimpft werden.

Die STIKO empfiehlt, Kinder von zwei bis sechs Jahren, bei denen wegen einer Grundkrankheit eine Impfung empfohlen ist, bevorzugt einen Impfstoff zu verwenden, der nicht mehr per Spritze verabreicht, sondern in die Nase gesprüht wird. Damit erhofft sich die STIKO eine höhere Akzeptanz der jährlich zu wiederholenden Influenza-Impfung bei Kindern und Eltern. Darüber hinaus verspricht man sich von dem Spray eine erhöhte Wirksamkeit.

Verträglichkeit

Wie verträglich ist die Influenza-Impfung?

Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) sind in den ersten drei Tagen nach der Impfung gelegentlich lokale Reaktionen wie Rötung, leichte Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle möglich. Auch die zugehörigen Lymphknoten können gelegentlich verhärten und anschwellen. Weiter möglich sind Fieber, Frösteln, Übelkeit, Unwohlsein, Müdigkeit, Schwitzen, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. In der Regel sind diese Beschwerden vorübergehend und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Komplikationen

Kann es bei der Grippeimpfung Komplikationen geben?

Komplikationen wie allergische Reaktionen (Haut, Bronchialsystem) sind sehr selten. Nur in Einzelfällen wurde über allergische Schockreaktionen berichtet. Sehr selten sind Blutgefäß-Entzündungen (Vaskulitis) und eine Verminderung der für die Blutgerinnung verantwortlichen Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie). Nur in Einzelfällen wurde das Guillan-Barré-Syndrom beobachtet. Darunter versteht man eine Entzündung der Nervenwurzeln, die mit Lähmungserscheinungen einhergeht.

Krankheiten?

Gibt es einen Zusammenhang mit bestimmten Krankheiten?

Fraglich ist laut Ständiger Impfkommission (STIKO) ein ursächlicher Zusammenhang der Grippe-Impfung mit bestimmten Krankheiten, über die in Einzelfällen berichtet wurde. Zu diesen Krankheiten zählen unter anderem eine vorübergehende Beeinträchtigung der Nierenfunktion, eine als Erythema exsudativum multiforme bezeichneten Hautkrankheit, Uveitis (Entzündung an der Augenhaut), Nervenentzündungen und Krampfanfälle. Laut STIKO könnte es sich in der Mehrzahl dieser Einzelfallberichte um das zufällige zeitliche Zusammentreffen von miteinander nicht ursächlich verbundenen selbständigen Ereignissen handeln.

Bei Allergie gegen Hühnereiweiß

Patienten mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß müssen erst mit ihrem Arzt klären, ob sie sich gegen Grippe impfen lassen sollen: Die Impfstoffe werden auf Basis von Hühnereiweiß hergestellt.

Erkrankungszahlen - Grippekarte:

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza beobachtet die Grippezahlen in Deutschland. Auf der Karte sieht man die Gesamtheit der Atemwegsinfekte wie Rachenentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung.

Tipps gegen Ansteckung

Hygiene

Influenza-Viren sind hochansteckend und übertragen sich über Tröpfcheninfektion durch den Atem infizierter Menschen oder Kontaktinfektion über Flächen und Gegenstände. Dort halten sich Erreger mehrere Stunden. Die Erreger werden vom Infizierten bereits 24 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome übertragen.

Hände waschen

Waschen Sie sich regelmäßig die Hände - mit Seife. Beim Abtrocknen auf öffentlichen oder Büro-Toiletten Handtücher meiden, die von vielen benutzt werden. Lieber Toilettenpapier oder Taschentuch verwenden.

Desinfizieren

Influenzaviren können sich auf Oberflächen wie Türklinken, Lichtschaltern oder Telefonhörern halten. Wer kann, sollte diese im Büro regelmäßig desinfizieren.

Lüften

Büros und Wohnräume sollten regelmäßig gut gelüftet werden, denn in überheizten Räumen halten sich die Viren besonders gut.

Hände waschen hält Viren ab: So geht es richtig!


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