Wissen


34

Erster Weltbienentag am 20. Mai Bienen unentbehrlich für Ökosystem und Wirtschaft

Die Vereinten Nationen (UN) haben den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Dieser Tag soll unterstreichen, wie wichtig Bienen in unserem Ökosystem, aber auch für die Wirtschaft sind. Und er soll darauf aufmerksam machen, dass die Bienenbestände schwinden.

Stand: 20.05.2018

Eine Biene sammelt Nektar an einer Blüte des Hohen Wiesen-Ehrenpreises (Veronica longifolia, auch "Schneeriesin" genannt). | Bild:  picture alliance / dpa Themendienst

Auf Betreiben Sloweniens haben die Vereinten Nationen im Dezember 2017 den 20. Mai 2018 zum ersten Weltbienentag ausgerufen. Für den Tag zu Ehren der Bienen stimmten 115 UN-Mitgliedsstaaten, darunter alle EU-Staaten, die USA, Kanada, China, Russland, Indien, Brasilien und Australien. Mit diesem Tag soll unterstrichen werden, wie viele Pflanzen auf die Bestäubung von Bienen angewiesen sind und wie wichtig die Insekten für unser Ökosystem und die Landwirtschaft sind. Nach Angaben des Weltrats für Biologische Vielfalt sorgen Bienen und andere Insekten mit ihrer Bestäubung jedes Jahr weltweit für Nahrungsmittel im Wert von bis zu rund 500 Milliarden Euro.

Bienen als Thema aktueller denn je

Wie groß die Angst davor ist, die Bienen könnten aussterben, zeigt sich derzeit in einer hitzigen öffentlichen Diskussion und zahlreichen Aktionen, in denen es um Bienen geht: So machte ein Discounter in Hannover mit einer "Bienen-Aktion" auf sich aufmerksam: Um auf die Auswirkungen des Insekten- und Bienensterbens hinzuweisen, räumten die Mitarbeiter in der Nacht auf den 14. Mai 2018 unangekündigt 60 Prozent aller Produkte vom Apfel bis zur Baumwollsocke aus den Regalen. Alle diese Produkte seien direkt oder indirekt von Insektenbestäubung abhängig, so das Unternehmen. Auf Schildern in dem über die Hälfte leeren Supermarkt stand: "Biene weg. Regal leer."

Politisches Streitobjekt Bienen

Auch in der Politik wird das Thema Insektensterben viel diskutiert. So hat Kanzlerin Angela Merkel den Bundestag am 16. Mai 2018 aufgefordert gegen das Bienensterben vorzugehen. "Bienen stehen pars pro toto für das, was wir unter Artenvielfalt verstehen", sagte sie im Plenum und wies auf den Weltbienentag hin. Die Grünen warfen der Bundesregierung dagegen "billige Symbolpolitik" beim Kampf gegen das Artensterben vor. "Wenn Angela Merkel den Bienenschutz glaubhaft zur Chefsache machen will, muss ihre Regierung viel mehr tun als einmal im Jahr an die Artenvielfalt denken", erklärte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner.

So müsse die Regierung neben den drei jüngst von der EU verbotenen Neonikotinoiden alle weiteren für Bienen schädlichen Pflanzenschutzmittel verbannen. Außerdem forderte er von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), sich einer Umschichtung von Fördergeldern auf bienenfreundlich wirtschaftende Agrarbetriebe nicht mehr zu verweigern.

Mehr Imker, aber weniger Wildbienen

Allein in Deutschland gelten mehr als die Hälfte der fast 600 Wildbienenarten als gefährdet. Anders sieht es bei der Honigbiene aus, die der Mensch gezüchtet hat. Die Zahl der Völker nimmt seit Jahren wieder zu, weil mehr Menschen das Imkern als Hobby entdeckt haben. Etwa 870.000 Völker schwirren nach Angaben des Deutschen Imkerbundes hierzulande herum.

Zum Weltbienentag hat der Verein seine Mitglieder aufgerufen, sich mit speziellen Aktionen zu beteiligen. "Wir freuen uns, dass sich seit elf Jahren immer mehr Menschen für die Imkerei interessieren. Aber es muss noch lange nicht jeder Imker werden, um Bienen zu helfen", so die Geschäftsführerin des Deutschen Imkerbundes Barbara Löwer. Auch sie betont, dass es in Deutschland vor allem um die Wildbienen gehe, wenn vom Bienensterben die Rede ist.

Mehr bienenfreundliche Gärten

Lebensraum nicht nur für Bienen und Wildbienen im Garten: Insektenhotel

Löwer fügt hinzu: "Denn im Gegensatz zur Honigbiene, auf die der Mensch (Imker) achtet, sterben Wildbienen fast unbemerkt. Helfen würde deshalb bereits ein kritischer Blick ins eigene Lebensumfeld und die Frage: Ist dieses bienenfreundlich gestaltet?" So soll der Weltbienentag auch mit dem Vorurteil aufräumen, ein bienenfreundlicher Garten sei mit großem Aufwand verbunden. Dem sei eben nicht so, erklärt Löwer.

Umdenken in der Landwirtschaft gefordert

Seit Jahren kämpfen die Imkereien immer wieder mit hohen Winterverlusten. Zwar habe es auch früher schon hohe Verluste gegeben, jedoch kehrten diese seit rund 15 Jahren in geringeren Abständen wieder, so die Expertin.

"Ursachen sind in erster Linie Bienenkrankheiten, jedoch spielen auch andere Einflussfaktoren wie die Ernährungssituation und der Einfluss von chemischen Pflanzenschutzmitteln eine wichtige Rolle. Die beiden letztgenannten könnten minimiert werden, wenn ein Umdenken in der Bevölkerung und in der Landwirtschaft einsetzt. Dazu trägt hoffentlich der Weltbienentag bei."

Barbara Löwer, Geschäftsführerin des Deutschen Imkerbundes


34

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Schwade, Montag, 21.Mai, 09:23 Uhr

15. Bienen Volk ein zuhause geben

Wir haben 100qm Garten und suche ein Volk was bei mir einziehen möchte meine Bäume Pflanzen sind komplett frei von Dünge und anderen Schadstoffen.

Anton B., Sonntag, 20.Mai, 16:53 Uhr

14. Schade...

... das wir immer erst erkennen wie wertvoll etwas ist, wenn es (fast) schon zu spät ist.

Peter G., Sonntag, 20.Mai, 16:04 Uhr

13. Artenschutz

Die Merkel meint wenn man einen Gedenktag einlegt, ist alles gut, aber fast alle Entschedungen der letzten Jahre waren gegen den Artenschutz gerichtet.

Schweijck, Sonntag, 20.Mai, 15:57 Uhr

12. Biogasanlagen machen den Bienen den Garaus.

Die vielfältige und vielgliedrige bäuerliche Landwirtschaft
hat da keine Chancen.

Lochner, Sonntag, 20.Mai, 14:59 Uhr

11. Umdenken in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft muss ein schnelles Umdenken erfolgen. Auch die Politik muss dazu aufgefordert werden, dass die Giftstoffe wie z.B. Glyphosat u.s.w.
umgehend abgeschafft werden. Diese dürfen zur Herstellung überhaupt nicht mehr zugelassen werden. Die Landwirte sollten überlegen ob sie nicht auf Bio umstellen.