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SpaceX-Wettbewerb in Los Angeles Münchner Hyperloop-Team gewinnt mit drittem Pod

Zum dritten Mal hat das Team WARR der TU München den Hyperloop-Wettbewerb in Los Angeles gewonnen. Ihr Pod erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 457 Kilometern pro Stunde. Die Kapsel wiegt weniger und hat eine höhere Motorleistung als im Vorjahr.

Stand: 23.07.2018

WARR-Hyperloop-Team der TU München: Enthüllung des neuen Hyperloop-Pods | Bild: TUM Fotostelle/A. Heddergott

Mit 1.200 Kilometern pro Stunde - nahezu Schallgeschwindigkeit also - in einer Kabine durch eine luftleere Röhre rasen - so sieht die Vision des SpaceX-Gründers Elon Musk für das Verkehrsmittel der Zukunft aus. Das Fahrzeug würde wie eine Art Rohrpost nur 35 Minuten von San Francisco bis Los Angeles unterwegs sein. An der Verwirklichung der Idee arbeiteten weltweit zwanzig Teams. Zweimal haben die Studenten der TU München bereits den Wettbewerb gewonnen. Zuletzt hatte ihr "Pod", so wird die Kapsel genannt, die einmal bis zu dreißig Leute fassen soll, Ende August 2017 überzeugt. Mit 324 km/h ging das Münchner WARR Hyperloop-Team als klarer Sieger hervor.

Hyperloop Pod Competition III. in Los Angeles gewonnen

Ein Teil des WARR Hyperloop Teams: Felix Hsu, Christopher Reinbold, Adrian Kobras, Attila Bogsch, Johannes Ungar, Florian Janke

Jetzt hat das Team WARR der TU München den Hyperloop-Wettbewerb am 22. Juli in Los Angeles zum dritten Mal gewonnen. Ihr Pod erreichte eine neue Spitzengeschwindigkeit von 457 Kilometern pro Stunde. Die Kapsel wiegt weniger und hat eine höhere Motorleistung als das Vorgängermodell. Dafür bekam das deutsche Team zusätzlich einen Innovationspreis. Teamleiter Gabriele Semino, der bereits im vergangenen Jahr dabei war, hatte im Vorfeld erklärt, wie sich der neue Prototyp von den vorherigen unterscheidet. Insgesamt rund 40 Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen wie Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Betriebswirtschaft bringen ihr Wissen ein, um den Pod zu realisieren. Die Leute im Team arbeiten trotz des Studiums Vollzeit daran mit, um den dritten "Hyperloop Pod Competition von SpaceX" zu gewinnen.

"Die Anforderungen des Wettbewerbs sind anders: In diesem Jahr müssen alle Pods, die durch die Röhre auf der Teststrecke in Los Angeles fahren, über einen eigenen Antrieb verfügen – in den vergangenen Jahren war das optional, man konnte auch die Technik von SpaceX nutzen. Wir hatten aber schon 2017 einen Motor. So konnten wir unser Konzept prinzipiell weiterentwickeln. Wir haben aber das Design und auch den Antrieb stark überarbeitet und optimiert."

Gabriele Semino, Teamleiter des WARR-Hyperloop-Teams

Der Pod ist leichter und schneller geworden

WARR Hyperloop

Ein Projekt der studentischen Initiative WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt), die seit dem Jahr 1962 an der Technischen Universität München im Bereich der Luft- und Raumfahrt aktiv ist.

Im vergangenen Jahr waren die Münchner mit 324 km/h mehr als drei Mal so schnell wie das zweitplatzierte Team. Das geschieht einerseits, indem sie Gewicht sparen und andererseits, indem die Motorleistung erhöht wird. Das neue Modell ist aus Titan, Karbonfaser und Aluminium aus der Raumfahrt und dem Flugzeugbau gefertigt und soll noch einmal fünf bis zehn Kilogramm leichter als das gut 80 Kilo schwere Vorgängermodell sein. Mit einer Länge von knapp zwei Metern ist der neue Pod kürzer als der Vorgänger und kommt schwarz, schlank und elegant geformt daher.

Das Herzstück des Hyperloop Pods: der Antrieb, bestehend aus acht kleineren Elektromotoren

Den einen 50 Kilowatt starken Elektromotor des Vorjahrs hat das Team außerdem durch acht kleinere Elektromotoren ersetzt, die die Triebräder fest an die Schiene pressen. Auf diese Weise wurde die Leistung auf 240 Kilowatt, also 320 PS, gesteigert. So erhofften sich die Studierenden beim Wettbewerb eine Geschwindigkeit von bis zu 600 Kilometer pro Stunde.

TUM-Studierende entwickeln Schwebe-Kapsel

Doch die Studierenden setzten in diesem Jahr noch auf eine weitere Kapsel. In einem Nebenwettbewerb für Schwebetechnologie wollten sie einen zweiten Prototypen präsentieren. Der sogenannte "Magnet-Levitations-Pod" soll auf Luftpostern oder einem Magnetfeld 25 Meter vor und wieder zurück gleiten. Dieser Prototyp hat keine Karbonhülle, aber rotierende Platten, die mit starken Permanentmagneten bestückt sind. Drehen die sich schnell genug, hebt das den Schlitten von der Schiene. Das kontaktlose Schweben "sei eigentlich auch ganz cool", meint Semino.


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