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Franken vs. Oberbayern Hochwasser im Süden, Dürre im Norden

Über Wassermangel muss Bayern insgesamt nicht klagen. Doch das blaue Gold ist ungerecht verteilt: Der Norden Bayerns hat schon jetzt mit Trockenheit zu kämpfen. Der Klimawandel wird das weiter verschärfen: Während Franken mehr unter Dürren leiden wird, suchen Oberbayern öfter Hochwasser heim.

Stand: 21.03.2017

trockener Ackerboden bei Biberehren in Unterfranken | Bild: picture-alliance/dpa

Nicht überall in Bayern regnet es gleich viel. Der Süden ist klar im Vorteil: In den Alpen fallen bis zu 2.000 l/m² im Jahr, in den Voralpen und im Mittelgebirge etwa halb so viel. Unterfranken muss mit nur etwa 500 l/m² im Jahr auskommen, mancherorts sogar mit weniger. Dazu speichern die festen Gesteine im Norden Bayerns Grundwasser weitaus schlechter als etwa die Schotterebene um München.

Wasser für Franken

Der Norden Bayerns hat dadurch kurzfristig immer wieder mit Wassermangel zu kämpfen. Um dem zu begegnen, wurde in den 1970er-Jahren Bayerns größtes Wasserbauprojekt gestartet und nach dreißig Jahren Bauzeit im Jahr 2000 vollendet: Das Überleitungssystem bringt Wasser aus dem feuchten Süden über die Wasserscheide hoch ins Fränkische Seenland.

Dörrt uns der Klimawandel aus?

Auch der fortschreitende Klimawandel wird Bayern keine Wasserarmut bringen. Im Gegenteil: Für die Winter werden mehr Niederschläge vorhergesagt, es wird öfter Stürme und Starkregen geben. Doch die Sommer werden trockener, es kann öfter zu Dürreperioden kommen. Was das bedeutet, hat der "Jahrhundertsommer" 2003 gezeigt, als sinkende Pegel in Flüssen und Grundwasser die Schifffahrt teilweise zum Erliegen brachten und mancherorts die Brunnen trockenlegte. Einige Gemeinden bekamen tatsächlich Probleme bei der Trinkwasserversorgung. Und ein Kernkraftwerk musste seine Leistung drosseln, weil es nicht mehr ausreichend gekühlt werden konnte.

Gerade der wasserärmere Norden Bayerns muss daher vorsorgen. Klimaforscher vermuten, dass die Neubildung von Grundwasser in Teilen der Oberpfalz, Unter- und Oberfrankens um ein Zehntel zurückgehen könnte. Dann ist ein Anschluss an gute Wasserversorgung umso wichtiger - etwa an die großen Talsperren und Stauseen.

Die Folgen des Klimawandels für Bayern


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