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Umwelttechnik Sonne in den Tank

Unsere Energie stammt meist aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Dabei wird klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Dieser Prozess lässt sich umkehren: Aus CO2 und Wasser wird der Treibstoff Methanol - mit Sonnenenergie.

Stand: 29.02.2016

Sonnenkollektoren der Sandia National Laboratories | Bild: Sandia National Laboratories / Randy Montoya

Eigentlich haben die Sandia National Laboratories in New Mexico eine ganz andere Aufgabe als den Umweltschutz: Ihr Hauptauftrag ist es, Atomwaffen zu entwickeln. Doch in Zeiten knapper Ressourcen beschäftigen sich die Wissenschaftler dort seit 2007 auch mit alternativen Energiequellen - zum Beispiel mit der Sonne.

Kollektoren sammeln Sonnenstrahlen

Auf dem Sandia-Areal fangen riesige Sonnenkollektoren das Sonnenlicht ein und bündeln es extrem stark. Die Energie der Sonne verwandelt Kohlendioxid und Wasser in den Treibstoff Methanol. Diese chemische Reaktion ist schon lange bekannt, doch um den Prozess der Verbrennung umzukehren, ist sehr viel Energie nötig. Die kann nur die Sonne liefern, wenn man nicht noch mehr Brennstoffe verbrauchen und so neue Schadstoffe produzieren will.

Methanol statt Wasserstoff

Solarchemischer Receiver-Reaktor

Auf der ganzen Welt arbeiten Wissenschaftler an Techniken, um mit Hilfe von Sonnenenergie aus Kohlendioxid Treibstoff zu produzieren. Die meisten Forscher interessieren sich aber nur für den Wasserstoff. Der ist aber aufgrund seiner Eigenschaften kein idealer Brennstoff, meint Projektleiterin Ellen Stechel von den Sandia National Laboratories. Wasserstoff hat eine geringere Energiedichte und benötigt deshalb wesentlich mehr Platz im Tank. Außerdem müssten sämtliche Fahrzeuge und Tankstellen umgerüstet werden. Methanol ist da deutlich praktischer: Es lässt sich in herkömmlichen Benzinmotoren verbrennen oder auch in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung einsetzen.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, Kohlendioxid mit Hilfe von Sonnenlicht in Kraftstoff zu verwandeln, angefangen bei künstlichen Blättern bis hin zu chemischen Syntheseschritten in Fabriken. Durchgesetzt hat sich bislang aber noch keine Methode.


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