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Silvester-Sekt Korken sausen mit hoher Geschwindigkeit

Drei, zwei, eins - Neujahr! Großer Jubel, Konfetti und Musik. Eines darf auf keiner großen Silvesterparty fehlen: der Sekt. Doch aufgepasst! Denn der Korken fliegt so schnell aus der Flasche, wie der schnellste Mensch laufen kann.

Stand: 12.12.2018

An Silvester fliegt der Korken mit hoher Geschwindigkeit aus der Flasche. | Bild: colourbox.com

Partygäste müssen beim feierlichen Sekt-Öffnen rechtzeitig in Deckung gehen. Denn wenn es knallt, ist der Korken so blitzschnell aus der Flasche geflogen, da kann keiner mehr ausweichen. Er fliegt mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde durch den Raum.

Sektkorken: Etwa so schnell wie der schnellste Mensch der Welt

Weltrekord über 100-Meter bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009.

In einer gut geschüttelten Sektflasche herrschen rund 2,5 Bar, das ist das Zweieinhalbfache des normalen Luftdrucks. Gemessen wurde die Geschwindigkeit im Labor der Technischen Universität Clausthal mit einer Lichtschranke sowie akustisch. Dabei wurde die Zeit zwischen dem Knallen beim Start und dem Aufprall auf eine Papierwand gestoppt. Ergebnis: 40 Kilometer pro Stunde - das ist etwa so schnell, wie der schnellste Mensch laufen kann. Usain Bolt erreichte bei seinem Weltrekord 2009 in Berlin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,58 Kilometer in der Stunde, seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 44,72 Kilometern pro Stunde.

Zum Glück ist der Jahreswechsel mitten in der Nacht. Denn wenn die Sektflasche sonnengewärmt ist und besonders gut geschüttelt wird, könnte der Korken sogar bis zu 100 Kilometer schnell werden, sagen die Forscher.

In der Praxis müsse sich aber kaum einer Sorgen machen, von seinem Gastgeber mit dem Korken umgeschossen zu werden. Denn 40 Stundenkilometer erreichen Silvester-Sektkorken nur selten: "Wenn die Flasche ungeschüttelt aus dem Kühlschrank kommt, ist eigentlich kein Druck drauf", so Physikprofessor Friedrich Balk. Der Korken ploppt dann zwar, aber so schnell wie im Labor wird er nicht werden. Die ganz versierten Feier-Fans schaffen es sowieso ganz ohne fliegende Korken und Sauerei, den fein perlenden Sekt zu genießen.

Der perfekte Knall

Auch akustisch lässt sich das Öffnen einer Sektflasche optimieren: Die Flasche muss 6,7 Grad kühl sein und der Korken mit "minimaler Auszugskraft" bewegt werden, dann entsteht ein wohlklingender Plopp. Wohlklingend sind für das menschliche Gehör Töne mit konstanter Frequenzintensität zwischen 8.000 bis 12.000 Hertz.

Sektkübel statt Kühlschrank

Gewöhnliche Kühlschränke kühlen Sektflaschen nur auf elf Grad ab. Um die perfekte Temperatur von 6,7 Grad zu erreichen, muss eine Sektflasche 40 Minuten in einem Sektkühler gekühlt werden.

Entscheidend: die Bläschen

Zwei Gläser mit Champagner: Gerade an Silvester wird gerne mit Sekt oder Champagner aufs neue Jahr angestoßen. | Bild: colourbox.com zum Artikel Champagner Prickelndes Geheimnis gelüftet

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Erst die perfekte Temperatur macht den perfekten Plopp möglich. Sie beeinflusst die Aktivität der Bläschen. In einer perfekt gekühlten Sektflasche haben die Bläschen weniger Energie. Man braucht weniger Druck beim Entfernen des Sektkorkens, weil weniger Gas entweicht - dafür aber der perfekte Knall. Den hat die britische Wissenschaftlerin Eugenia Cheng von der University of Sheffield berechnet - im Auftrag eines portugiesischen Korkverbands.

* Prost Neujahr! *


  • Aeneas Rooch experimentiert: Wieso knallt Sekt beim Öffnen? 22.12.2014, 18.05 Uhr, IQ - Wissenschaft und Forschung, Bayern 2.
  • Aeneas Rooch experimentiert: Wie viel Gas steckt im Sekt? 02.02.2015, 18.05 Uhr, IQ - Wissenschaft und Forschung, Bayern 2.
  • Champagner - Das prickelnde Gold aus der Flasche: 31.12.2015, 9.05 Uhr, radioWissen, Bayern 2.
  • Sekt aus Bayern, 14.09.2018, 16.15 Uhr, Wir in Bayern, BR Fernsehen

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