Wissen


1

Süße Gefahr an Weihnachten Schokolade ist Gift für Hunde

Weihnachten ist das Fest der Liebe und - der Süßigkeiten. Fast kein Familienfilm kommt ohne den üppig gedeckten Tisch aus, den im unbeobachteten Moment ein Hund plündert. Gefährlich wird es für den Vierbeiner, wenn Schokolade im Spiel ist.

Stand: 21.11.2018

Besser keine Schokolade für den Hund. Theobromin, das in dunkler Schokolade sehr konzentriert ist, kann vom Hund nicht abgebaut werden, weil ihm dazu das nötige Enzym fehlt. | Bild: picture-alliance/dpa/Marion Gröning

Was macht an Schokolade so glücklich? Der zarte Schmelz in Verbindung mit den aromatischen Zutaten von Kakaobutter und Zucker. Aber da gibt es noch eine Sache, die Schokolade kann: Sie macht wach. Schuld daran ist das Alkaloid Theobromin, das mit dem Koffein verwandt ist und anregend wirkt. Wir Menschen - wie übrigens auch Ratten und Mäuse - können die "Speise der Götter" - aus dem Griechischen "theos" (Gott) und "broma" (Speise) - mithilfe von speziellen Enzymen abbauen.

Folgen von Schokoladenvergiftung bei Hunden

Ganz anders sieht es bei Hunden aus. Sie können das Alkaloid nicht so schnell abbauen, was zur Folge hat, dass ihr Körper vergiftet wird. Die Folgen reichen von Erbrechen und Durchfall über Zittern und Krämpfe bis hin zur Bewusstlosigkeit. Blind, wie manche mutmaßen, werden sie allerdings davon nicht, es sei denn, die Hunde bekommen über einen längeren Zeitraum zu viel Zucker. Dann bekommen sie wie wir Menschen eher Diabetes und sehen deswegen schlechter.

Bei Vergiftungserscheinungen sofort handeln

Hat ein Hund sich also über Dominosteine, Trüffelpralinen und Nougatkonfekt hergemacht, dann sollten sie möglichst schnell einen Tierarzt aufsuchen. Denn, je höher der Kakao-Anteil der Schoki, umso größer das Vergiftungsrisiko. Kleinere Hunde können im schlimmsten Fall an den Folgen dieser Vergiftung sterben. Daher sollten Hundebesitzer derartige Naschereien nicht offen herumstehen lassen.

Schokoladenvergiftungen häufig an Weihnachten

Wann nascht ein Hund am häufigsten?

Das Team um den Tiermediziner Peter-John Noble von der Universität Liverpool interessierte aber noch etwas anderes. Die Wissenschaftler wollten wissen, ob die Vergiftungsfälle einem saisonalen Muster folgen. Dafür werteten sie die Daten von 229 britischen Tierarztpraxen aus den Jahren 2012 bis 2017 aus. Sie konzentrierten sich auf die Zeit um Weihnachten, Ostern, Valentinstag und Halloween. In ihre Analyse bezogen sie auch Informationen zum Alter, zur Rasse und zum Geschlecht der Hunde und die Folgen der Vergiftung mit ein.

Ihr Ergebnis veröffentlichten die Forscher im Dezember 2017 im Fachblatt "Veterinary Record". Tatsächlich steigt um Weihnachten das Risiko für Schokoladenvergiftungen bei den Vierbeinern um das Vierfache, zu Ostern verdoppelt es sich. Besonders Vierbeiner unter vier Jahren haben ein höheres Risiko für Schokoladenvergiftungen. Vielleicht, weil sie ähnlich wie Menschenkinder einfach mehr ausprobieren. Also raten die Tiermediziner: Pfoten weg von Schokokuchen, Ostereiern, Weihnachtsmännern, Adventskalendern und süßen Christbaumdekorationen!

"Wenn Schokolade gefressen wurde, sollten die Besitzer so schnell wie möglich ihren Tierarzt konsultieren und idealerweise sagen können, wie viel und welche Schokolade gefressen wurde."

Tiermediziner Peter-John Noble von der Universität Liverpool

Wonach Hunde lechzen, lässt Katzen kalt

Katzenbesitzer können in dem Zusammenhang übrigens etwas entspannter sein: Stubentiger vertragen Theobromin zwar noch weniger. Doch da sie Süßes nicht schmecken können, lassen sie Schokoladiges weitgehend links liegen.


1