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Hintergrund Reformpädagogik

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Reformpädagogik Reformschulen kritisch gesehen

Kleinere Klassen, große Räume, entdeckendes Lernen, viel Zeit: ein Traum für Lehrer. Nur wehren sich Lehrer gegen das Schwarz-Weiß-Denken: die gute, menschliche reformpädagogische Schule gegen die böse, unmenschliche Regelschule.

Stand: 29.01.2019

Zwei Schülerinnen beim Schulsport | Bild: Franconian International School

Der Frontalunterricht gehört wohl in den allermeisten deutschen Grundschulen der Vergangenheit an. Ein Lehrer hat heute viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten. Wichtig ist den meisten Pädagogen allerdings die Leistungsbewertung in der Schule.

"Schule muss Kinder auch auf den Existenzkampf vorbereiten."

Zitat einer Lehrerin an einer staatlichen Grundschule

Bis in die 1980er-Jahre hinein gab es noch heftige Diskussionen darüber, ob Reformschulen überhaupt nötig sind. Viele waren dagegen, aber es gebe von Elternseite auch Bedürfnisse, die nur durch eine Vielzahl unterschiedlicher Schultypen abgedeckt werden, so die Argumentation der Befürworter. Letztendlich führte schließlich auch das schlechte Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in den PISA-Studien zu einer Neuentdeckung der Reformpädagogik. Dabei wurde das selbstständige Lernen, das in den Studien eingefordert wurde, inzwischen auch von vielen Regelschulen übernommen.

Montessori in städtischen Einrichtungen

Formen erkennen lernen, mit dem eigens entwickelten Montessori-Material.

Das Münchner Referat für Bildung und Sport für Kindertageseinrichtungen, betont, dass in Bayern seit den frühen 1970er-Jahren das gemacht wird, was sich Maria Montessori wünschte: Die Kinder sollen vieles selbst tun können, in einer kindgerechten, "vorbereiteten" Umgebung. Viele Elemente Montessoris wurden in die Kitas und zum Teil auch in die Grundschulen aufgenommen.

Schule soll Freude am Stoff vermitteln - unabhängig von der Form

Jüngere Kinder suchen sich ihre Freunde meist in der Nachbarschaft.

Es gibt rund 16.000 bayerische Montessori-, Waldorf- und Jenaplanschüler gegenüber knapp 700.000 Grund- und Hauptschüler in staatlichen Schulen. Privatschüler können ihre Schule durchaus also als etwas Besonderes ansehen. Aus eben diesem Grund raten Erziehungswissenschaftler häufig von dem Besuch einer reformpädagogischen Schule ab. Sie sind der Überzeugung, dass Grundschulkinder lieber eine Schule in der Nachbarschaft besuchen sollten. Denn jüngere Kinder haben einen kleinen Bewegungsradius und viele Kontakte in der Nachbarschaft, und das könnte ein ebenso wichtiges Argument sein wie die Form der Schule. Entscheidend sei die Freude am Stoff und der Umgang mit dem Lernen und nicht, ob der Schüler eine staatliche oder eine private Schule besuche.

(K)eine Schule für alle Schichten

Montessori-Schülerinnen während der Freiarbeit

Außerdem bezahlen Eltern an einer Privatschule Schulgeld. Trotz Ermäßigungen und Fördermitteln für arme Familien treffen sich hier, wie in allen Privatschulen, vor allem Kinder aus der gehobenen Mittelschicht. Dabei steht im Grundgesetz Artikel sieben, dass Privatschulen nur genehmigt werden dürfen, wenn eine Sondierung der Schüler nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Doch für alle Kinder da zu sein ist für eine private Schule schwierig, weil die Eltern aufgrund der Gesetzeslage zur Finanzierung der jeweiligen Schule beitragen müssen.

Probleme bei Mathe und den Naturwissenschaften

Wird zu wenig Naturwissenschaften in Waldorfschulen unterrichtet?

Reformpädagogischen Schulen wird häufig vorgeworfen, dass sie Menschen ins Leben entlassen, die mit der Realität in unserer Leistungsgesellschaft nicht zurechtkommen. Den Grundgedanken der freien Entfaltung mit den traditionellen Bildungsmaßstäben zu verknüpfen ist nicht leicht. Schülerinnen und Schülern der Jenaplanschule Jena bescheinigte das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien beim Übertritt auf das Gymnasium, sie seien "spitze in Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Methodenkompetenz. Es fehle ihnen aber eindeutig an Sachkompetenz." Auch an den Waldorfschulen scheint nicht alles perfekt: Aufgrund der Geringschätzung von Mathematik und Naturwissenschaften formiert sich zunehmend Kritik auch aus den eigenen Reihen. Vor allem aber der Mystizismus der Lehre Rudolf Steiners ist umstritten.


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