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Literatur-Nobelpreis 2011 Lyriker Tomas Tranströmer ausgezeichnet

Der Preis für Literatur geht in diesem Jahr an den Schweden Tomas Tranströmer. Der 80-jährige Lyriker ermögliche seinen Lesern durch die dichten, erhellenden Bilder in seinen Gedichten einen frischen Zugang zur Wirklichkeit.

Stand: 06.10.2011 | Archiv

Tomas Tranströmer ist der Träger der Noblepreises für Literatur 2011 | Bild: picture-alliance/dpa

Damit ist der 80-jährige Lyriker bereits der achte schwedische Gewinner in der mehr als 100-jährigen Geschichte des wichtigsten Literaturpreises der Welt. Tranströmer erhält umgerechnet 1,1 Millionen Euro. Zu den engen Anwärtern gehörte der schwer kranke Schwede seit Jahren. "Tranströmer ist einer der größten Poeten unserer Zeit", begründete Akademie-Sprecher Peter Englund die jetzige Wahl. Der Lyriker habe den Preis bekommen, weil er "uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist".

Schreiben statt sprechen

Tomas Tranströmer wurde am 15. April 1931 in Stockholm geboren. Dort studierte er Literaturwissenschaft, Religionsgeschichte und Psychologie. Mehrere Jahre arbeitete er dann auch als Psychiater. Sein literarisches Debüt gab er 1954 mit "17 dikter" (17 Gedichte) - eine der meistgefeierten Erstveröffentlichungen dieser Zeit. Nach mehreren Schlaganfällen kann Tranströmer heute kaum mehr als "Ja" und "Nein" sagen. Deshalb arbeitet seine Frau Monica Bladh-Tranströmer mit dem leisen Poeten zusammen an Gedichten und beantwortet Interviewfragen für ihn.

"Tomas ist unglaublich froh, aber auch überwältigt. Wir dachten, dass es eigentlich viel zu kompliziert mit der Vergabe an einen schwedischen Autoren sein würde. Tomas sitzt jetzt in seinem Sessel und atmet erst mal durch."

Monica Bladh-Tranströmer

Deutschsprachige Literatur-Nobelpreisträger

Literatur-Nobelpreise seit 1995

2010: Mario Vargas Llosa
2009: Herta Müller
2008: J.M.G. Le Clézio
2007: Doris Lessing
2006: Orhan Pamuk
2005: Harold Pinter
2004: Elfriede Jelinek
2003: J.M. Coetzee
2002: Imre Kertész
2001: V.S. Naipaul
2000: Gao Xingjian
1999: Günter Grass
1998: José Saramago
1997: Dario Fo
1996: Wislawa Szymborska
1995: Seamus Heaney

Der Nobelpreis für Literatur wird mit Unterbrechungen - vor allem in den beiden Weltkriegen - seit 1901 vergeben. Die Auszeichnung gehört traditionell zu den umstrittensten Entscheidungen der Akademie. Nach dem Willen Alfred Nobels soll derjenige den Preis erhalten, "der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat". Es soll von sehr hohem literarischen Rang sein und dem Wohle der Menschheit dienen.

Hintergrund

Wie schafft es die 18-köpfige Jury, sich auf ein Werk zu einigen? Nobels Maßgabe, der Preis solle an ein "in idealer Weise herausragendes Werk" verliehen werden, ließ und lässt einigen Deutungsspielraum. Dennoch gilt der Literatur-Preis als der bedeutendste unter allen Nobelpreisen.


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