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Ig-Nobelpreis 2017 Studien zu verschüttetem Kaffee, Vampiren und Vaginas

Studien mit wenig Sinn, dafür umso mehr Spaß, sind auch einen Preis wert: den Ig-Nobelpreis. Die skurrilsten Forschungsarbeiten 2017 handeln vom Rückwärtsgehen beim Kaffeetrinken, Vampiren, Krokodilen, großen Ohren und Vaginas.

Stand: 15.09.2017 | Archiv

Auch in diesem Jahr ging es bei der Verleihung der Ig-Nobelpreise wieder lustig zu, als die Jury erheiternde Forschungsergebnisse würdigte. Der Preis dieses Jahr: ein Plastikkopf einer Schaufensterpuppe mit einem Fragezeichen darauf. Diese hübsche Trophäe erhielten 2017:

Die Ig-Nobelpreise 2017

Beim Kaffeetrinken lieber rückwärts laufen

Schon wieder den Kaffee verschüttet? "Wir alle tun es und wir alle hassen es", sagt Jiwon Han, der in den USA studiert. Und weil er nach eigenen Angaben zu viel Zeit hatte, verfasste er eine Physik-Arbeit dazu. Sein Ergebnis und sein Geheimrezept, um keinen Kaffee mehr zu verschütten: Becher von oben festhalten, geradeaus schauen - und rückwärts laufen.

Didgeridoospielen gegen Schnarchen

Didgeridoospielen für mehr Frieden beim Schlafen - dafür gab's den Ig-Nobelpreis 2017 in der Kategorie Frieden. Forscher aus der Schweiz, Kanada, den USA und den Niederlanden erhielten ihn für ihre Erkenntnis, dass Didgeridoospielen Schlafbeschwerden und Schnarchen lindern kann. Der Forscher Alex Suarez hatte die Wirkung des australischen Instruments bei sich selbst festgestellt. Die spezielle Atemtechnik beim Spielen helfe auch anderen Menschen, meinen die Forscher.

Ein Krokodil und die Lust zu zocken

Fördert der Kontakt zu lebenden Krokodilen das Verlangen der Menschen nach Glücksspielen? Für die Analyse dieser Frage erhielten Wissenschaftler aus Australien und den USA den Ig-Nobelpreis 2017 in der Kategorie Wirtschaft.

Feste und flüssige Katzen

Forscher aus Frankreich, Singapur und den USA analysierten, ob Katzen sich gleichzeitig im festen und im flüssigen Zustand befinden können. Für die Klärung dieser wichtigen Frage erhielten sie den Ig-Nobelpreis 2017 für Physik.

Weiblicher Penis und männliche Vagina

Wissenschaftler aus Japan, Brasilien und der Schweiz wurden für die Entdeckung eines weiblichen Penis und einer männlichen Vagina bei einem Höhleninsekt geehrt. Wie das Tier genau aussieht, wissen wir nicht, nur, dass die Forscher dafür den Ig-Nobelpreis 2017 in Biologie bekommen haben.

Vampire gibt es doch

"What is for Dinner?" heißt die Arbeit, für die es den Ig-Nobelpreis 2017 in der Kategorie Ernährung gab. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die Ernährung von Menschen. Um das Essen von Menschen schon eher: Forschern aus Brasilien, Kanada und Spanien haben erstmals nachgewiesen, dass der Kammzahnvampir, eine Fledermausart, sich auch von menschlichem Blut ernährt.

Iiiih, Käse!

Wissenschaftler aus Frankreich und Großbritannien haben per Gehirn-Scan veranschaulicht, wie sehr sich manche Menschen vor Käse ekeln. Für die Tatsache, dass sie manche Leute etwas blaß um die Nase werden ließen, bekamen sie den Ig-Nobelpreis 2017 in der Kategorie Medizin.

Bist das du oder bin ich das?

Wir fanden das ja schon immer schwierig und können jetzt beruhigt sein: Forscher aus Italien, Spanien und Großbritannien haben nachgewiesen, dass sich viele eineiige Zwillinge selbst nicht auseinanderhalten können. Dafür gab's den Ig-Nobelpreis 2017 in der Rubrik "Wahrnehmung".

Babys über die Vagina mit Musik beschallen

Wissenschaftler aus Spanien zeigten, dass Babys stärker auf Musik reagieren, die direkt in der Vagina der Mutter abgespielt wird, als auf die, die auf dem Bauch der Mutter gedudelt wird. Dafür gab es den Ig-Nobelpreis 2017 in der Kategorie "Geburtskunde".

Große Ohren im Alter

Der britische Wissenschaftler James Heathcote hat bei 206 Menschen nachgemessen und bewiesen, dass Ohren im Alter wachsen. "Haben Sie je in einem Bus gesessen und bemerkt, dass der alte Mann, der Ihnen gegenüber sitzt, sehr große Ohren hat? Es stimmt. Die Ohren wachsen rund zwei Millimeter pro Jahrzehnt." Dafür gab's den Ig-Nobelpreis 2017 in Anatomie.

Der Ig-Nobelpreis - ein bisschen Schmach muss sein

"Ig-Nobel" ist ein Wortspiel mit dem englischen "ignoble", was soviel bedeutet wie unwürdig, schmachvoll oder schändlich. Der Ig-Nobelpreis ist also eigentlich ein Antipreis, aber ein lustiger. Diese höchste Auszeichnung für scheinbar abstruse und überflüssige Forschungsarbeiten wird alljährlich an der amerikanischen Elite-Universität Harvard verliehen.

Der Ig-Nobelpreis - erst lachen, dann nachdenken

Harvard-Universität, Ort der Preisverleihung

Der Ig-Nobelpreis wird seit 1991 von der Zeitschrift "Annals of Improbable Research" vergeben. Nominiert werden Entdeckungen, die nicht wiederholt werden können - oder sollten. Das Motto des Komittees lautet, die Arbeiten sollen "erst zum Lachen, dann zum Nachdenken" bringen.

Die Ig-Nobelpreis-Verleihung ist Kult

Die Verleihung findet im Sanders-Theater der Harvard-Universität in Cambridge statt, im zeitlichen Umfeld zur Bekanntgabe der Träger der "echten" Nobelpreise. In diesem Jahr war der Termin am 14. September.

Der Ig-Nobelpreis hat sich als Spaßpreis etabliert und ist Kult. Die meisten Gewinner nehmen ihn gern und mit der nötigen Portion Humor in Empfang - auch deshalb, weil er meist von tatsächlichen Nobelpreisträgern überreicht wird. Die Dankesrede darf höchstens 60 Sekunden lang sein, danach werden sie von einem achtjährigen Mädchen unerbittlich unterbrochen mit den Worten: "Please stop. I'm bored. Please stop. I'm bored." Während der Rede bewirft das Publikum die Preisträger mit Papierfliegern. Dabei landen so viele auf der Bühne, dass ein "Besenmeister" diese immer wieder von den Fliegern befreien muss. Am Ende lautet es immer gleich nach der Verleihung der Ig-Nobelpreise:

"Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben - und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!"

klassische Abschiedsformel bei der Ig-Nobelpreis-Zeremonie

Rückblick: Die Ig-Nobelpreise 2016

Nach Schimpf und Schande auch noch Hohn und Spott für VW

Nach dem Abgasskandal auch noch das: Der Wolfsburger Autohersteller VW erhielt 2016 einen Ig-Nobelpreis im Bereich Chemie - für "die Lösung des Problems des übermäßigen Ausstoßes von Autoabgasen, indem automatisch elektromechanisch weniger Abgase produziert werden, wenn die Autos getestet werden." Die Trophäe: eine Plastikuhr. Auf die übliche, höchstens einminütige Dankesrede des Preisträgers mussten die rund tausend Gäste der Veranstaltung in diesem Fall allerdings verzichten: "Der Gewinner konnte oder wollte heute Abend nicht bei uns sein," erklärte Marc Abrahams, der Moderator der Ig-Nobelpreis-Zeremonie.

Das Hirn vor dem Spiegel ausgetrickst

Noch zwei weitere Plastikuhren gingen in diesem Jahr nach Deutschland: Im Fach Medizin wurde ein Forscherteam von der Universität Lübeck bedacht: Christoph Helmchen und seine Kollegen haben herausgefunden, dass man Juckreiz auf der linken Körperseite auch lindern kann, wenn man sich rechts kratzt, aber dabei vor dem Spiegel steht.

Wenig glaubwürdige Studien

Ein belgisches Forscherteam um Evelyne Debey von der Universität in Gent hat tausend Lügner befragt, wie oft sie am Tag lügen. Ergebnis der Studie: Zweimal pro Tag ist ganz normal. Sogar wer bis zu fünfmal am Tag lügt, muss sich noch nicht als krankhafter Lügner fühlen. Für die Entscheidung, ob die Forscher ihren Studienobjekten Glauben schenken können, gab's den Psychologie-Ig-Nobelpreis 2016. Mitbeteiligt an der Studie: Kristina Suchotzki von der Universität Würzburg.

Bullshit-Bingo!

Der Friedens-Ig-Nobelpreis ging an ein nordamerikanisches Forscherteam, dessen Veröffentlichung man eigentlich sofort lesen möchte: "Über Rezeption und Enttarnung von pseudo-profundem Bullshit" lautet der Titel der Studie übersetzt. Für ihre Untersuchung mixten die Forscher eine Reihe von Buzzwords (Modeworte oder leere Schlagworte) per Zufall so, dass sich zwar ein korrekter Satzbau, aber keinerlei erkennbare Bedeutung ergab. Ergebnis: Ob man leeres Gerede als solches erkennt, hängt nicht nur von einem vorurteilsfreien Skeptizismus ab, sondern auch vom Urteilsvermögen über trügerische Vagheit. Der Satzbau passt.

Sei lieber ein weißes Pferd!

Der Ig-Nobelpreis in der Kategorie Physik ging 2016 an ein europäisches Forscherteam: "Wir haben herausgefunden, dass man besser ein weißes Pferd sein sollte als ein schwarzes, wenn man nicht von Pferdebremsen gebissen werden will," erklärte die Forscherin Susanne Akesson. Denn die Wissenschaftler aus Ungarn, Spanien, Schweden und der Schweiz haben festgestellt, das Pferdebremsen schwarze Pferde bevorzugen. Dabei entdeckten sie übrigens auch, das dunkle Grabsteine zur fatalen Falle für die lästigen Insekten werden.

Der Versuch, eine Ziege zu werden

Thomas Thwaites als Ziegenmann

Der Londoner Designer Thomas Thwaites versuchte den evolutionären Quantensprung: Er wollte eine Zeitlang Ziege statt Mensch sein und der "dem Menschsein innewohnenden Angst" entfliehen. Im Sommer 2014 verbrachte er als "Ziegen-Mann" verkleidet einige Zeit in den Schweizer Bergen unter Ziegen - und wurde angeblich von seiner neuen Herde auch akzeptiert. Was wohl auch an seinen Prothesen lag, die er sich unter Arme und Beine schnallte, um besser über die Felsen hüpfen zu können.

Tote Fliegen auf tausend Seiten

Und dann ist da noch Fredrik Sjöberg, der Insektenkundler. Er sammelt gerne Fliegen. Tote Fliegen. Und hat darüber ein dreibändiges Werk veröffentlicht. Weil er schon im Vorfeld fürchtete, dass er damit niemanden beeindrucken würde, hat sich der Journalist und Schriftsteller vermutlich über die Aufmerksamkeit des Ig-Nobelpreises für Literatur sehr gefreut. Sein Buch "Fliegenfalle" war für den renommierten schwedischen Augustpreis für Literatur nominiert.

Die ganz andere Perspektive

Auch ein Preis in der Kategorie Wahrnehmung wurde 2016 verliehen: an die japanischen Forscher Atsuki Higashiyama und Kohei Adachi. Die beiden untersuchten, ob Dinge denn anders aussehen, wenn man sie vornübergebeugt durch seine Beine hindurch betrachtet.

Schädliche Slips für tierischen Sex

Der "Fortpflanzungs-Preis" ging an den 2007 verstorbenen Ägypter Ahmed Shafik (nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen, gleichnamigen Premierminister): Er untersuchte den unterschiedlichen Einfluss von Unterwäsche aus Wolle, Baumwolle oder Polyester auf das Sexualleben - bei männlichen Ratten. Ein Jahr lang mussten die armen Tierchen ihre Höschen tragen. Doch mit wissenschaftlichem Erfolg: Ratten in Kunststoff-Slips hatten signifikant weniger Sex. Also: Augen auf beim Höschenkauf!

Fels in der PR-Brandung

Den Ig-Nobelpreis im Fach Ökonomie gab's 2016 für echt harte Fakten: die Persönlichkeit von Felsen. Die Marketing-Experten Mark Avis, Sarah Forbes und Shelagh Ferguson aus Neuseeland und Großbritannien versuchten in einer Studie abzuschätzen, wie gut die Markenpersönlichkeit von Felsen für Werbung ist.

Die Ig-Nobelpreise 2015

Neue Methode zur Diagnose von Blinddarmentzündungen

Na, endlich: Eine akute Blinddarmentzündung lässt sich feststellen, indem man den Patienten über Straßenerhebungen fährt, die eigentlich der Geschwindigkeitsbegrenzung dienen. Je mehr Schmerzen der Patient beim Durchrütteln empfindet, umso schlimmer steht's um seinen Blinddarm. Dafür gab's den Preis für medizinische Diagnostik.

Autsch, gestochen!

Einen Preis gab's für Physiologie und Insektenkunde: Justin Schmidt, der in den USA und Kanada forscht, hat ihn dafür bekommen, dass er den "Schmidt-Stech-Schmerz-Index" entwickelt hat. Er beschreibt den relativen Schmerz, den man jeweils empfindet, wenn man von verschiedenen Insektenarten gestochen wird. Michael L. Smith, der sich in den USA, Großbritannien und den Niederlanden um die Forschung verdient gemacht hat, bekommt ihn dafür, dass er es geschafft hat, dass ihn Bienen an 25 verschiedenen Stellen gestochen haben. Mit seinem selbstlosen Einsatz hat er herausgefunden, wo es ihm am meisten weh tut: am Nasenflügel, der Oberlippe und am Penis.

Huhn wird zum Dino

Wie wird ein Huhn zum Dino? Man bindet ihm ein Gewicht an den Hintern! Dann stapft es so, wie die Dinos früher durch die Welt getrampelt sind. Also so, wie man es sich vorstellen könnte, dass sie es vielleicht so getan haben. Kein Witz, sondern der Preis für Biologie - für ein Team aus Chile und den USA.

Wie zeugt man 888 Kinder?

Nach dieser Nachricht hat die Welt gelechzt: Wie hat es Mulai Ismail der Blutige, der einst grausame Herrscher von Marokko, geschafft, zwischen 1697 und 1727 angeblich 888 Kinder zu zeugen? Der Applaus ging an ein Team aus Österreich, Deutschland und Großbritannien. Weil sich die Forscher dem Rätsel mit mathematischen Formeln näherten, gab's dafür den Preis für Mathematik.

Entleerte Blase in 21 Sekunden

Gut, dass das jetzt bekannt ist, zumindest so ungefähr: Fast alle Säugetiere entleeren ihre Blase in etwa 21 Sekunden - plus oder minus 13 Sekunden. Mit der Pinkelarbeit hat sich ein Team aus den USA und Taiwan beschäftigt.

Teilweises Nicht-Kochen eines Eies

Der Ig-Nobelpreis für Chemie ging an ein Team aus Australien und China. Die Forscher haben ein chemisches Rezept entwickelt, wie man ein Ei doch nicht so ganz kocht.

Häh, was haben die erforscht???

Der Ig-Nobelpreis für Literatur ging an ein Team aus den Niederlanden, Belgien, den USA und Australien. Die Wissenschaftler haben sich mit dem Wort "Huh" und all seinen Verwandten beschäftigt. Sie haben herausgefunden, dass es ein "Häh?!" in irgendeiner Form in jeder Sprache gibt. Häh, wer hätte das gedacht?!

Was einen nicht tötet, macht einen risikofreudiger

Viele Führungskräfte haben in ihrer Kindheit eine Vorliebe fürs Risiko entwickelt, weil sie eine Naturgewalt wie etwa ein Erdbeben, einen Vulkanausbruch oder einen Tsunami - allerdings ohne direkte persönliche Konsequenzen - erlebt haben. Dafür hat ein Team aus Italien, Singapur, den USA, Großbritannien, Indien, Frankreich, Luxemburg, Deutschland und Japan den Management-Preis erhalten.

Bestechung statt Bestechung

Der Preis für Wirtschaft ging an Thailand: für den Vorschlag, Polizisten einen extra Lohn zu zahlen, wenn sie Bestechungsgelder ablehnen.

Wie sich intensives Küssen auf uns auswirkt

Die biomedizinischen Folgen auf unseren Körper nach intensivem Knutschen hat ein Team aus Japan, China, der Slowakei, der USA, Großbritannien und Deutschland erforscht. Es kann zum Beispiel bei Allergien gut tun. Dafür gab's den Ig-Nobelpreis für Medizin.

Die Ig-Nobelpreise 2014

Reibung auf einer Bananenschale

Wie hoch ist die Reibungskraft zwischen einem Schuh und einer Bananenschale und einer Bananenschale und dem Boden, wenn jemand auf eine auf dem Boden liegende Bananenschale tritt? Diese rutschige und oft schmerzhafte Angelegenheit hat Kiyoshi Mabuchi, Kensei Tanaka, Daichi Uchijima and Rina Sakai interessiert. Dafür bekamen die Japaner den Physik-Ig-Nobelpreis 2014.

Jesusgesicht im Toast

Der Preis für Neurowissenschaften ging 2014 an ein Team aus China und Kanada. Die Wissenschaftler haben Leuten genauer ins Hirn geschaut, die ein Jesusgesicht in einer Toastscheibe sahen.

Psychopathische Langaufbleiber

Jetzt ist es raus: Menschen, die immer lang aufbleiben, sind eher selbstverliebt, manipulierend und sogar häufiger psychopathisch veranlagt als die, die früh aufstehen. Dafür hat ein Team aus Australien, England und den USA den Psychologie-Ig-Nobelpreis bekommen.

Vorsicht, Katze

Bedeutend auch der Ig-Nobelpreis im Gesundheitswesen: Tschechische, japanische, amerikanische und indische Forscher untersuchten, ob es gefährlich für die Psyche ist, wenn man eine Katze besitzt.

Hunde verrichten ihr Geschäft in Nord-Süd-Ausrichtung

Gut, dass wir jetzt auch wissen, dass Hunde beim Pinkeln und Kacken ihre Körperachse in Nord-Süd-Richtung, entlang der geomagnetischen Feldlinien der Erde, ausrichten. Dafür gab es den Ig-Nobelpreis 2014 in Biologie.

Schmerzen beim Betrachten hässlicher Bilder

Schlimm genug, wenn man sich hässliche Bilder anschauen muss. Italienische Wissenschaftler setzten noch eins drauf: Sie erforschten den Schmerz, den Menschen empfinden, wenn sie sich weniger gelungene Kunstwerke anschauten - und dabei von einem leistungsstarken Laserstrahl in die Hand getroffen wurden. Dafür gab es den Ig-Nobelpreis Kunst.

Reichtum durch Prostitution, Drogen und Schmuggel

Der Ig-Nobelpreis für Wirtschaft ging an das Statistik-Institut der italienischen Regierung. Es nahm eine Vorreiterrolle bei der Erfüllung des EU-Auftrags ein, das Bruttosozialprodukt zu erhöhen: weil es Einkommen aus Prostitution, illegalem Drogenhandel, Schmuggel und anderen illegalen, aber freiwilligen Finanztransaktionen einbezog.

Geräuchertes Fleisch gegen Nasenbluten

Wie man schlimmes Nasenbluten mit Streifen aus geräuchertem Schweinefleisch stoppen kann, das haben Wissenschaftler aus den USA und Indien ausprobiert. Für diese unappetitliche Forschung haben sie den Ig-Nobelpreis Medizin bekommen.

Menschen erschrecken Rentiere im Eisbärkostüm

Auch ein Preis für Arktische Wissenschaften wurde verliehen: Wissenschaftler aus Norwegen und Deutschland haben untersucht, wie sich Rentiere verhalten, wenn sie als Eisbären verkleidete Menschen sehen. Sie haben sich wohl sehr gewundert. Erstaunt waren die Wissenschaftler aus Norwegen und Deutschland bestimmt auch - über ihre Auszeichnung.

Würstchen mit Milchsäurebakterien aus dem Babygesicht

Nicht besonders appetitlich ist die Studie, die den Ig-Nobelpreis für Ernährung bekommen hat: "Die Charakterisierung von von Kleinkindergesichtern isolierten Milchsäurebakterien als potenzielle probiotische Starterkulturen für fermentierte Würstchen". Spanische Wissenschaftler waren so einfallsreich.

Die Ig-Nobelpreise 2013

Sich schön trinken klappt

Ja! Es funktioniert! Und ist jetzt endlich wissenschaftlich bewiesen: Wer trinkt, ist attraktiver. Nein, stopp: Wer trinkt, hält sich für attraktiver. Dieses Ergebnis wundert wenig. Die zweite Studie der Forscher ist da schon überraschender: Auch wer nur glaubt, er trinkt, hält sich für attraktiver. Das war einen Ig-Nobelpreis für Psychologie 2013 wert.

Wenn die Entmannung um sich greift

"Chirurgische Handhabung von epidemischer Penis-Amputation in Siam" - der Titel riecht schon preiswürdig. Und den bekam die Studie von 1983 jetzt auch endlich in Form des Ig-Nobelpreises für Öffentliche Gesundheit. Die Autoren empfehlen, wie damit umzugehen ist, wenn massenhaft Männer entmannt werden. Genauer, wie man mit dem amputierten wertesten Stück umgeht. Ausser in den Fällen, wo es teilweise von einer Ente gefressen wurde.

Astronomen auf sechs Beinen

Kepler und Kopernikus unter Käfern: Wir Menschen müssen in Zukunft damit leben, dass Astronomie nicht mehr nur eine humane wissenschaftliche Errungenschaft ist. Vögel navigieren offenbar auch nach den Sternen. Na gut. Aber Mistkäfer? Tatsächlich! Selbst in mondlosen Nächten rollen die Käfer ihre Kugeln zielsicher durch die Gegend, solange es nicht bewölkt ist. Sogar im Planetarium finden sich die kleinen Navigatoren noch zurecht. Und weil wir das nie geahnt haben und lieber auch nicht gewusst hätten, gab es für diese Erkenntnis den Ig-Nobelpreis für Biologie und Astronomie in einem.

Heilung durchs Mäuseohr

Die weitreichende Wirkung von Musik für Seele und Leib ist unbestritten. Und längst noch nicht gut genug erforscht. Daher gab es den Ig-Nobelpreis für Medizin für eine sicher einzigartige Studie: Welchen Effekt hat klassische Musik auf Mäuse, die sich einer Herztransplantation unterziehen mussten. Richtig gelesen: Mäuse.

Automatische Kidnapper-Falltür-Zusammenschnür-Abwurf-Maschine

Auch eine Erfindung wurde ausgzeichnet: das "Anti-Entführungssystem für Flugzeuge". Es funktioniert einfach und effektiv: Eine Falltür im Flugzeugraum öffnet sich, der Kidnapper stürzt in den Bauchraum der Maschine, wird dort in einem Netz gefangen und sicher verschnürt und am Ende aus dem Flugzeug geworfen. An einem Fallschirm natürlich. Dafür erhielt der Erfinder Gustano Pizzo (USA) posthum den Ig-Nobelpreis für Sicherheitstechnologie.

Wahrscheinlichkeitsrechnung auf der Kuhhaut

Einen Ig-Nobelpreis gab es in der Kategorie Wahrscheinlichkeit. Ein niederländisch-britisches Forschungsteam hat endlich festgestellt, was sich Bauern weltweit schon lange gefragt haben: Wann steht sie auf, wann legt sie sich hin, die Kuh? Ergebnis: Je länger eine Kuh schon liegt, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie bald aufsteht. Aber: Wenn die Kuh aufsteht, ist es ganz schwer zu sagen, wann sie sich wohl wieder hinlegt. Gut. Jetzt wissen wir das.

Wo wir alle übers Wasser wandeln

Endlich einmal steht die Wissenschaft auf Seiten der Religion und belegt biblische Stellen: Ja, man kann über einen See wandeln. Wir alle könnten es. Wenn der See beispielsweise auf dem Mond wäre. Zurecht gab es für diese Forschung den Physik-Ig-Nobelpreis 2013.
Wir wagen eine weitere These: Das mit dem Wasserwandeln ginge vermutlich auch, wenn der See irgendwo wäre, wo's schön kalt ist ...

Da bleibt kein Auge trocken

Den Ig-Nobelpreis für Chemie gab es für ein Forscherteam, das dem tränenreichen Effekt des Zwiebelschneidens auf die Schliche kommen wollte. Das Forschungsergebnis laut Preiskomitee ist, dass der biochemische Prozess dahinter doch komplizierter ist als angenommen. Aber: Immerhin stellen die Wissenschaftler in Aussicht, man könne Zwiebeln entwickeln, die uns nicht zum Heulen bringen.

Forschung am/im eigenen Leib

Manche Wissenschaftler schrecken im Eigenversuch vor nichts zurück. Und das muss auch mal prämiert werden. Der Ig-Nobelpreis für Archäologie geht an zwei Forscher mit außergewöhnlichem Appetit: Sie kochten tote Mäuse, schluckten sie unzerkaut herunter und behielten dann die eigenen Exkremente im Auge. Mit einem wissenschaftlichen Ziel: Sie wollten wissen, was das menschliche Verdauungssystem den Knochen von kleinen Säugetieren anhaben kann.

Kein Applaus für Weissrusslands Diktator

Friedens-Ig-Nobelpreis für Alexander Lukaschenko, den Präsidenten von Weissrussland. Und für seine Staatspolizei. Lukaschenko ließ zum weissrussischen Nationalfeiertag 2011 den Applaus verbieten. Kein Wunder, denn mit lautem Klatschen drückte die demonstrierende Opposition im Lande ihren Protest gegen den Diktator aus.

Die Ig-Nobelpreise 2012

Kippender Eiffelturm

Der Psychologie-Ig-Nobelpreis ging 2012 an ein internationales Forscherteam: Es fand heraus, dass der Eiffelturm kleiner wirkt, wenn man sich nach links lehnt. Wir verbeugen uns linkswärts vor Anita Eerland und Rolf Zwaan aus den Niederlanden sowie Tulio Guadalupe aus Peru.

Gebabbel-Bremse

SpeechJammer, so heißt das Gerät, für das es den Ig-Nobelpreis für Akustik gab: Es bringt langatmige Redner effektiv zum Schweigen, indem es ihnen permanent ihr eigenes Gerede vorspielt - mit einer leichten Verzögerung. Die japanischen Forscher Kazutaka Kurihara und Koji Tsukada waren hocherfreut über die Auszeichnung.

Was ein toter Fisch so denkt

Drei US-amerikanische Forscher wurden mit einem Ig-Nobelpreis für Neurowissenschaften ausgezeichnet. Sie zeigten, dass Hirnforscher mit entsprechend kompliziertem Gerät und vereinfachten Statistiken überall Hirnaktivitäten nachweisen können - am Beispiel von totem Lachs.

Ein Bericht ist ein Bericht ist ein Bericht

Den Literatur-Ig-Nobelpreis erhielt das US-Rechnungsprüfungsamt für einen "Bericht über Berichte von Berichten, der die Erstellung eines Berichts über den Bericht über Berichte von Berichten empfiehlt".

Physik beim Friseur

Welches Kräftegleichgewicht lässt einen Pferdeschwanz so anmutig wippen? Das haben Forscher aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien erforscht: Joseph Keller, Raymond Goldstein, Patrick Warren und Robin Ball erhielten dafür den Physik-Ig-Nobelpreis.

Kellnerglück

Und endlich hat jemand erforscht, warum der Kaffee immer überschwappt, egal, wie vorsichtig man die Tasse durch die Gegend trägt. Der Ig-Nobelpreis für Strömungslehre 2012 ging dafür an Rouslan Krechetnikov und Hans Mayer aus den Vereinigten Staaten.

Kehrseite der Forschung

Ein sensationelles Forschungsergebnis: Schimpansen erkennen einander schon beim Blick auf ein Foto des werten Hinterteils! Da dürfte schon allein die Beobachtung für Frans de Waal aus den Niederlanden und Jennifer Pokorny (USA) witzig gewesen sein.

Blas mir doch den Hintern auf!

Der Medizin-Ig-Nobelpreis dürfte uns alle gründlich erleichtern: Die französischen Wissenschaftler Emmanuel Ben-Soussan und Michel Antonietti haben ein paar besondere Tipps für Ärzte entwickelt. Sie sollen die Gefahr verringern, dass Patienten bei einer Darmspiegelung explodieren.

Alter Schwede!

Der schwedische Forscher Johan Pettersson konnte endlich das Rätsel lösen, warum in ein paar Häusern im schwedischen Anderslöv die Haare der Bewohner grün wurden. Dafür gab's den Chemie-Ig-Nobelpreis.

Knallende Klunker

Der Friedens-Ig-Nobelpreis 2012 wurde einer russischen Firma verliehen, die Diamanten aus alter Munition herstellt.

Die Ig-Nobelpreise 2011

Entscheidungen unter Blasendruck

Wenn Menschen dringend auf die Toilette müssen, fällen sie bei manchen Dingen bessere, bei anderen Dingen hingegen schlechtere Entscheidungen. Dieses Forschungsergebnis wurde mit dem Ig-Nobelpreis für Medizin belohnt. Preisträger sind Mirjam Tuk, Debra Trampe, Luk Warlop, Matthew Lewis, Peter Snyder, Robert Feldman, Robert Pietrzak, David Darby und Paul Maruff.

Wasabi-Warnspray

Die Preisträger für Chemie kommen aus Japan: Makoto Imai, Naoki Urushihata, Hideki Tanemura, Yukinobu Tajima, Hideaki Goto, Koichiro Mizoguchi and Junichi Murakami haben die ideale Dichte von Wasabi-Spray ermittelt. Bei Feuer oder anderen Gefahren soll das Meerrettich-Spray Schlafende wecken. Den Forschern gelang es auch, ein Wasabi-Warngerät zu entwickeln.

Gähnende Schildkröten

Verhalten sich Schildkröten wie Menschen, die sich langweilen? Nein, das haben Anna Wilkinson sowie die drei Österreicher Natalie Sebanz, Isabella Mandl und Ludwig Huber herausgefunden. Sie erhielten den Preis für Physiologie für ihre Arbeit "Kein Beleg für ansteckendes Gähnen bei der Köhlerschildkröte".

Wissenschaft zum Seufzen

Der Ig-Nobelpreis für Psychologie ging an den Norweger Karl Halvor Teigen. Er ging der Frage nach, warum Menschen im Alltag seufzen.

Aufschieben auf höchstem Niveau

Mit dem Preis für Literatur wurde John Perry für seine "Theorie der strukturierten Prokastination"ausgezeichnet. Laut dieser muss man, um viel Erfolg zu haben, immer an etwas Wichtigem arbeiten, um damit zu vermeiden, etwas noch Wichtigeres zu tun.

Käfer und Bierflaschen statt Bienchen und Blümchen

Garryl Gwynne und David Rentz entdeckten, dass Männchen einer bestimmten australischen Käferart versuchen, sich mit Bierflaschen zu paaren. Dafür gab es den Ig-Nobelpreis für Biologie.

Schwindeliger Diskuswerfer

Warum wird Diskuswerfern schwindelig und Hammerwerfern nicht? Das haben Philippe Perrin, Cyril Perrot, Dominique Deviterne, Bruno Ragaru und Herman Kingma erforscht. Ihre Arbeit wurde mit dem Ig-Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Ein Preis für den Weltuntergang

Der Ig-Nobelpreis für Mathematik ging an Dorothy Martin (die das Ende der Welt für 1954 vorhersagte), Pat Robertson (der das Ende der Welt für das Jahr 1982 vorhersagte), Elizabeth Clare Prophet (Weltuntergang: 1990), Lee Jang Rim (Weltuntergang: 1992), Credonia Mwerinde (Weltuntergang: 1999 ) und Harold Camping (Weltuntergang: 6. September 1994. Später prophezeite er den Weltuntergang für den 21. Oktober 2011). Sie alle haben der Welt gezeigt, dass man bei mathematischen Annahmen und Berechnungen vorsichtig sein muss.

Panzer gegen Parkplatzsünder

Der Friedenspreis ging an Arturas Zuokas, den Bürgermeister der litauischen Haupstadt Vilnius. Er hatte gezeigt, dass man das Problem widerrechtlich geparkter Luxuskarrossen lösen kann, indem man diese mit einem Panzer überrollt.

Blindfahrt auf der Autobahn

Mit dem Preis für öffentliche Sicherheit wurde John Senders ausgezeichnet. Er ließ in den 60er-Jahren Testpersonen auf einem öffentlichen Highway mit dem Auto fahren. Während der Fahrt klappte ihnen wiederholt ein Visier vor das Gesicht, das ihnen jede Sicht nahm.

Die Ig-Nobelpreise 2010

Wichtigen Walrotz ferngesteuert einsammeln

Der Preis für die besondere Ingenieursleistung ging 2010 an drei Forscher für ihr Verfahren zum Einsammeln von Walschnodder mit ferngesteuerten Hubschraubern. Die über das Blasloch "ausgeschiedenen Atemkondensate" könnten Aufschluss geben, ob die Wale gesund sind.

Was Flughunde im Liebesnest so treiben

Mit dem Tierreich haben sich auch die sieben chinesischen Forscher beschäftigt, die den Ig-Nobelpreis für Biologie eingeheimst haben. Ihre Erkenntnis: Zum erfüllten Liebesleben von Flughunden gehört durchaus auch Oralsex.

Socken über Schuhe, mit dem Rutschen Ruhe

Was sich niemand denken könnte: Über die Schuhe gezogene Socken können die Rutschgefahr auf glatten Wegen deutlich mindern. Fraglich nur, wer so durch die Stadt tapern möchte. Keine Frage dagegen, dass es für diese neuseeländische Erkenntnis den Ig-Physiknobelpreis gab.

Öl und Wasser vermischen sich doch - Danke, BP

Im Fach Chemie wurden Wissenschaftler zusammen mit BP für die Erkenntnis geehrt, dass sich Öl und Wasser eben doch mischen, wenn man sie nur tief genug im Meer zusammenbringt.

Der Weg zum Erfolg: Es könnte jeden treffen

Der Management-Preis ging an drei Wissenschaftler, die mathematisch bewiesen, dass Organisationen effizienter werden, wenn sie Beförderungen nach dem Zufallsprinzip vornehmen.

Nehmen Sie dreimal täglich die "Wilde Maus" ...

Im Bereich Medizin ging der Preis an ein holländisches Team, das die Wirkung von Achterbahnen auf die Gesundheit von Asthmakranken untersuchte - und eine Linderung der Beschwerden feststellte. Tolle Erkenntnis - aber beim akuten Asthmaanfall wenig praktikabel.

Bakterienschleuder Bart

Im Gesundheitswesen ging der Preis an Manuel S. Barbito, der die mikrobiellen Risiken durch bärtige Wissenschaftler erforscht hatte. Wohl zu intensiv - aus gesundheitlichen Gründen konnte er an der Zeremonie nicht teilnehmen und ließ sich vertreten.

"Verdammte Scheiße" ... tut das gut

Auch mit wüsten Beschimpfungen kann man einen Preis ergattern: Professor Richard Stephens und seine Studenten bekamen für ihre nun wissenschaftlich untermauerte Erkenntnis, dass Fluchen schmerzlindernd wirken kann, den Ig-Friedensnobelpreis.

Fahren nach Art der Schleimpilze

Für die Erkenntnis, dass Schleimpilze das perfekte Nahverkehrssystem für eine Großstadt entwerfen könnten, gab es den Preis für Verkehrsplanung.

Erinnerungswürdige Auszeichung

Edward Teller, Vater der Wasserstoffbombe

Neue Idee von "Frieden"

Zu den ersten, die mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet wurden, gehört der Physiker Edward Teller. Er bekam ihn 1991 für seine Arbeiten zur Wasserstoffbombe - "für seinen lebenslangen Einsatz, die Bedeutung von Frieden nachhaltig zu verändern".


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