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Chemie-Nobelpreis 2019 an Batterie-Forscher Preis für eine "wiederaufladbare Welt"

Der Nobelpreis für Chemie geht dieses Jahr an John B. Goodenough (USA), M. Stanley Whittingham (UK, derzeit USA) und Akira Yoshino (Japan). Alle drei Chemiker haben sich mit Lithium-Ionen Batterien beschäftigt und eine "technologische Revolution" angeschoben.

Stand: 09.10.2019 | Archiv

Der Chemie-Nobelpreis 2019 ging an John Goodenough, Stanley Whittingham und Akira Yoshino
| Bild: picture-alliance/dpa

John B. Goodenough wurde 1922 in Jena geboren und ist der bisher älteste Nobelpreisträger. Der US-Amerikaner arbeitet an der University of Texas in Austin. M. Stanley Whittingham wurde 1941 in Nottingham, Großbritannien, geboren und arbeitet an der Binghamton University, State University of New York, USA. Akira Yoshino wurde 1948 in Suita, Japan, geboren, arbeitet für den japanischen Chemiekonzern Asahi Kasei und ist zudem seit 2017 Professor an der Mejo-Universität in Nagoya, Japan.

Die Lithium-Ionen-Batterie

Alle drei Forscher arbeiteten zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren unabhängig voneinander an der Lithium-Ionen-Technologie für Batterien und im interdisziplinären Bereich zwischen Chemie und Physik, zwischen Technologie und Ingenieurwissenschaft. Ihre Forschungsergebnisse führten zur Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie, die uns heutzutage ein mobiles Leben ermöglicht. Olof Ramström, Mitglied des Nobelpreis-Komitees, fasst zusammen: "Wir haben mit der Lithium-Ionen-Batterie einen Zugang zu Energie, wohin wir auch gehen". Doch vorher habe das chemische Element Lithium erst einmal gezähmt werden müssen, weil es hochgradig reaktiv sei. "Es ist eine Superkraft in einer kleinen Batterie, die eine dramatische Wirkung auf unsere Gesellschaft hatte." Lithium-Ionen-Batterien werden auch in Elektroautos eingesetzt und zur Speicherung von Energie aus Wind- und Sonnenenergieanlagen verwendet.

M. Stanley Whittingham baute Anfang der 1970er-Jahre die erste funktionierende Lithium-Batterie. John B. Goodenough verdoppelte 1980 die Kraft der Lithium-Batterie. Akira Yoshino zähmte 1985 das wilde pure Lithium, indem er es in der neuartigen Batterie durch Lithium Ionen ersetzte. Lithium-Ionen-Batterien kamen 1991 auf den Markt.

Deutsche Giftmischer & Querdenker

Chronik: Chemie-Preisträger der vergangenen Jahre

  • 2018: Frances Arnold, George Smith (beide USA) und der Brite Sir Gregory Winter für ihre Entwicklung von Enzymen und Viren im Einsatz umweltfreundlicher Chemikalien oder Medikamente
  • 2017: Jacques Dubochet (Schweiz), Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (Großbritannien) für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie
  • 2016: Jean-Pierre Sauvage (Frankreich), Sir James Fraser Stoddart (Großbritannien) und Bernard L. Feringa (Niederlande) für die Entwicklng extrem kleiner molekularer Maschinen, die wie künstliche Muskeln funktionieren
  • 2015: Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (USA/Türkei) für ihre Untersuchungen zu den Werkzeugen, mit deren Hilfe Zellen DNA reparieren
  • 2014: Stefan Hell (Deutschland), Eric Betzig und William Moerner (beide USA) für ihre Entwicklungen in der hochauflösenden Lichtmikroskopie
  • 2013: Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel (alle USA) für ihre Entwicklung von Computer-Modellen komplexer chemischer Systeme
  • 2012: Robert J. Lefkowitz (USA) und Brian K. Kobilka (USA) für die Entdeckung der Wirkungsweise G-Protein-gekoppelter Rezeptoren in Zellen
  • 2011: Dan Shechtman (Israel) für die Entdeckung der Quasikristalle
  • 2010: Richard F. Heck (USA), Ei-ichi Negishi  (Japan) und Akira Suzuki (Japan) für die Verbindung von Kohlenstoffatomen zu komplexen Molekülen
  • 2009: Venkatraman Ramakrishnan (USA), Thomas A. Steitz (USA) und Ada E. Jonath (Israel) für die Forschung zur Erbinformation in den Proteinen
  • 2008: Der in den USA forschende Japaner Osamu Shimomura und die beiden US-Amerikaner Martin Chalfie und Roger Tsien für die Entdeckung des grün fluoreszierenden Proteins GFP
  • 2007: Gerhard Ertl (Deutschland) für seine Arbeiten zu chemischen Prozessen auf festen Oberflächen. Damit habe er die Grundlagen für die moderne Oberflächenchemie geschaffen
  • 2006: Roger D. Kornberg (USA) für die Erforschung, wie die Zelle aus dem Bauplan in den Genen fertige Proteine herstellt
  • 2005: Yves Chauvin (Frankreich), Robert H. Grubbs (USA) und Richard R. Schrock (USA) für die Entwicklung neuer Reaktionswege in der organischen Chemie, unter anderem zur Produktion von Plastik und Arzneien
  • 2004: Aaron Ciechanover und Avram Hershko (beide Israel) sowie Irwin Rose (USA) für die Entdeckung eines lebenswichtigen Prozesses zum Abbau von Proteinen im Körper
  • 2003: Peter Agre (USA) und Roderick MacKinnon (USA) für die Erforschung von Ionen- und Wasserkanälen der Körperzellen.
  • 2002: John B. Fenn (USA), Koichi Tanaka (Japan) und Kurt Wüthrich (Schweiz) für ihre Methoden zum Vermessen von biologischen Molekülen
  • 2001: William S. Knowles (USA), Barry Sharpless (USA) und Ryoji Noyori (Japan) für die Beschreibung neuer Katalysatoren

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