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Physik-Nobelpreis 2014 Weißes Licht mit blauen LEDs

Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an Isamu Akasaki, Hiroshi Amano and Shuji Nakamura. Sie haben effiziente blaue Leuchtdioden erfunden, die helle und energiesparende weiße Lichtquellen möglich gemacht haben.

Stand: 07.10.2014 | Archiv

Isamu Akasaki, Hiroshi Amano, Shuji Nakamura | Bild: San Diego State University/Nagoya University, Japan/picture-alliance/dpa

Die diesjährigen Nobelpreisträger für Physik werden für die Erfindung einer neuen energiesparenden und umweltfreundlichen Lichtquelle geehrt - der blauen licht-emittierenden Diode, kurz LED. Akasaki forscht an der Meijo-Universität in Japan, sein Kollege Amano ist Professor an der Universität von Nagoya. Der in Japan geborene Nakamura forscht an der University of California in Santa Barbara.

Nutzen für die Menschheit

Shanghai bei Nacht - beleuchtet von LEDs

Nach Ansicht des Nobelpreis-Komitees in Stockholm ehrt der Preis im Geiste Alfred Nobels eine Erfindung von größtem Nutzen für die Menschheit. Mit Hilfe von blauen LEDs lässt sich weißes Licht auf eine neuartige Art erzeugen. So lassen sich Lichtquellen bauen, die länger halten und effizienter sind als herkömmliche Leuchten wie zum Beispiel Glühbirnen.

Ein jahrzehntelang ungelöstes Problem

Taschenlampe mit LEDs

Als Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura in den früher 1990er-Jahren mit Halbleitern helle blaue Lichtstrahlen erzeugten, lösten sie einen fundamentalen Wandel in der Lichttechnik aus. Rote und grüne Dioden gab es schon lange, aber ohne blaues Licht war es unmöglich, Lampen zu bauen, die weiß leuchten. Trotz erheblicher Anstrengungen in Wissenschaft und Industrie blieben blaue LEDs für drei Jahrzehnte ein ungelöstes Problem - bis die drei nun ausgezeichneten Wissenschaftler mit ihren Forschungen Erfolg hatten.

Acht Millionen Kronen Preisgeld

Der Physik-Nobelpreis ist mit insgesamt acht Millionen schwedischen Kronen dotiert, das entspricht derzeit rund 881.000 Euro. Er wird wie alle Nobelpreise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, überreicht. Im Vorjahr ging die Auszeichnung an den Briten Peter Higgs und den Belgier François Englert für ihre Vorhersage des Higgs-Bosons.

Deutsche Physik-Nobelpreisträger

Chronik: Physik-Preisträger der vergangenen Jahre

  • 2013: Der Belgier François Englert und der Brite Peter Higgs für ihre Entdeckung des Elementarteilchens Higgs-Boson
  • 2012: Der Franzose Serge Haroche und der Amerikaner David J. Wineland für die von ihnen entwickelten Methoden Quantenteilchen zu messen, ohne dass diese kleinsten Teilchen der Materie Schaden nehmen.
  • 2011: Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt, Adam G. Riess erhalten die Auszeichnung, weil sie durch das Beobachten von Supernovae beweisen konnten, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt.
  • 2010: Die Briten Andre Geim und Konstantin Novoselov für die Entwicklung von Graphen, dem dünnsten und stärksten Material aus Kohlenstoff.
  • 2009: Charles Kuen Kao, Willard Sterling Boyle und George Elwood Smith für ihre Forschung mit Lichtimpulsen und Lichtsensoren im Einsatz moderner Kommunikationsmittel.
  • 2008: Der US-Amerikaner japanischer Herkunft Yoichiro Nambu und seine japanischen Kollegen Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa erhalten die Auszeichnung für ihre Erkenntnisse in der Teilchenphysik.
  • 2007: Der Deutsche Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich der Helmholtz-Gemeinschaft zusammen mit dem Franzosen Albert Fert für ihre Beiträge zur Erforschung des Riesen-Magnet-Widerstands, der für den Lesevorgang bei Computer-Festplatten verwendet wird.
  • 2006: John C. Mather und George F. Smoot (beide USA) für den Nachweis winziger Temperaturschwankungen in der sogenannten kosmischen Hintergrundstrahlung, dem "Echo des Urknalls".
  • 2005: Roy J. Glauber (USA) für Grundlagen der Quantenoptik sowie John L. Hall (USA) und Theodor W. Hänsch (Deutschland) für die Entwicklung einer Laser-basierten Präzisionsmesstechnik für Lichtfrequenzen.
  • 2004: David J. Gross, H. David Politzer und Frank Wilczek (alle USA) für Erkenntnisse zur Kraft zwischen den kleinsten Materieteilchen im Atomkern, den Quarks.
  • 2003: Alexej Abrikosow (USA und Russland), Vitali Ginsburg (Russland) und Anthony Leggett (USA und Großbritannien) für bahnbrechende Arbeiten zu Supraleitern und Supraflüssigleiten.
  • 2002: Raymond Davis (USA), Masatoshi Koshiba (Japan) und Riccardo Giacconi (USA) für die Entdeckung kosmischer Röntgenstrahlen und Neutrinos.
  • 2001: Wolfgang Ketterle (Deutschland), Eric A. Cornell (USA) und Carl E. Wieman (USA) für die Erschaffung des Bose-Einstein- Kondensats, der fünften Erscheinungsform der Materie neben fest, flüssig, gasförmig und dem Plasma.

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