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Die erste Mondlandung Kleiner Schritt, großer Sprung

Am 16. Juli 1969 schießt die Rakete gen Himmel. Fünf Tage später, am 21. Juli, steigt Neil Armstrong die Leiter hinab und setzt auf dem pudrigen Boden auf. 500 Millionen Menschen verfolgen die Mondlandung gebannt am TV. Trotzdem wird sie noch heute von manchen angezweifelt.

Stand: 21.07.2014

Neil Armstrong steht auf der Leiter, vorsichtig hebt und senkt er seine Füße, steigt so bedächtig von einer Sprosse zur nächsten hinab, ein kleiner Schritt noch ... Armstrong setzt auf. Auf dem Mond! Die Oberfläche sei fein wie Puder, berichtet er am 21. Juli 1969 gegen vier Uhr morgens. Weltweit fiebern mehr als 500 Millionen Menschen bei diesem "großen Sprung für die Menschheit" vor dem Fernseher mit.

Armstrongs, Aldrins und Collins' Mondfahrt

Fast sieben Stunden zuvor, um 21.17 Uhr MEZ, waren Neil Armstrong und Edwin Aldrin im Rahmen der Apollo 11-Mission auf dem Mond gelandet. Der dritte im Bunde, Michael Collins, hielt solange im Mutterschiff die Stellung.

Die erste Mondlandung, in Bildern erzählt:

Neil Armstrong & die Wirkung kleiner Schritte

Am 25. August 2012 starb Neil Amstrong an den Folgen einer Herzoperation. Der erste Mensch, der den Mond je betreten hat, wurde 82 Jahre alt. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama nannte ihn "einen der größten amerikanischen Helden - nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten". Armstrong und seine Crew hätten der Welt 1969 gezeigt, dass alles möglich sei, wenn nur genug Schwung und Genialität dahinter steckten. "Ein Mann, der uns die enorme Wirkung eines kleinen Schrittes gelehrt hat."

Der Mond - Sprungbrett ins All

Tatsächlich machte der Kolonialisierungstrieb des Menschen in dieser Nacht einen gewaltigen Satz - auf wirklich unberührten Boden. Es war der erste Schritt zur Eroberung des Weltraums. Aus heutiger Sicht wirklich nur ein Anfang, bauen wir doch inzwischen gigantische Weltraumlabore wie die ISS und schicken Sonden bis ans Ende des Sonnensystems. Doch immer noch ist der Mond der einzige Himmelskörper, den je ein Mensch betreten hat. Das nächste Ziel ist ein Besuch auf dem Mars, doch selbst der liegt noch ein Stück in der Zukunft.

Unattraktiv, aber Signalwirkung

Dabei war der Mond selbst kein attraktives Reiseziel - es gibt nicht allzu viel zu holen auf unserem staubigen Trabanten. Doch die Landung auf dem Mond hatte Signalwirkung: Nicht nur als technische Hochleistung, die den Menschen aus seinem bisherigen Lebensraum heraus in völlig neue Dimensionen brachte, sondern vor allem als politischer Erfolg. In der heißen Phase des Kalten Krieges war die Beherrschung des Weltraums Teil des Wettrüstens. Und im Kampf der Systeme ein wichtiger Eintrag ins kollektive Gedächtnis der Menschheit: Für kurze Zeit flatterte die amerikanische Flagge im Sonnenwind - gehisst vor weltweitem Publikum.

Hat die Mondlandung nie stattgefunden?

Alles nur Fake?

Verschwörungstheorien ranken sich um die Mondlandung zuhauf. Als "Unstimmigkeiten" werden oft angeführt ...

Auf den Fotos seien keine Sterne zu sehen ...

... dafür aber mehrere Schatten, die in unterschiedliche Richtungen zeigen - verursacht von Scheinwerfen auf der Erde?

Was ist mit der Atmosphäre?

Buzz Aldrin und Flagge auf dem Mond | Bild: picture-alliance/dpa

Die US-Flagge flattere, obwohl es auf dem Mond keinen Wind gibt.

Keine Bremsspuren

Und neben der Landefähre seien Fußspuren der Astronauten zu erkennen - die das Triebwerk bei der Landung eigentlich wegfegen hätte müssen.

Keine Verwirbelung

Ein Bremsstrahl-Krater sei genauso wenig zu sehen wie der Brennstrahl beim Abheben.

Kosmische Strahlung

Wie hätten die Astronauten die starke Strahlung auf ihrer Reise und dem Mond selbst überleben sollen?

Alles noch Science Fiction

Überhaupt sei die NASA in den 1960er-Jahren technisch noch gar nicht so weit gewesen, um auf den Mond fliegen zu können. 

Erinnerungslücke

Kein Wunder, dass sich Armstrong selbst nicht an seinen berühmten Satz erinnern könne - er habe nur im Drehbuch der NASA existiert.

Mondoberfläche in Nevada?

Viele Kritiker gehen deshalb davon aus, dass sich die "Mond"-Krater eigentlich in der Wüste von Nevada befinden und in Zeitlupe gefilmte Schauspieler Astronauten gespielt haben. So habe die USA im Kalten Krieg nur ihre Vormachtstellung gegenüber der Sowjetunion beweisen wollen.

Aber trotzdem ...

Genauso gibt es aber auch unzählige Erklärungen, die gegen diese Kritik - und damit doch für die Mondlandung sprechen ...

Abstimmung

War die Mondlandung echt?

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Gegenbeweis: LRO-Fotos der Mondfahrer-Landestufen

"Empfehlungen für Raumfahrttreibende"

93 Seiten hat das gleichnamige Verhaltens-Regelwerk, das die NASA veröffentlicht hat, um die "Apollo"-Relikte und Landestellen auf dem Mond zu schützen. Der geplante, zunehmende Verkehr zum Mond macht der NASA zu schaffen. Die US-Raumfahrtbehörde hat Angst, dass die Fahnen, Messinstrumente, Rover und Landeplätze, Schuhabdrücke und Einschlagkrater von Sonden unter den chinesischen, indischen und auch privaten Raumschiffen leiden, die in den nächsten Jahren zum Mond reisen wollen. Deshalb spricht sich die NASA auch dafür aus, dass der Mond als historische Stätte oder "Naturpark" geschützt werden soll.

  • "Mondlandung": am 17. Juli 2017 um 2.05 Uhr in "Space Night", ARD-alpha

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