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Weihnachtsgrüße vom Mond Die erste Mondfahrt mit Apollo 8

Weihnachten 1968 kamen die ersten Menschen beim Mond an, an Bord der Apollo 8. Sie waren die ersten, die unsere Erde als Kugel und die Rückseite des Mondes sahen. Die Erkenntnis der ersten Mondfahrer: Der Mond ist vor allem - grau.

Stand: 17.01.2019 | Archiv

An Heiligabend, dem 24. Dezember 1968, erreichten die drei US-Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell an Bord der Apollo 8 den Mond und schickten die wohl teuersten Weihnachtsgrüße der Geschichte zur Erde. Aufgebrochen waren die drei "Mondmänner" drei Tage zuvor, am 21. Dezember 1968 - zur ersten bemannten Mondfahrt der Geschichte.

"Eine grandiose Oase in der weiten Wüste des Alls."

James Lovell, US-Astronaut

Erdaufgang auf dem Mond

Der wohl berühmteste Schnappschuss

Zehnmal umrundete Apollo 8 den Mond. Die Astronauten sahen Felsen, Krater und Staubwüsten. Mehrfach erlebten sie den Wechsel von Tag und Nacht auf dem Mond und wurden dabei Zeugen von "Erd-Aufgängen", wenn sich der blaue Planet über den grauen Horizont erhob.

Weihnachtsgrüße aus dem All

Bei ihrer letzten Mondumkreisung meldeten sich die Astronauten per Fernsehkamera auf der Erde. Kommandant Borman schilderte, wie die Besatzung Heiligabend verbracht hatte: mit Experimenten, Mondfotos und dem Überprüfen der Bordsysteme. In die Live-Bilder eines lunaren Sonnenaufgangs hinein verlasen die Mondfahrer in verteilten Rollen den biblischen Schöpfungsbericht:

"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde ... Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht." Die TV-Übertragung endete mit den Worten: "Gute Nacht, viel Glück und fröhliche Weihnachten. Gott schütze euch alle, euch alle auf der guten Erde." Drei Tage später landete die Raumkapsel südlich von Hawaii im Pazifik.

Lovell, Borman, Anders: Die drei von der Weltraumstelle

Men of the year 1968

1968 vergibt das amerikanische Time Magazin den Titel "Man of the year" ausnahmsweise dreimal: An James A. Lovell jr., William A. Anders und Frank Borman. Diese drei sind es, die den ersten bemannten Mondflug durchführen.

Frank Borman

Kopf des Unternehmens ist Borman, der anschließend als eine Art NASA-Diplomat die Erdoberfläche bereist: Er bringt Kiesinger, de Gaulle und dem spanischen Diktator Franco Mondfotos vorbei, posiert in einem tschechischen Kampfflugzeug, plaudert mit Jules Vernes Enkel und trinkt in Berlin vor Fotografen Bier. Später wird er Chef der US-Fluggesellschaft Eastern Airlines.

William Anders

Vom ehemaligen Atomtechniker Anders stammt das berühmteste Bild der Mission, der "Erdaufgang". Was Borman mit den Worten "Oh, my God! Look at that picture! Here’s the Earth coming up. Wow, is that pretty!" kurzentschlossen in Schwarzweiß eingefangen hatte, hielt er in Farbe fest. Später wird Anders US-Botschafter in Norwegen und Industriemanager.

James Lovell

Als Stimme der Mission ist vor allem Lovell im Gedächtnis. Er steigt 1970 zum Kommandanten der Apollo-13-Mission auf und soll als fünfter Mensch den Mond betreten. Eine Explosion im Raumschiff verhindert die Landung. Die Astronauten entgehen nur knapp dem Tod und die Weltraumeuphorie hat ihre erste Schramme.

Meilenstein des Mondprogramms

Für die Landung auf dem Mond war eine eigene Mondfähre nötig. Die war jedoch Ende 1968 noch nicht fertig. Sie wurde im März 1969 bei der Mission Apollo 9 erstmals im Erd-Orbit getestet. Im Mai bewältigte Apollo 10 die gleichen Koppel-Manöver in einer Umlaufbahn um den Mond. Nur zwei Monate später erreichte dann die Mission Apollo 11 das Ziel: Am 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Edwin Aldrin als erste Menschen den Mond. 


  • 50 Jahre bemannte Mondlandung. Das Feiertagsmagazin. 06.01.2019 um 9.05 Uhr, Bayern 2
  • Abenteuer Raumfahrt - wie Apollo 8 die Welt veränderte: am 23.12.2018 um 18 Uhr, ARD-alpha
  • Heute vor 50 Jahren - das erste Bild aus dem All: am 22.12.2018, B5 aktuell

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