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Mikroplastik in deutschen Flüssen 4.000 Plastikteile in 50 Wasserproben

Plastik zerbricht und zerfasert, aber es verschwindet nicht. Immer kleinere Plastikteilchen verteilen sich nur immer weiter - überallhin. Jetzt haben Forscher 25 Flüsse in Deutschland untersucht und in jeder einzelnen Probe Mikroplastik gefunden.

Stand: 16.03.2018

Winzigste Plastikbruchstückchen, Nanopartikel oder fasrige Plastikanteile - Mikroplastik findet sich inzwischen überall. Und zwar nicht nur in allen möglichen Produkten, sondern auch dort, wo Plastik gar nichts zu suchen hat: in der Umwelt. Von dort lässt es sich kaum wieder entfernen. Mikroplastik wird immer mehr zum ökologischen Problem. Doch genaue Daten über den Grad der Verseuchung durch die kleinen Plastikteilchen und den Folgen für die Umwelt fehlen noch.

Mikroplastik in jeder einzelnen Probe der Flüsse in West- und Süddeutschland

Wasserproben aus 25 Flüssen in West- und Süddeutschland

Daher haben die Umweltämter der fünf Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in einer ersten Pilotstudie 25 Flüsse in Süd- und Westdeutschland im Einzugsbereich von Donau und Rhein methodisch auf Mikroplastik untersucht und über fünfzig Wasserproben von der Universität Bayreuth untersuchen lassen. Das Ergebnis: In jeder einzelnen Probe wurde Plastik entdeckt - in allen 25 Flüssen.

Über 4.000 Plastikteilchen in nur fünfzig Wasserproben

Insgesamt haben die Forscher weit über 4.000 Plastikpartikel in den fünfzig Proben gefunden. Große Plastikstücke waren dabei die Ausnahme: 99 Prozent der Partikel waren im Durchmesser kleiner als fünf Millimeter - Mikroplastik. Fast zwei Drittel davon waren sogar sehr kleines Mikroplastik: Teilchen von nur 0,002 bis 0,3 Millimetern im Durchmesser. In der großen Mehrheit handelte es sich dabei wohl um Bruchstücke von größerem Plastik. An fast allen Messstellen wurden aber auch große Mengen an Plastikfasern festgestellt, wie sie beispielsweise bei jeder Wäsche von Funktionskleidung freigesetzt werden.

Plastik-Konzentration in kleineren Gewässern größer

Je kleiner das untersuchte Gewässer, umso höher war die Konzentration an Mikroplastik, die die Forscher feststellten. In Donau und Rhein ist die Partikelkonzentration durch die großen Wassermengen geringer. Insgesamt bewegen sich die Ergebnisse dieser ersten Studie zu Mikroplastik in deutschen Binnengewässern in der gleichen Größenordnung wie analoge Studien anderswo in Europa und Nordamerika, heißt es in der Pressemeldung der Umweltämter.

"Es kann von einer zivilisatorischen Grundlast von Kunststoffpartikeln in den Gewässern ausgegangen werden."

Umweltämter von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz

Studien mit mehr Tiefgang nötig

Untersucht wurden in der Pilotstudie erst mal nur oberflächennahes Wasser. Weitere Studien sollen folgen, in denen tiefere Wasserschichten sowie die Sedimente der Flüsse überprüft werden. Denn noch fehlt es an genauen Daten darüber, wie das Plastik in die Umwelt gelangt und welche ökologischen Folgen daraus resultieren. Auch ein Monitoringprogramm zu Plastik in der Umwelt muss erst noch entwickelt werden. Ebenso wie geeignete Gegenmaßnahmen.

  • Mikroplastik in Boden und Binnengewässern. nano. 19.03.2018, 17:00 Uhr, ARD-alpha
  • Mikroplastik in deutschen Flüssen. IQ - Wissenschaft und Forschung. 19.03.2018, 18:05 Uhr, Bayern 2

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Kommentare

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Elisabeth, Dienstag, 03.Juli, 09:36 Uhr

10. Kleinvieh macht auch Mist

Einfach anfangen , Tag für Tag weniger Plastik konsumieren und gebrauchen ,das geht .
Ich hab angefangen ,keine Plastiktüten mehr ,selbst das einfrieren geht mit Glas oder Papier , zum Einkaufen mit vielen kleinen und großen Taschen und Beuteln .

Im Bad auf die gute alte Seife umstellen , die alten Sachen auf brauchen und Pladtikfrei einkaufen .
Funktionskleidung auf Wolle umstellen .
Icebreaker , Engel ...........
Fast food in Plastik und Alu meiden .
Glasflaschen verwenden selbst die Kinder nehmen nur noch Glas mit in die Schule ,geht gut dank guter Hülle.
Also einfach anfangen wir sind viele und viel Weniges wird auch viel und die nächste Generation lernt es schon mal.

S.W., Montag, 19.März, 13:46 Uhr

9. Steuer auf Einwegverpackung

Ich wäre für eine Steuer je kg Einwegverpackung, die ein Unternehmen auf den Markt wirft. Denn das Problem fängt schon beim Konsum an. Also müssen Kosten generiert werden für viel zu große Produktverpackungen, die zu einem Drittel leer sind, für Einweggläser, wo Mehrweg auch ginge und vor allem Plastikverpackungen und -zusätze.

Ich kaufe übrigens dennoch die eingeschweißte Gurke - warum? Weil sie viel länger hält, solange man nur sie Schnittkante wieder gut verschließt. Denn halbe Gurken wegzuwerfen kostet auch Ressourcen.

  • Antwort von Didier, Dienstag, 20.März, 09:29 Uhr

    @ S.W.: Es gibt auch so genannte Vespergurken, jedenfalls dort wo ich diese eingeschweißten Gurken sah. Nicht eingeschweißt. Halb so lang. Und schmackhafter, wie ich finde.

  • Antwort von S.W., Mittwoch, 21.März, 11:09 Uhr

    Danke für den Tipp, ich werde darauf achten. Im Sommer hole ich die Gurken eh aus dem Garten :)

Didier, Montag, 19.März, 08:19 Uhr

8. Kosmetik

Jeder kann mal seine Pflegeprodukte austauschen gegen solche ohne Mikroplastik. Erstaunlich, wo das Zeug von vorne herein drinnen steckt: Zahncremes, Lippenstifte, Duschgels, Shampoo, Peelings usw. Kann jeder googeln und Alternativen ohne Mikroplastik finden.
Den neueste Irrsinn am Wochenende gesehen: Eingeschweißte Gurken. Natürlich auch gleich Exemplare gesehen, welche schon im Plastik vor sich hin faulen und schimmeln. Manche Produzenten scheinen nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben. Es kostet bestimmt mehr, eine Gurke einzuschweißen als sie nackert anzubieten.

Muay Khun Thai, Samstag, 17.März, 06:22 Uhr

7. Mikroplastik? - Wir haben hier richtige Teerstücke am Strand in Koh Samui

Unterschied: Man sieht das Ergebnis sofort und fühlt es sogar. Richtig schwarze Füsse!
Ein echtes Urlaubsparadies eben.

Je nach Strömung schmeisst das Meer den ganzen Müll auf die Strände. Nein, nicht nur Touristendreck. Absolut nicht. Von zerrissenen Fischernetzen oder die überdimensional großen Glühbirnen der Fischerboote, finden sich Ölkanister und alles was im Meer einfach nicht untergehen will.
Müllverbrennung geht nicht, weil kaputt. Es wird vermutet, dass auch ins Meer verklappt wird. Interessant ist, dass das Fischefüttern mit Gefängnis bestraft werden kann oder das Posing an Korallen hohe Geldstrafen nach sich zieht. Der Umwelt zuliebe. Gleichzeitig werden Motoren ohne Sinn laufen lassen. Ach ne, wegen der Klimaanlage.
Das Urlaubsparadies Thailand verkommt zur Müllkippe. Mikroplastk im Fisch? Vermutlich. Die regelmäßig auftretenden Ölverschmutzungen lassen nichts Gutes hoffen. Von Touristen stammen sie nicht.

Verbietet Plastik, mehr als den Diesel!

Rufer in der Wüste, Freitag, 16.März, 21:13 Uhr

6. Da Mensch is a Sau

Jeder, der gelegentlich "in die Natur" hinauskommt, der sieht doch die Vermüllung der Landschaft. Wenn man etwas "weg"schmeißt ist es eben nicht "weg", sondern nur wo anders, und irgend wann im Wasser.

Das Umweltbewußtsein eines großen Teils der Bevölkerung tendiert gegen Null, wenn es um das eigene Verhalten geht.

  • Antwort von Franz Dobler, Mittwoch, 16.Mai, 20:06 Uhr

    dem kann ich nur beipflichten nur den Menschen mit der Sau zu vergleichen beleidigt die Sau.