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DWD-Rückblick 2016 Deutlich zu warm und dennoch eher durchschnittlich

Das Jahr 2016 war in Deutschland im Durchschnitt wieder deutlich wärmer, brachte aber keine neuen Temperaturrekorde. Was Niederschlag und Sonnenscheindauer angeht, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD) 2016 zum durchschnittlichen Jahr. Auch in Bayern war es im Schnitt eher kalt und regnerisch.

Stand: 09.01.2017

Im Allgäu: Baum vor leuchtenden Wolken bei Sonnenuntergang | Bild: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/A. Volz

Mit einem Plus von 1,4 °Celsius (°C) und durchschnittlich 9,6 °C war 2016 im Schnitt deutlich wärmer als das Mittel der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990 mit 8,2 °C. Bezogen auf die wärmste Vergleichsperiode 1981 bis 2010 wich die Temperatur um plus 0,7 °C ab.

Rekorde für Oberstdorf und Saarbrücken-Burbach

Die kälteste Nacht 2016 erlebte Oberstdorf (Blick auf den Grünten)

Damit liegt 2016 nach ersten Auswertungen der Daten von rund 2.000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht unter den Top Ten der wärmsten Jahre seit 1881. Dennoch wurden auch 2016 in Deutschland erstaunliche Temperaturen erreicht: die höchste am 27. August im saarländischen Saarbrücken-Burbach mit 37,9 °C. Den Kälterekord 2016 hält dagegen Oberstdorf in der Nacht vom 18. Januar 2016 mit -23,5 °C.

Der April, der April ...

April 2016: Auch junge Hasen waren unerwartet nochmal Schnee und Kälte ausgesetzt.

Im Schnitt fielen im vergangenen Jahr mit 736 Litern pro Quadratmeter (l/m²) nur 93 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Damit war 2016 schon das sechste zu trockene Jahr in Folge. Dabei war im Januar und Februar 2016 noch überdurchschnittlich viel Niederschlag gefallen. Und auch der April brachte im Gegensatz zu den vergangenen Jahren keine frühsommerlichen Temperaturen, sondern einen Kälteeinbruch mit Schnee bis ins Flachland.

Extremwetter und Hochwasser

Juni 2016: Simbach am Inn steht unter Wasser

Im Mai und Juni folgten schwere Gewitter – mit extremen Regenfällen, die zu heftigen Überflutungen führten. Neben Nordrhein-Westfalen traf es auch Bayern: In Niederbayern verursachte ein Hochwasser verheerende Schäden. In Simbach am Inn starben sieben Menschen, für den Landkreis Rottal-Inn wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

Schon bis Ende der ersten Jahreshälfte 2016 war so viel Niederschlag gefallen, wie im kompletten Jahr 2015. Doch ab Juli wurde es dann wesentlich wärmer und es folgten zum Teil richtige Hitzewellen – und in der Folge auch Trockenheit.

Der September zeigte sich schon wieder fast rekordverdächtig: Er zählt zumindest zu den drei wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn. Oktober und November blieben kühl, der Dezember war ebenfalls kühler als 2015, aber auch schneearm und auf keinen Fall rekordverdächtig.

Ein paar Sonnenstunden mehr ...

Die untergegangene Sonne färbt am 06.12.2016 in der Nähe von Lietzow ...

Dafür gab es ein bisschen mehr Sonnenschein: Mit 1.585 Stunden Sonne im Jahr 2016 übertraf die Sonne ihr Soll von 1.544 um 41 Stunden – wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort war: denn während auf der Insel Rügen die Sonne fast 2.000 Stunden schien, bekam sie ein Sauerländer örtlich nur 1.360 Stunden zu spüren.

8,9 °C wurden in Bayern im Schnitt gemessen – damit war der Freistaat eines der kältesten Bundesländer und mit knapp 915 l/m² auch eines der niederschlagsreichsten. Immerhin: Die Sonne schien in Bayern 1.620 Stunden – und damit 25 Stunden mehr als sonst im Durchschnitt.


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