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Meteoriten, Meteoriden, Meteore Kosmische Geschosse

Ein Crash im All: Zwei Asteroiden schlingern aufeinander zu und krachen aneinander. Sie explodieren und zerbersten in Bruchstücke, die als gefährliche Geschosse weiterrasen. Ob Sternschnuppenfunkeln, strahlender Lichtblitz oder katastrophaler Einschlag - die Erde bekommt sie oft zu spüren.

Stand: 27.06.2016

Asteroidentrümmer im Anflug auf die Erde (Illustration) | Bild: colourbox.com

Immer wieder stoßen Asteroiden und Kometen mit anderen Himmelskörpern zusammen. Dabei explodieren sie und zerbersten in kleinere Bruchstücke, die wieder zu gefährlichen Geschossen werden. Je größer und dichter ein Materiebrocken ist, umso heftiger ist seine Wirkung beim Einschlag.

Zerbrechender Asteroid

Unser Planet wird durch die Atmosphäre ein wenig geschützt: Die meist porösen, wenig dichten Asteroiden zerbersten beim Eintritt und verglühen teilweise. Die eintretenden Stücke nennt man man Meteoroiden oder Meteoriden. Die Bruchstücke, die die Erdoberfläche erreichen, heißen dagegen Meteoriten.

Sternschnuppen

Eigentlich bedeutet ihr Name "Himmelserscheinung": Als Meteor bezeichnet man den Lichtstrahl, der bei Eintritt in die Erdatmosphäre entsteht - in 80 bis 110 Kilometer Höhe. In vielen Fällen ist diese Erscheinung auch das Einzige, was wir wahrnehmen: ein Sternschnuppenschauer am nächtlichen Himmel, bei dem alle eintretenden Objekte in der Atmosphäre verglühen. Insgesamt erreichen die Erde bis zu 40 Tonnen Materie aus dem Weltraum - jeden Tag. Meist jedoch nur noch als kosmischer Staub.

Kosmischer Staub unter der Lupe

Boten vom Anfang der Welt

Uralter Zeuge aus dem Sonnensystem

Schlägt ein kosmisches Geschoss jedoch durch die Erdatmosphäre, bildet sich um ihn eine dünne Schmelzkruste. Die Reibung durch die Atmosphäre erzeugt hohe Temperaturen - Bremsspuren am Meteorit. Für Forscher sind die Gesteinsbrocken wertvolle Boten aus dem All:

Unser Wissen über Asteroiden stammt vor allem von diesen Überresten. Weil sie wenig Veränderungen durchgemacht haben, können Meteoriten Aufschluss geben über die Geburt unseres Sonnensystems. Vielleicht sogar über den Ursprung irdischen Lebens, denn manche von ihnen bestehen auch aus organischer Materie.

Meteorit bringt Wasser zur Erde

Im Juni 2016 haben Forscher in einem Meteoriten, der in der Antarktis niedergegangen ist, kleine Stückchen Opal entdeckt. Es sei das erste Mal, dass Spuren des Edelsteins in einem Meteoriten gefunden wurden, der wiederum von einem Asteroiden abstammt, betonte das Team um Hilary Downes vom Londoner Birkbeck College. Das Besondere an Opal ist, dass er aus Siliziumdioxid besteht, bis zu 30 Prozent Wasser enthält und nur unter wasserreichen Bedingungen entsteht. Der Asteroid muss deshalb früher größere Mengen Wassereis enthalten haben. Die entdeckten Edelsteinfragmente unterstützen die Annahme, dass das Wasser auf der Erde zumindest zum Teil von Asteroiden stammt und über Meteoriten auf die Erde gelangte.

"Obwohl wir uns zu Recht um die Folgen eines großen Asteroideneinschlags sorgen, haben sie vor Milliarden Jahren möglicherweise das Wasser auf die Erde gebracht und geholfen, sie zu der vor Leben wimmelnden Welt zu machen, in der wir heute leben."

Hilary Downes, Professorin für Geochemie, Birkbeck College, London

Klein aber oho

Die meisten Meteoriten sind sehr klein: nur an die 15 Kilogramm. Doch wie Projektile einer Waffe entwickeln sie eine immense Wucht, wenn sie mit bis zu 90.000 Stundenkilometern einschlagen. 1908 explodierte ein solches Geschoss über Sibirien und zerstörte dabei 2000 Quadratkilometer Wald. Der Himmelskörper mit 10 bis 20 Meter Durchmesser war nur eine lose Ansammlung von Schutt, ein "rubble pile". Daher erreichte nur die Schockwelle seiner Explosion die Erdoberfläche - mit einer Wucht von mehreren Millionen Tonnen TNT.

Meteor, Meteoroid oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.

Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.


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