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Mikroplastik im Meer Flohkrebse zerstückeln Plastik

Plastik, das in unsere Meere gerät, wird langsam in immer kleinere Teile zerlegt, und Wasserlebewesen spielen dabei eine wichtige Rolle. Flohkrebse zerlegen allein eine Tüte in 1,75 Millionen Teile Mikroplastik.

Stand: 11.12.2017

Flohkrebse (wie hier im Bild) können Plastik in mikroskopisch kleine Teile zersetzen. | Bild: picture-alliance/dpa

Kleinstlebewesen aus dem Meer fressen Plastik, doch was mit den unverdaulichen Teilen in ihrem Darm passiert, das wurde bislang nur selten untersucht. Forscher aus den USA haben nun gezeigt, was passiert, wenn Flohkrebse Plastiktüten zu fressen bekommen.

Flohkrebse zerkleinern Plastik

Innerhalb von nur sehr kurzer Zeit zerkleinerten die Tiere verschiedene Plastiktütenreste in nur noch 0,5 Millimeter große Teile. Die landeten im Sediment, ausgeschieden mit dem Kot. Aus einer einzigen Plastiktüte können die Flohkrebse so im Laufe der Zeit 1,75 Millionen Teile Mikroplastik zerschreddern, jeder Krebs produziert im Schnitt acht Stück am Tag.

Wenn die Plastiktüte mit einem Biofilm aus Bakterien und Algen bewachsen war, ging das Zerkleinern sogar noch schneller. Die Forscher warnen nun: Wir produzieren jedes Jahr 120 Millionen Tonnen Plastiktüten, die meist nur einmal benutzt werden. Den Einfluss der Meereslebewesen in der Zerkleinerung dieser Folien sei bislang unterschätzt worden. Der Plastikmüll könne so schwerwiegende und langanhaltende Umweltschäden hervorrufen.


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