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Mission Mars 2020 NASA schickt Hubschrauber zum Mars

Die NASA schickt bald wieder eine Mission zum Mars. Diesmal reist aber nicht nur ein Rover zum Roten Planeten. Zusätzlich soll ein Helicopter über die Oberfläche fliegen - der erste in der Geschichte der Raumfahrt.

Stand: 14.05.2018

Hubschrauber der NASA-Mission Mars 2020 (künstlerische Darstellung) | Bild: NASA/JPL-Caltech

Anfang Mai 2018 startete der Rover Insight zum Mars. Im Juli 2020 schickt die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA die nächste Mission zum Roten Planeten: Dann soll Mars 2020 mit einer Atlas V-Rakete von Cape Canaveral in Florida aus ins All starten. Die Ankunft ist rund ein halbes Jahr später, im Februar 2021, vorgesehen. Nicht nur ein Rover wird an Bord der Rakete sein. Zum ersten Mal soll auch ein Fluggerät einen anderen Planeten erforschen, das - im Gegensatz zu einem Ballon - schwerer ist als die Luft der Atmosphäre, die es umgibt.

Dünne Luft, schnelle Rotoren

Der Mars Helicopter ist ziemlich klein: Er wiegt nur rund 1,8 Kilogramm, sein Rumpf hat einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern. Zum Schutz vor Beschädigungen ist er zunächst im Inneren des Rovers untergebracht. Wenn er nach der Landung seinen schützenden Reisepartner verlassen hat, wird es ernst: Der Mars stellt hohe Anforderungen an die Flugfähigkeit eines Hubschraubers, denn die Atmosphäre dort ist rund hundert Mal dünner als auf der Erde.

Damit sich der Hubschrauber trotz der dünnen Atmosphäre in der Luft halten kann, drehen sich die beiden gegenläufigen Rotoren mit 3.000 Umdrehungen pro Minute. Das ist rund zehn Mal schneller als bei einem Hubschrauber auf der Erde. Energie bezieht der Mars Helicopter von Lithium-Ionen-Akkus, die er mit Solarzellen auflädt. Die Akkus versorgen auch die eingebaute Heizung, die den Hubschrauber gegen die nächtliche Kälte auf dem Mars schützen soll.

Autonomes Fliegen

Der Mars 2020-Rover unterwegs auf dem Mars

Der Mars ist von der Erde weit entfernt, daher sind Funksignale dorthin und zurück mehrere Minuten unterwegs. Eine direkte Steuerung von der Erde aus ist so unmöglich. Der Mars Helicopter ist deshalb ein autonomes Fluggerät, das seine Flugbahn selbst lenken kann. Er empfängt Befehle von der Bodenstation, interpretiert sie und richtet seine Flugbahn entsprechend aus.

Ein Monat Testbetrieb

Mars 2020-Rover verfügt über 23 Kameras

Die ersten dreißig Tage des Einsatzes von Mars Helicopter sind für Flugtests vorgesehen. Beim ersten Flug soll er drei Meter nach oben fliegen und dort für circa dreißig Sekunden verharren. Danach sind bis zu fünf weitere Flüge vorgesehen. Die Flugdistanzen sollen dabei schrittweise immer größer werden. Schließlich soll der Helicopter einige hundert Meter weit fliegen und bis zu neunzig Sekunden in der Luft bleiben.

Großes Risiko, große Chancen

Laut NASA ist der Mars Helicopter ein Projekt mit hohem Risiko, bei dem es aber auch viel zu gewinnen gibt. Doch auch wenn der Hubschrauber nicht fliegen sollte, wäre die Mission Mars 2020 nicht gescheitert. Falls er aber seine Aufgabe erfüllt, könnten Hubschrauber in Zukunft als niedrig fliegende Späher auf anderen Planeten unterwegs sein, die an Orte kommen, die Landfahrzeuge nicht erreichen können.

Steine sammeln und sichern

Der Mars 2020-Rover erledigt dagegen ähnliche Aufgaben wie seine Rover-Vorgänger Curiosity und Opportunity. Er wird geologische Untersuchungen am Landeplatz durchführen, die Bewohnbarkeit der Umwelt bestimmen und nach Zeichen von einstigem Leben auf dem Mars suchen. Außerdem soll er bewerten, welche Ressourcen und Gefahren es für Forscher gibt, die in der Zukunft zum Mars reisen könnten. Dazu sammelt der Rover Gestein und Erdreich und analysiert beides. Die Proben lässt er gut verpackt auf der Oberfläche zurück. Vielleicht kann sie einmal eine zukünftige Mars-Mission zur Erde schicken.


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