Wissen


4

Geheimnisvolles Metall Kupfer - früher Rohstoff der Zivilisation

Kupfer hat die Geschichte der Menschheit verändert. Denn die Steinzeit endete damit, dass Menschen begannen, auch Metalle wie Kupfer zu bearbeiten. Bis heute ist Kupfer ein begehrter Rohstoff.

Von: Thomas Grasberger

Stand: 04.10.2018

Kupfer glänzt und schimmert geheimnisvoll. Auf die Menschen früherer Jahrtausende hat es eine große Faszination ausgeübt.

Kupfer ist leicht formbar

Neben Gold, Silber und Zinn gehört Kupfer zu den ersten Metallen, die der Mensch kennenlernte und bald auch systematisch nutzte. Die Anfänge sind ungewiss: Vielleicht gelangte anfangs ein Stück Kupfer versehentlich ins Feuer. Und als man es danach rausholte, erkannten die Menschen, dass es ganz weich und leicht zu bearbeiten war. Plötzlich konnten unsere Vorfahren Schmuckobjekte, Geräte und Waffen aus Metall herstellen. Auch die Gletscherleiche Ötzi hatte ein Kupferbeil bei sich.  

"Vor über 10.000 Jahren hat man bereits Kupfer in Anatolien genutzt. Nach Europa ist Kupfer im fünften Jahrtausend gekommen. Und bei uns im Alpenraum hat man eigentlich erst mit dem Ötzi, ungefähr 3.500 bis 3.000 vor Christus, begonnen, mit Kupfer zu experimentieren und es dann auch nicht nur zu benutzen, sondern auch herzustellen."

Günther Kaufmann, Archäologe am Südtiroler Archäologiemuseum

Kupfer ist meist in Erzen gebunden

Reines Kupfer wurde nicht geschmolzen, sondern nur erhitzt, um dann weiter verarbeitet zu werden. Weil es aber nur selten in reinem Zustand vorkommt, sondern meist gebunden in Erzen ist - zum Beispiel im grün glänzenden Malachit - fing man an, das Kupfer vom Gestein zu trennen, was ein langwieriger und arbeitsaufwändiger Prozess ist.

Kupferhütte

"Mit dem Prozess der Verhüttung hat man letztendlich das Kupfer aus dem Gestein geschieden und somit mehr oder weniger reines Kupfer erhalten, das dann als Kupferbarren in den Handel ging."

Günther Kaufmann, Archäologe am Südtiroler Archäologiemuseum

Kupfer scheidet die Steinzeit von der Neuzeit

Die sogenannte Kupferzeit oder Kupfersteinzeit dauert etwa von 4.300 bis 2.200 vor Christus. Sie liegt zwischen dem Ende der Steinzeit und der frühen Bronzezeit. Mit dem Aufkommen des Metalls entwickelte sich nach und nach die Arbeitsteilung, die auch eine hierarchisch gegliederte Gesellschaft entstehen ließ mit reichen und armen Menschen.

Kupfer versilbert mit Gold als Grabbeigabe

"Man sieht die Hierarchie in Gräbern, wo manche Personen schön ausgestattet waren mit Kupferobjekten: Frauen mit reichem Gehänge und schönen Schmuckgegenständen und Männer mit Beilen und Dolchen. Außerdem gibt es ärmere Gräber, wo wenige Beigaben vorhanden sind."

Günther Kaufmann, Archäologe am Südtiroler Archäologiemuseum

Kupfer ist und bleibt ein wichtiger Rohstoff

Bis heute gehört Kupfer zu unserem Alltag: Kupfermünzen im Geldbeutel, Kupfer als Essbesteck, auf Hausdächern, in Musikinstrumenten und als guter Wärme- und Stromleiter in elektrischen Geräten wie Handys, Computern oder Telefonkabeln. In der Landwirtschaft wird Kupfer gegen Bakterien und Pilze eingesetzt. Auch der Mensch braucht das Spurenelement Kupfer, das in Fleisch, Nüssen, Meeresfrüchten, Bohnen, dunkler Schokolade und Getreide enthalten ist. Kupfermangel kann zu einer Muskelschwäche führen.

  • Kupfer - Das Metall, das aus der Steinzeit führte, radioWissen, 05.10.2018, 09.05 Uhr, Bayern 2
  • Kupfer - Das Metall, das aus der Steinzeit führte, radioWissen, 25.10.2018, 15.05 Uhr, Bayern 2

4