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Korallenbleiche Korallenriffe weltweit bleichen immer häufiger aus

In immer kürzeren Abständen bleichen Korallenriffe weltweit aus. Mit schlimmen Folgen für die Lebensgemeinschaften der Riffe: Sie schaffen es nicht mehr, sich zu erholen. Das ergab eine aktuelle Studie der australischen James Cook Universität.

Stand: 04.01.2018

Taucher vom  ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies untersucht im November 2016 bleiche Korallen am Zenith Reef, Australien.  | Bild: dpa-Bildfunk/Andreas Dietzel/ARC Centre of Excellence in Coral Reef Studies

Die Abstände zwischen denen ein Korallenriff, von der Korallenbleiche betroffen wird, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten drastisch verkürzt. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Terry Hughes von der James Cook University im australischen Townsville: Betrug der Abstand zu Beginn der 1980er-Jahre im Durchschnitt noch 25 bis 30 Jahre, so sind es seit 2010 nur noch sechs Jahre.

Korallenriffe können sich nicht mehr erholen

Diese Zeit sei "zu kurz für eine komplette Erholung der vollentwickelten Gemeinschaften am Riff", schreiben die Wissenschaftler im Januar 2018 im Fachmagazin "Science". Die Erholung dauere zehn bis 15 Jahre für die schnellsten Arten und weit länger für die gesamte Gesellschaft. Korallenriffe bieten Schutz, Nahrung und Jagdgründe für zahlreiche Meereslebewesen. Das Absterben von Korallen gilt deshalb vielen Wissenschaftlern als ein Warnsignal dafür, dass sich die Artenvielfalt im Ozean künftig stark verringern könnte.

Schwerwiegende Korallenbleiche fast überall

Hughes und seine Kollegen haben Messdaten von weltweit 100 Korallenbänken zusammengetragen, die zwischen 31 Grad nördlicher und südlicher Breite liegen. Eine Standardisierung sorgte dafür, dass die Daten von 1980 bis 2016 vergleichbar wurden. Unterschieden wurde unter anderem nach der Intensität der Korallenbleiche: War weniger als 30 Prozent eines Riffs betroffen, ordneten die Forscher das Ereignis als moderat ein. Bei einer höheren Prozentzahl galt die Bleiche als schwerwiegend. An nur sechs der 100 untersuchten Orte hat es bisher noch keine schwerwiegende Bleiche gegeben.

"Die Massensterblichkeit von Korallen ist weltweit zur Norm geworden, während die Temperaturen weiter steigen."

Terry Hughes, Direktor es Australian Research Councils (ARC) für Korallenriff-Studien, James Cook Universität

Korallenriff in Gefahr: Korallenbleiche am Great Barrier Reef, Australien

Bei einer Korallenbleiche sterben winzige Algen ab, die mit den Korallen in einer Symbiose – Lebens- und Nahrungsgemeinschaft – leben. Die Koralle erhält von ihnen gewöhnlich Nährstoffe, dafür bietet sie ihnen unter anderem Halt und Schutz. Sterben die Korallenbewohner ab, wird das helle Korallenskelett sichtbar. Wenn eine solche Bleiche länger andauert, sterben die Korallen ganz ab.

Große Hitze begünstigt Korallenbleiche

Dabei beschränken sich die schweren Bleichen nicht mehr auf die Zeiten des Klimaphänomens El Niño, das in zahlreichen Meeresregionen für überdurchschnittliche Wassertemperaturen sorgt. "Jetzt sehen wir das Aufkommen von Bleichen in jedem heißen Sommer", erklärt Co-Autor Mark Eakin von der National Oceanic and Atmospheric Administration in College Park (USA).

Klimawandel befördert Korallenbleiche

Global gesehen ist das Risiko einer Korallenbleiche zwischen 1980 und 2016 jährlich um knapp vier Prozent gestiegen, das Risiko einer schwerwiegenden Bleiche sogar um 4,3 Prozent. Dabei stellten die Forscher jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen den durchschnittlichen Meerestemperaturen und den Korallenbleichen fest. Vielmehr ereignen sich die Bleichen während Perioden großer Hitze. Die globale Erwärmung lässt Hitzewellen jedoch wahrscheinlicher werden.

Sorge um Great Barrier Reef

Besonders besorgt ist Hughes als Direktor des australischen Forschungszentrums für Korallenriffe über die Entwicklung des Great Barrier Reefs, wo es 2016 und 2017 erstmals in zwei aufeinander folgenden Jahren zu großflächigen Bleichen gekommen ist. Diese hätten beispiellose Schäden verursacht, so Hughes.

Um bedrohte Korallenriffe zu retten, werden immer wieder neue Methoden getestet. So experimentieren Forscher der australischen Cross Universität derzeit damit, Korallen des Great Barrier Reef dadurch wieder aufzubauen, dass gesundes Korallen-Material sozusagen transplantiert wird. Dennoch können die Korallenriffe nach Meinung vieler Forscher nur wirksam gerettet werden, wenn der Klimawandel gestoppt wird.

"Wir hoffen, dass unsere deutlichen Ergebnisse dazu beitragen werden, verstärkte Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase in Australien, den USA und anderswo voranzutreiben."

Terry Hughes, Direktor es Australian Research Councils (ARC) für Korallenriff-Studien, James Cook Universität


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Pavicsits Wilhelm, Freitag, 05.Januar 2018, 09:12 Uhr

1. Ursache des Korallensterbens liegt auf der Hand!

Es besteht zwingend ein Zusammenhang der - mitunter extremen - Verstärkung der direkt einwirkenden Sonnenstrahlung, insbesondere der UV-Strahlung, durch die reflektierenden Kondensstreifen und hohen dünnen Wolken mit der Korallenbleiche.