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Kometen Prächtige Schweifsterne, schmutzige Eisklumpen

Am eisigen Rand des Sonnensystems, weit von der Erde entfernt, wandern die Kometen: Himmelskörper aus Eis und Gestein. Sie sind uralte Klumpen aus dem Staub, der einst um die junge Sonne wirbelte. Zu ihr kehren sie immer wieder zurück - und zu uns.

Stand: 23.06.2017

Am "gefrorenen" Rand unseres Sonnensystems, in der Oortschen Wolke und im Kuiper-Gürtel hinter dem Neptun, befinden sich Millionen Materiebrocken unterschiedlicher Größe. Darunter auch die Kometen, rund 4,5 Milliarden Jahre alt. Forscher vermuten, dass am Sonnensystem vorbeiziehende Sterne mit ihrer Anziehungskraft Kometen aus ihrer ursprünglichen Bahn werfen, so dass sie auf die Sonne zusteuern.

Rückkehr nach tausend Jahren

Kometen haben regelmäßige, aber exzentrische Bahnen um die Sonne. Oft kommen sie von außerhalb Plutos, ziehen knapp um die Sonne und werden wieder an den Rand des Sonnensystems geschleudert, um vielleicht erst in mehreren tausend Jahren wieder zu kommen. Andere Kometen kommen alle sieben, acht Jahre einmal bei der Sonne vorbei.

Beim Schweife des Kometen

So entsteht der Schweif

Eines ist bei allen Kometen gleich: Wenn sich die "schmutzigen Schneebälle" der Sonne nähern, verdampfen die gefrorenen Gasanteile und reißen dabei kleinere Materiepartikel des Kometenkerns mit sich.

Langhaarige Gesellen

Dem Schweif verdanken die Kometen ihren Namen: "kome" (griech. für "Haar"), langhaarige Sterne.

Auf der sonnenabgewandten Seite des Kometen entsteht ein Schweif, der immer länger wird, je näher der Komet der Sonne kommt. Entfernt er sich wieder, verschwindet auch sein Schweif.

Kometenbilder unserer User

Viel Licht durch (fast) Nichts

Steter Strom lässt den Schweif wachsen

Der Schweif wird viele Millionen Kilometer lang, ist aber fast substanzlos. 1910 passierte die Erde direkt durch den Schweif des Halley'schen Kometen - ohne jegliche Auswirkung. Denn der Schweif besteht vor allem aus Gasen. Nur winzige Staubpartikel werden vom Nukleus mitgerissen, meist nicht größer als die Partikel im Zigarettenrauch. Doch die Masse macht's:

Kometenüberreste

zum Audio mit Informationen Meteore im Juli Mehrere Sternschnuppen-Schwärme zugleich

Anfang Juli flitzen sie nur vereinzelt, dann tauchen die ersten Sternschnuppen der Perseiden in der Sommernacht auf. In den letzten Julinächten tun sich mehrere Meteorströme zusammen und schicken reichlich Sternschnuppen. [mehr]

Der Halley'sche Komet verliert pro Sekunde rund drei Tonnen Material aus sieben sogenannten Jets. Daher auch seine merkwürdig trudelnde Bewegung, die aber in sich über Jahrmillionen gleich bleibt.

Zwei Schweife

Nicht ein, sondern zwei Schweife

Es entstehen sogar zwei Schweife: ein weißlicher Staubschweif und ein grünlicher Ionenschweif. Der viel längere Ionen- oder Plasma-Schweif zieht nicht hinter dem Kometen her, sondern weist immer von der Sonne weg, da die leichten Ionen vom Sonnenwind "davongeblasen" werden.

Zwei Schweife des Kometen Lulin

Der Schweif kann also auch seitlich vom Kometen wegweisen oder ihm gar vorausfliegen, wenn er selbst sich gerade von der Sonne entfernt. Der kürzere, leicht gekrümmte Staubschweif, der sich bei manchen Kometen bemerkbar macht, zieht dem Kometen dagegen hinterher, seine Masse ist träger.

Der Kern der Sache

Strahlende Koma von Ison

Der Kern oder Nukleus eines Kometen ist mit etwa zehn bis zwanzig Kilometern Durchmesser meist recht klein. Ihn umhüllt eine diffuse Wolke aus Staub und Gas: die sogenannte Koma, die schon mehrere hundert Kilometer entfernt vom Kern beginnt. Sie verhüllt den Nukleus so vollständig, dass er lange auch für Forscheraugen unsichtbar blieb.

Heiß: der kleine, schwarze Kern

Ein kleiner, harter Kern

Doch eine Sonde schaffte den Blick unter die Koma: Am 22. September 2001 hatte "Deep Space 1" ein Rendezvous mit dem Kometen Borrelly. Aus "nur" 2.000 Kilometer Entfernung entstanden die ersten Bilder von der Oberfläche eines Kometenkerns. Die erstaunliche Erkenntnis aus der Begegnung: Das Innere des Nukleus besteht zwar vor allem aus gefrorenen Gasen, also Eis, doch die Oberfläche des Kometenkerns ist heiß und trocken. Eine harte Kruste aus verschmolzenem Staub überzieht seine Oberfläche. Der Kern der leuchtenden Himmelskörper ist tiefschwarz.

Vom Schweif zum Klumpen

Asteroid

Bei jeder Umrundung der Sonne bildet ein Komet erneut einen Schweif aus. Je öfter er die Sonne umrundet, umso mehr Material verliert er im Laufe der Zeit. Irgendwann bleibt nur noch ein zusammengeschmolzener Materieklumpen übrig - ein Asteroid.


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