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Sehr seltener Papagei Kakapo schlüpft aus geklebtem Ei

Eine Wildhüterin hat in Neuseeland ungewöhnliche Geburtshilfe geleistet: Mit Klebeband flickte sie ein fast ausgebrütetes Ei des höchst seltenen Kakapo-Papageien. Jetzt ist das Küken geschlüpft.

Stand: 03.03.2014

Kakapo-Küken | Bild: picture-alliance/dpa

Rangerin Jo Ledington, die das beschädigte Ei gefunden und repariert hat, arbeitet für das Kakapo-Programm der neuseeländischen Umweltschutzbehörde. Es schützt die letzten Exemplare, die nur noch auf zwei neuseeländischen Inseln vorkommen. Der Kakapo (Strigops habroptilus) hat ein moosgrünes Gefieder und ähnelt im Gesicht etwas einer Eule. Er hat nur kleine Flügel, ist aber ein guter Läufer und Kletterer. Die Männchen können über einen halben Meter groß werden. Die Experten des Schutzprogramms versuchen, die Population der neugierigen Vögel durch Brutprogramme zu vergrößern.

Nur noch 125 Exemplare übrig

Das Kakapo-Küken "Lisa One" arbeitet sich aus seiner geklebten Eierschale.

Das am 28. Februar geschlüpfte Küken wurde nach seiner Mutter auf den Namen "Lisa One" getauft. Es ist das erste erfolgreich geschlüpfte Küken seit 2011 und die Nummer 125 der gesamten Kakapo-Familie. Mehr dieser nachaktiven Vögel gibt es laut Umweltbehörde nicht mehr auf der Welt. Kakapos können nicht fliegen, daher waren sie für die Raubtiere, die mit den Europäern nach Neuseeland kamen, eine leichte Beute.

Erstes von fünf Eiern

Kakapo füttert seinen Nachwuchs.

Das geflickte Ei stammt aus einem Nest auf der Codfish-Insel. Sie liegt rund 60 Kilometer vor Invercargill an der Südküste. Die Wildhüterin Ledington dachte nicht, dass das Küken in dem eingedrückten Ei überleben würde. Doch sie klebte die Schale vorsichtig wieder zu, denn von den fünf Kakapo-Eiern im Brutprogramm war das beschädigte dasjenige, das am weitesten gediehene war. Nach dem Schlüpfen ist "Lisa One" nun im Brutkasten, so wie die anderen vier Eier, die noch nicht ausgebrütet sind.


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